Vιren$ouveränιtät

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Bei der Suche nach brauchbaren Hintergrundinformationen zur so genannten „Schweinegrippe“, braucht man vor allem Ausdauer. Wer sich unter der Flut panischer Berichterstattung nicht schon im Vorfeld infiziert fühlt, hat zumindest die Aussicht, innerhalb des Chaos auf eine Sachliche Publikation zu treffen. Mit einem US-Patent habe ich allerdings nicht gerechnet. Wahnsinn hat viele Gesichter.

Ein weiteres Mal trägt dieser Wahnsinn eine ganz besondere Note – der unverkennbare Stallgeruch, eine Mischung aus Pharmazie und Kapitalismus.

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Die indonesische Gesundheitsministerin Dr. Siti Fadilah Supari hat im Jahr 2007 ein wichtiges Buch veröffentlicht. In ihrem Buch beschreibt sie den Kampf gegen die WHO und neokolonialistische Bestrebungen, ihrem Land, aber auch allen anderen Entwicklungsländern ihre Souveränität und ihre Rechte und Würde abzusprechen. Sie prangert an, dass die reichen Industrieländer die Entwicklungsländer ungleich behandeln, und fordert Transparenz bei der Abgabe und Weiterverarbeitung der Viren.

Einige Details aus dem Aufsatz:

«In Hoffnung auf eine gesündere und gerechtere Welt haben alle Länder einer Vereinbarung zugestimmt, dass es keine Ausbeutung einer Nation durch eine andere geben darf (exploitation de l’homme par l’homme), wenn es um die Weltgesundheit geht. Es darf kein System mehr geben, das den armen Ländern, die von der Pandemie betroffen sind, das Recht auf ihre Viren streitig macht, mit der anschliessenden Möglichkeit, Kapital zu schöpfen durch wohl überlegte Kommerzialisierung der Impfstoffe, die aus den Viren gewonnen wurden, einschliess­lich den Viren aus den armen Ländern und den Entwicklungsländern.» (S. xii)

Sie schreibt weiter: «Die Welt weiss, dass das nichts mit gewinnen oder verlieren auf diplomatischer Ebene zu tun hat. Der Kampf gegen die Vogelgrippe ist der Kampf, echte Menschlichkeit zu erhalten. Der Einsatz in diesem Kampf ist der, dass wir bei der Pandemie unser Leben verlieren können, aber durch die Habgier und das Missmanagement des Weltgesundheitssystems ist die Auslöschung der menschlichen Rasse gewiss.» (S. xxi)

Ein wichtiges Kapitel in ihrem Buch beschäftigt sich mit dem geheimen Labor von Los Alamos. Bei ihren Nachforschungen über den Verbleib der DNA-Sequenzen des H5N1-Virus erfuhr sie, dass das Genmaterial über die WHO und die WHO-CCs direkt an das Los Alamos National Laboratory in New Mexico geliefert wurde. Dort gab es nur wenige Forscher, die mit den DNA-Sequenzen forschen durften.

Am 28. März 2007 organisierte Dr. Supari zwei High-Level-Meetings (HLM) mit ähnlich gesinnten Ländern. In der Eröffnungsrede stellt sie ihre Forderungen.

Am Vortag hatte sie bei einem High-Level-Technical-Meeting (HLTM), das sie einberufen hatte, bereits einen Konsens darüber erreicht, dass es ein neues Verfahren für den Virenaustausch braucht: «Wir können nicht weitermachen, ohne die Hoffnung zu äussern, dass – so wie es mit der WHO vereinbart wurde – ein jegliches Programm zur Weitergabe von Viren in verantwortlicher Weise ausschliesslich dazu genutzt wird, Risiken abschätzen zu können und nicht nur für die kommerzielle Produktion von Impfstoffen verwendet werden darf, ohne dass man weiss, aus welchem Land die Proben stammen. Ich muss diesen Standpunkt einnehmen, weil es wichtig ist zu betonen, dass die Entwicklungsländer einen gleichwertigen Zugang zum H5N1-Grippe-Impfstoff zugesichert bekommen. Bis heute sind 10% in Eu­ropa und Nordamerika konzentriert, und dieser Teil der Welt hat 90% der Produktionskapazitäten für den Grippeimpfstoff. Das bedeutet, dass im Falle einer Krise die Mehrheit der Entwicklungsländer keinen Zugang zu Impfstoffen während und möglicherweise auch nach der ersten Welle der Pandemie hätte. Wir müssen daher unsere Bemühungen verstärken, effektive Methoden für die Produktion und Verteilung von Impfstoffen für Pandemien zu suchen und dabei die technischen, wirtschaftlichen und humanitären Anliegen in der Weise mit einzubeziehen, so dass wir weltweit wirksam darauf vorbereitet sind.» (S. 180)

