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• Wenn Deutschland hungert soll es auch wissen warum •

Warum wir keinen Friedensvertrag haben…

Die Bundesregierung hat am 6. 3. 1951 eine Erklärung abgegeben, die die eigentliche Grundlage für die Londoner Verhandlungen war. Hierin heißt es unter anderem: die Bundesrepublik erkennt an, für die Auslandsschulden des Deutschen Reiches zu haften, und zwar nicht für einen Teil der Auslandsschulden, sondern schlechthin.

Die Überlegung für diese Haftungsübernahme ist folgende gewesen:

Die Bundesregierung hat – und diesmal mit voller Zustimmung der Opposition – den Standpunkt vertreten und vertritt ihn noch, daß die Bundesrepublik mit dem Deutschen Reich identisch ist. Wäre die Bundesrepublik mit dem Deutschen Reich nicht identisch, dann könnten wir auch nicht von unserem Saargebiet sprechen, denn es ist kein Zweifel, daß das Saargebiet niemals zur Bundesrepublik gehört hat, wohl aber zum Deutschen Reich. Wir müssen uns die Frage vorlegen: wer ist denn zuständig und haftet außerhalb der Bundesrepublik für die Reichsschulden? Etwa die volksdemokratischen Vertreter der Ostzone oder die Regierung der volksdemokratischen Republik? Sie sehen schon aus dieser Frage, daß eine andere Erklärung als die der Identität der Bundesrepublik mit dem Deutschen Reich uns auf einen Irrweg geführt hätte. Es heißt nun in jener Erklärung weiter, daß bei der Regelung der zu übernehmenden Schulden auf drei Faktoren Rücksicht genommen werden solle:

1. auf die finanzielle Lage der Bundesrepublik,

2. auf die Reduktion der wirtschaftlichen Potenz der Bundesrepublik und

3. auf die Auswirkungen der Beschränkung der territorialen Zuständigkeit der Bundesrepublik.

Was die Wiedervereinigung selbst bedeutet, hat man nicht zu definieren versucht, denn das hat auch der Deutschland-Vertrag nicht getan, und warum weitsichtiger zu sein versuchen, als es Deutschland und die Alliierten bei der Konzeption des Deutschland-Vertrages gewesen sind? Die Presse der Ostzone hat sich darüber mit Wohlgefallen geäußert, daß wir auch noch den Schuldenanteil des Ostens übernommen haben. Wenn man sich darüber freut, daß jemand anderes die Schulden zahlt – so denkt nämlich die Ostzone, wir dagegen fühlen uns identisch mit unserem Osten –, dann scheint mir dort doch der Gedanke vorzuherrschen, daß man nicht an eine Wiedervereinigung glaubt oder sie wünscht. Da ebensosehr daran geglaubt wurde und dies auch gewünscht gewesen ist, war es von Wichtigkeit sich gleich mit dem Schuldenmaß zu befassen, Regelungen vorab zu treffen, die notwendig sind, wenn der Tag der Wiedervereinigung kommt.

(update-17.Sept08)

Wenn man die Umstände der heutigen Zeit besser verstehen möchte,

kommt man nicht um das „Londoner Abkommen“ herum

Das Londoner Abkommen (Word.doc)

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Schattenquoten „Historische Wertpapiere“

Die Bundesschuldenverwaltung (2002 Bundeswertpapierverwaltung, 2006 aufgegangen in der „Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH“) wurde durch eine Verordnung 1949 eingeführt. Die Bundesbehörde mit Sitz in Bad Homburg war in den Nachkriegsjahren insbesondere mit der Umstellung der Schulden infolge der Währungsreform und des Londoner Schuldenabkommens 1953 befasst. Später kamen weitere Aufgaben hinzu. Im Londoner Schuldenabkommen wurden 1953, nach zweijährigen Verhandlungen, die auf deutscher Seite von Hermann J. Abs federführend geführt wurden, die deutschen Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Staaten geregelt. Die Auslandsschulden, die sich etwa aus den Dawes-, den Youngund den Kreuger-Anleihen, aber auch aus den Schuldverschreibungen der Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden und den Schuldverschreibungen des Staates Preußen ableiteten, sollten mit großzügiger Fristverlängerung getilgt werden, was auch geschah. Lediglich die Entschädigung der Zinsrückstände von 1945-1952 wurde im Schuldenabkommen[Wiki] vorläufig, bis zur Wiedervereinigung, zurückgestellt. Der Anspruch auf diesen Teil der Zinsrückstände wurde den Gläubigern von der BRD in Form einer Schattenquote verbrieft. Die entsprechenden Urkunden dieser Ansprüche sind die Bezugsscheine

(Abbildungen Quelle: Firma Dr. Busso Peus Nachfolger, Frankfurt/Main).

Quellen:

PDF

http://www.nonvaleurs.de/pdf/Microsoft_Word__schattbarovabbopen.pdf

WORD

http://www.mnemeion.studien-von-zeitfragen.net/Abs_London/abs_london.html

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