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Das Auswanderungsabkommen ›1‹

Es ist nicht von Bedeutung, wer Hitler damals finanzierte, sondern was man damals aushandelte und welche Hand hier die andere gewaschen hat.

Was die radikalen Zionisten von den Nazis erwarteten war, dafür zu sorgen, dass die deutschen Juden nach Palästina auswanderten. Auch die Nazis wollten die Juden so schnell wie möglich außer Landes wissen. Zu diesem Zweck wurde, kurz bevor die Nazis an die Regierung kamen, ein Abkommen unterzeichnet, das die Auswanderung der deutschen Juden nach Palästina sicherstellen sollte. Die Vereinbarung zwischen der der WZO verbundenen Anglo-Palästina Bank und dem Reichsfinanzministerium schuf die Möglichkeit, die Juden mit ihrem Vermögen nach Palästina zu transferieren und sollte gleichzeitig einen Absatzmarkt für deutsche Industriegüter erschließen. Der irische Historiker und Politiker Conor Cruise O’Brien berichtet über die Einzelheiten der Vereinbarung: Mit Hilfe der am 25. August 1933 unterzeichneten Vereinbarung zwischen der Anglo-Palästina Bank und der Deutschen Wirtschaftsbank sollte das jüdische Vermögen dazu verwendet werden, die in Palästina erforderlichen Dinge zu kaufen. Diese Vereinbarung wurde die Hauptstütze der offiziellen Auswanderung der Juden. Nazis und Zionisten arbeiteten zusammen, um sicherzustellen, dass die Juden einen Teil ihres Vermögens von Deutschland nach Palästina bringen.Im Jahre 1933 gründete die Anglo-Palästina Bank in Tel Aviv ein Unternehmen mit dem Namen „Trust and Transfer Office Ha’avara Ltd“.

Unter der Führung von vier jüdischen Bankern, aus Hamburg Max Warburg und M.M. Warburg und aus Berlin Siegmund Wassermann und A.E. Wassermann, wurde in Berlin ein Ableger dieses Unternehmens ins Leben gerufen. Die Aufgabe dieser ‘Palästina Treuhandstelle zur Beratung Deutscher Juden‘ in Berlin war es, die mit den deutschen Behörden bestehenden Probleme von auswanderungswilligen deutschen Juden zu lösen. Zwischen 1933 und 1939 verließen 50.000 Juden Deutschland mit Hilfe von Ha’avara und wanderten nach Palästina aus. In demselben Zeitraum wurden nahezu 63 Millionen Pfund Sterling nach Palästina überwiesen… Die zwischen 1933 und 1936 in Kraft getretene deutsche Politik dagegen unterstützte die Juden in Palästina gegen die Araber. [] Durch das Auswanderungsabkommen wurde sowohl die Auswanderung der Juden nach Palästina sichergestellt, als auch die Naziwirtschaft beruhigt, die sich wegen des Boykotts in einer Notlage befand. Mit dem Vermögen der auswandernden Juden wurden deutsche Industrieprodukte gekauft, diese wurden in Palästina verkauft und mit dem dadurch erwirtschafteten Gewinn das Geld, das die auswandernden Juden in Deutschland zurückließen, ersetzt. Einige Teile der zionistischen Vereinigung beließen es nicht dabei, den jüdischen Boykott zu brechen, sondern wurden zur gleichen Zeit im Nahen Osten und Nordeuropa zum größten Distributor für Nazigüter.

Das Trust and Transfer Office Ha’avara erhielt das Recht, die nach Palästina gebrachten deutschen Waren zu verkaufen. Mit dem Geld, das reiche deutsche Juden zur Verfügung gestellt hatten, würde es in großem Stil Nazigüter ankaufen. Auf diese Weise sicherte die WZO den Nazis im Nahen Osten das Zustandekommen von breiten Verkaufsmöglichkeiten. Das deutsche Büro, das die Devisenahngelegenheiten regelte, veröffentlichte am 7. Dezember 1937 folgendes: “Der auf Außenhandel basierende Transfer brachte von 1933 bis jetzt 70 Millionen Golden Mark Gewinn für Palästina.”Die Beziehungen zwischen den radikalen Zionisten und den Nazis, insbesondere das Auswanderungsabkommen Ha’avara, wurde in einigen Büchern lang und breit ausgeführt. Zum Beispiel erörtert Lenni Brenner in Zionism in the Age of Dictators (Zionismus im Zeitalter der Diktatoren) das Ha’avara Auswanderungsabkommen. Die Bücher des Israelis Moshe Shonfeld The Holocaust Victims Accuse: Documents and Testimony on Jewish Criminals (Die Opfer des Holocaust klagen an: Dokumente und Zeugnisse zu jüdischen Kriminellen) und des amerikanischen Historikers Francis R. Nicosia The Third Reich and the Palestine Question (Das Dritte Reich und die Palästinafrage) haben ebenfalls das Auswanderungsabkommen zwischen Nazis und radikalen Zionisten zum Thema.