AUTOR: Eva-Maria FÖLLMER MÜLLER & Stefan KELLER

Der gesamte Originalartikel vom 21.4.2009 in: tlaxcala.es

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Wenn „Souveränität“ die globale Gesundheit gefährdet

von Anke Püttmann – aus dem Englischen übersetzt

(http://www.project-syndicate.org/commentary/holbrooke4)

NEW YORK – Hier ist ein Begriff, von dem Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben: „Virensouveränität“. Diese gefährliche Idee wurde uns durch Indonesiens Gesundheitsminister Siti Fadilah Supari zuteil, der behauptet, dass tödliche Viren das souveräne Eigentum einzelner Nationen sind – obwohl sie Grenzen überqueren und für alle Völker der Welt eine pandemische Gefahr darstellen könnten. Die politischen Machthaber auf der ganzen Welt sollten dies zur Kenntnis nehmen – und drastische Schritte ergreifen.

Die große Mehrheit der Fälle von Vogelgrippe in den letzten vier Jahren, sowohl bei Menschen als auch bei Geflügel, ist in Indonesien aufgetreten. Laut Weltgesundheitsorganisation sind dort mindestens 53 Typen des H5N1-Vogelgrippevirus bei Hühnern und Menschen aufgetreten.

Dennoch hat Indonesien seit 2005 Proben von lediglich zwei der über 135 Menschen, von denen eine Infektion mit H5N1 bekannt ist (und von denen 110 gestorben sind), an die WHO weitergeleitet. Es kommt noch schlimmer, Indonesien setzt die WHO nicht mehr zeitnah in Kenntnis von Ausbrüchen der Vogelgrippe oder menschlichen Krankheitsfällen. Seit 2007 widersetzt sich die indonesische Regierung offen den internationalen Gesundheitsvorschriften sowie vielen anderen WHO-Verträgen, die Indonesien unterzeichnet hat.

Zudem droht die indonesische Regierung mit der Schließung der US-Forschungseinrichtung United States Naval Medical Research Unit Two (NAMRU-2), einem staatlichen medizinischen Labor, in dem Indonesier und Wissenschaftler des US-Militärs arbeiten. NAMRU-2 ist eine der besten Einrichtungen zur Krankheitsüberwachung, die den Gesundheitsbehörden weltweit wichtige, transparente Informationen liefert. Die indonesische Regierung hat NAMRU-2 alles Mögliche vorgeworfen: vom Profitieren von seinen „souveränen“ Viren bis zur Produktion der H5N1-Vogelgrippe im Rahmen eines angeblichen Plans zur biologischen Kriegsführung. Es gibt keine Beweise, um diese exotischen Behauptungen zu stützen.

Vor einem Jahr schienen Suparis Behauptungen über „Virensouveränität“ ungewöhnlich. Beunruhigenderweise hat sich diese Idee jedoch in eine globale Bewegung verwandelt, die von selbstzerstörerischen, antiwestlichen Gefühlen befeuert wird. Im Mai nahm der indische Gesundheitsminister Anbumani Ramadoss den Begriff in einer Auseinandersetzung mit Bangladesch auf, und die Bewegung der blockfreien Staaten – eine Organisation aus 112 Ländern, die den Kalten Krieg überdauert hat – einigte sich darauf, den Begriff bei ihrer Tagung im November offiziell zu bestätigen.

Indonesien argumentiert, das nationale Recht, alle Informationen über lokal entdeckte Viren zu kontrollieren, sollte durch dieselben Mechanismen geschützt werden, mit denen die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen armen Ländern Besitz- und Patentrechte für das Saatgut einheimischer Pflanzen garantiert. Unter dem Saatgutabkommen der FAO kann eine Nation Pflanzen registrieren lassen, ihr Saatgut mit anderen teilen und durch die daraus entstehenden Produkte Gewinne erzielen. Diese nützliche Politik bekämpft ausbeuterische Praktiken, durch die multinationale Unternehmen und wohlhabende Regierungen manchmal unerhörte Profite aus der einheimischen Landwirtschaft erzielen.

Es ist jedoch eine gefährliche Torheit, diese Politik auf Viren auszuweiten. Wenn das Konzept der Virensouveränität vor 25 Jahren auf HIV angewendet worden wäre, hätten wir heute keine zentralen Depots mit tausenden von HIV-Arten; anhand dieser können Wissenschaftler Drogen und Impfungen gegen alle unterschiedlichen Virenstämme testen, die AIDS verursachen. Es ist sogar noch absurder, das Konzept der Souveränität auf Viren auszuweiten, die wie die Grippe durch Zugvögel über internationale Grenzen getragen werden können.

Im heutigen Zeitalter der Globalisierung riskiert man, indem man Virenproben nicht frei verfügbar macht, dass ein neuer Grippevirenstamm entsteht, der unbemerkt bleibt, bis er so stark ist, dass er dieselbe Anzahl von Todesopfern fordern kann wie die Pandemie, die 1918 zig Millionen Menschen das Leben kostete. Durch das Auftreten des Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms (SARS) – das zuerst 2002 in China auftrat, von den chinesischen Behörden jedoch nicht gemeldet wurde, bis es sich auf vier andere Nationen ausgeweitet hat – hat die Welt gelernt, dass global verteilte Risiken absolute globale Transparenz erfordern.

Es gibt stichhaltige Beweise aus verschiedenen Quellen, dass einige Formen des in Indonesien grassierenden Vogelgrippevirus ansteckender sind als anderswo und dass sie sich in einigen Fällen direkt von einer Person auf die nächste übertragen haben. Die WHO hat seit zwei Jahren versucht, Indonesien entgegenzukommen, ohne Erfolg. Unter dem Druck von Wissenschaftlern weltweit erklärte sich Indonesien im Juni bereit, genetische Daten über einige seiner Virusproben weiterzugeben, jedoch nicht die eigentlichen Mikroben. Ohne Zugang zu den Viren ist es unmöglich, die Richtigkeit derartiger genetischer Informationen zu überprüfen oder Impfstoffe gegen die tödlichen Mikroben zu entwickeln.

Empörenderweise hat Supari der WHO vorgeworfen, sie gäbe sämtliche Viren – nicht nur H5N1 – an Pharmaunternehmen weiter, die ihrerseits Produkte herstellten, die dazu entwickelt würden, Menschen krank zu machen, um „ihr profitables Geschäft mit dem Verkauf neuer Impfstoffe zu verlängern“ (ein Vorwurf der auf seltsame Weise an die Handlung aus John le Carrés Roman Der ewige Gärtner erinnert). Die WHO hat den größten Pharmaunternehmen der Welt das Versprechen entlockt, die internationalen Depots genetischer Daten nicht zu ihrem kommerziellen Vorteil auszunutzen, doch genügt dies Indonesien nicht.

Der Behauptung Indonesiens, NAMRU-2 sei eine Einrichtung für biologische Waffen, muss vehement widersprochen werden. Der US-Botschafter in Indonesien, Cameron Hume, versucht derzeit aktiv, eine Katastrophe zu verhindern. Bislang gab es unzureichende Unterstützung von höheren US-Behörden. Sie müssen eingreifen. Und China muss seinen beachtlichen Einfluss auf Indonesien in dieser Frage ins Spiel bringen – in seinem eigenen Interesse.

Potenziell pandemische Virenstämme nicht an die Weltgesundheitsbehörden weiterzugeben ist moralisch sträflich. Wenn wir zulassen, dass Indonesien und andere Länder diese Frage in eine weitere Auseinandersetzung zwischen Arm und Reich, Islam und Westen verwandelt, wäre das tragisch – und könnte überall und jederzeit zu einer verheerenden Gesundheitskrise führen.

Richard Holbrooke, ehemaliger US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, ist Vorsitzender der Global Business Coalition für HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria. Er schreibt eine monatliche Kolumne für die Washington Post. Laurie Garrett ist leitende Wissenschaftlerin für globale Gesundheit im Council on Foreign Relations (Rat für auswärtige Beziehungen).