Auch die geheimen Archive der Wilhelmstrasse bergen ein vom Hitlerreich und der jüdischen Agentur unterschriebenes Abkommen, das die Auswanderung der deutschen Juden nach Palästina erleichtern sollte. Dieses Dokument des deutschen Außenministeriums vom 22. Juni 1937 notiert folgendermaßen die Gründung eines Judenstaates mit Hilfe der treibenden Kraft der Nazis: Diese deutsche Maßnahme, die von den Bedingungen der Innenpolitik diktiert wurde, wird ohne Zweifel hilfreich sein, das Judentum in Palästina zu stärken und die Gründung eines jüdischen Staates in diesem Land zu unterstützen. []In dem gleichen Dokument wird betont, dass die jüdische Auswanderung von Hitler koordiniert wurde und dass sich der deutsche Diktator persönlich für dieses Thema interessierte. Dies sind Informationen, die heute viele Menschen verwundern mögen. Der Grund hierfür liegt in der sorgfältigen Verheimlichung dieser interessanten Allianz durch die offizielle Geschichtsschreibung. Die radikalen Zionisten und die Nazis bemühten sich, diese Allianz zu verheimlichen, und beiden Seiten gelang es, ihre Beziehungen vor den Augen der Weltöffentlichkeit zu verbergen. Doch konnte das Aufkommen von manchen Gerüchten nicht verhindert werden. In dem Buch des amerikanischen Autors Edward Tivnan, The Lobby: Jewish Poltical Power in US Foreign Policy (Die Lobby:

Die Politische Macht der Juden in der Außenpolitik der USA), in dem er den politischen Einfluss der jüdischen Lobby untersucht, merkt er an, dass Gerüchte, die Ende der 1930er Jahre unter amerikanischen Juden bezüglich der Allianz zwischen einem Teil der Zionisten und der Nazis umliefen, große Besorgnis erweckten. [] Das Auswanderungsabkommen wurde von 1933 bis zum Kriegsausbruch 1939 durchgeführt. In dieser Zeit wurden 60.000 deutsche Juden nach Palästina gebracht. Der Grund für das Ende des Abkommens 1939 war nicht etwa eine Meinungsverschiedenheit der Vertragsparteien, sondern die Tatsache, dass die deutschen Schiffe unter Kriegsbedingungen nicht mehr das unter englischem Mandat stehende Palästina anlaufen konnten. In einem Bericht des deutschen Innenministeriums, der im Dezember 1937 veröffentlicht wurde, werden die Ergebnisse des Ha’avara Abkommens folgendermaßen bewertet: Es gibt keinen Zweifel, dass das Ha’avara Abkommen großen Anteil an der Entwicklung Palästinas zwischen 1933 und heute hat. Dank des Abkommens wurden nach Palästina sowohl die größten Geldquellen wie auch die intelligenten und intellektuellen Menschen geleitet. Die Maschinen und Industrieprodukte, die für die Entwicklung des Landes notwendig sind, wurden wiederum von Ha’avara gebracht. []Was die Vereinbarung unterbrach, war der Ausbruch des 2. Weltkrieges.

Andernfalls hätte sich die durch die Zusammenarbeit von Nazis und radikalen Zionisten in Gang gebrachte jüdische Auswanderung fortgesetzt und gesteigert. Denn in den Jahren 1938 und 1939 war die Zahl der auswandernden Juden gegenüber früher angestiegen und im Oktober 1939 wurde beschlossen, 10.000 deutsche Juden nach Palästina zu schicken. Doch mit Kriegsausbruch im September 1939 wurde dies unmöglich. Dennoch wurde das Ha’avara Abkommen bis 1941 mit Unterbrechungen durchgeführt. Die deutschen Juden wurden als Folge der Zusammenarbeit zwischen Nazis und den radikalen Zionisten zu Palästina transferiert und dies bildet 15 % der gesamten jüdischen Bevölkerung von Palästina zu dieser Zeit. Doch auch die wirtschaftlichen Ergebnisse von Ha’avara waren bedeutend. Der Historiker Edwin Black schreibt in seinem Buch The Transfer Agreement (Das Transferabkommen), dass das Abkommen in Palästina zu einer “wirtschaftlichen Explosion führte und einen großen Beitrag zur Gründung des israelischen Staates leistete”.

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>> Fortsetzung <<

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[]_Conor Cruise O’Brien, Die Geschichte des Zionismus Münich, 1991, p. 130

[]_Gizli Arsivleri (Wilhelmstrasse’s Archives), vol. II, Paris, 1954, p. 3

[]_Edward Tivnan,Jewish Political Power Foreign Policy, New York, 1987, p. 22

[]_Edwin Black, The Transfer Agreement, London, 1984, p. 382. Ibid

  1. zdago
    21. Februar 2009 um 16:39 | #1

    @Max Warburg und M.M. Warburg
    Max Warburg war in WKI der Berater des Kaisers, während sein Bruder Paul in USA mit der privaten Zentralbank den Grundstein für die Bankenkrise 2008 legte und als Berater von Präsident Wilson das seine zum Kriegsverlauf beitrug.
    Aber wer ist M.M Warburg? Der Warburg-Gründer Marcus Moses lebte hundert Jahre früher.

    Für die Hintergründe ist auch die Balfour-Deklaration ein interessanter Aspekt, die zum gleichen Thema (Reise nach Palästina) schon 1917 mit den Briten abgeschlossen wurde (als Palästina noch zum osmanischen Reich gehörte – alsofremdes land gekauft wurde) und dessen Umsetzung hier betrieben wurde.
    mfg zdago

  2. Jan
    20. Februar 2009 um 11:21 | #2

    Lieber Andreas

    eigentlich wundert mich garnichts mehr.
    Aber ich bin immer wieder überrascht über Deine vielen Schätze an informationen. Dafür kann ich einfach nur DANKE sagen. Ich dachte, meine Augen sind jetzt weit geöffntet, aber Deine Beiträge öffnen sie immer mehr und mehr.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende

    Jan

  1. 21. Februar 2009 um 03:02 | #1
  2. 5. März 2009 um 00:40 | #2
  3. 23. März 2009 um 08:56 | #3
  4. 27. März 2009 um 19:41 | #4
  5. 2. März 2011 um 03:30 | #5

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