Copyright: Project Syndicate, 2008.

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»KREUZREAKTIVE IMMUNISIERUNG GEGEN INFLUENZA«

Auszug aus dem Patent

Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.03.1997

Influenza Viren

Influenza A Viren, A/PR/8 (H1N1), A/BZ (H1N1), A/JAP (H2N2) und A/PC (H3N2) oder B/HK wurden in 10 Tage alten befruchteten Hühnereiern gezüchtet. Infizierte Allantoidflüssigkeit wurde 2 Tage nach der Infektion geerntet, aliquotiert und bei -80ºC aufbewahrt (Kuwano, K. et al., J. Immunol. 140:1264-1268 (1988)).

Vaccinia-Viren

Vier CTL-Klone wurden etabliert, die von A/PR/8 Virus-immunen Milzzellen von BALB/c Mäusen (H-2d), die mit A/PR/8 Virus (H1N1) stimuliert wurden, abstammten. Zwei der CTL-Klone zeigten eine H1 Subtyp spezifische Lyse der Virus-infizierten Zielzellen. Diese CTL-Klone waren spezifisch für PB2 Protein, wie mit Hilfe von Zielzellen bestimmt wurde, die mit einem rekombinanten Vaccinia-Virus, das das Gen für PB2 von dem A/PR/8 Virus enthält, infiziert wurden. Klon 1E8, der für beide H1 Subtyp spezifische Klone repräsentativ ist, ist als negative Kontrolle in Tabelle 2 angeführt. Klon A-11, der für die anderen beiden CTL-Klone repräsentativ ist, zeigte eine kreuzreaktive Lyse der mit A/PR/8 (H1N1), A/BZ (H1N1), A/JAP (H2N2) oder A/PC (H3N2) Viren infizierten Zielzellen, versagte aber bei der Lyse von B/HK infizierten Zielzellen (Tabelle 1). Der 13-7 CTL-Klon (Kuwano, K. et al., J. Immunol. 140:1264-1268 (1988)) wurde als Kontrolle verwendet. 13-7 war mit einem Fusionsprotein, das einen Teil der HA2 Untereinheit des A/PR/8 Virus enthält, stimuliert worden und zeigte eine H1H2 Subtyp kreuzreaktive Lyse der Zielzellen, die mit A/PR/8 (H1), A/BZ (H1) oder A/JAP (H2) Viren infiziert worden waren. Die pHänotypen der Zelloberflächen-Antigene sowohl der A-11 als auch der 13-7 Klone waren Thy1+, Lyt-2+ und L3T4. Tabelle 1 Virusspezifität von Klon A-11, der mit A/PR/8 Virus stimuliert wurde

http://www.patent-de.com/19970313/DE69123252T2.html

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Beamten ermitteln, wie Impfstoffe in Europa von Vogelgrippe kontaminiert wurden

AUTOR: Helen BRANSWELL

Übersetzt von Susanne Schuster, überprüft von Fausto Giudice

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Grafik :

kindernothilfe.de

Quellen/Verweise

http://hiv-web.lanl.gov.

project-syndicate.org/commentary/holbrooke4

project-syndicate.org/print_commentary/holbrooke4/German

patent-de.com/19970313/DE69123252T2.html

Korber B, Kuiken C, Foley B, Hahn B, McCutchan F, Mellors JW und Sodroski J, Human retroviruses and AIDS 1988, Los Alamos National Laboratory, Los Alamos, New Mexico, USA, 1999; regelmäßige Aktualisierung unter

  1. bl
    30. April 2009 um 12:35

    A propos Pestarten….

    Avian Influenza H5N1

  2. Thomas
    29. April 2009 um 12:13

    Nein, es müßte heißen;
    „Patente müssen tödlich sein“, da sie der Umsetzung der Pläne der NWO dienlich sind.
    Oder glaubt wirklich noch einer, dass die NWO an der Gesundheit der Weltbevölkerung interssiert ist ???
    Seuchen werden mit Absicht gezüchtet, aber nur Mitglieder und Gönner der NWO bekommen das Gegenmittel, um zu überleben.
    Das ist die Zukunft!

  1. 1. Mai 2009 um 21:15
  2. 29. April 2009 um 04:28

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