Systeme



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Jedes Funktionssystem operiert über einen binären Code, der es dem System ermöglicht, zwischen Fremd- und Selbstreferenz zu unterscheiden. Hier wird für das System die Frage geklärt, auf welche Weise die Differenz von System und Umwelt produziert und laufend reproduziert wird. Der Code ist jeweils systemspezifisch, d.h., jedes geschlossene Funktionssystem operiert mit einem anderen Code, der entscheidet, was im System anschlussfähig ist und was nicht. Jedes System ist über seinen Code zu identifizieren.

Dieser erste Absatz ist bereits schwere und zum Teil auch unverdauliche Kost, doch der Nebel wird sich noch rechtzeitig verziehen.

Um verstehen zu können, worauf ich eigentlich hinaus möchte, bediene ich mich wie gewohnt an einigen Beispielen. Dieser Aufsatz begann mit den Worten: „Jedes Funktionssystem operiert über einen binären Code…“ Im Folgenden zähle ich einige Systeme auf, die jeweils anhand ihrer Codierung identifiziert werden können. Erziehung, Kunst, Politik, Recht, Religion, Wirtschaft und Wissenschaft, – dies sind

Funktionssysteme.

Nun geht es um den dazugehörigen binären Code:

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Aus diesen Funktionssystemen und ihren Codes heraus, wird die gereinigte Sicht der Systemtheorie auf ihren Gegenstand sichtbar. Im System der Politik geht es in erster Linie um Macht oder Ohnmacht, darum, ob man ein Amt Bekleidet oder nicht, ob man in der Regierung ist oder in der Opposition. Das ist die Unterscheidung, die eine Selbstbeschreibung des Systems überhaupt erst ermöglicht.

Deutlich wird hier, dass Werte wie soziales Handeln, ein Bemühen um eine gerechte Gesellschaftsordnung, um eine wie auch immer geartete Ausländerpolitik keine handlungsleitenden Werte für das politische System sind. Denn die Codierung geht nach Macht/Ohnmacht. Das Ziel ist die Macht und die von den Politikern oder Parteien vertretenen Anschauungen sind nur ein Mittel zum Zweck. Soziales oder ausländerfeindliches Engagement hat keinen moralischen Eigenwert, sondern ausschließlich Machtkalkül.

Ein deutliches Beispiel lieferte der Bundestagswahlkampf 2002, als sich Gerhard Schröder plötzlich als Weltbürger und Friedensfreund darstellte, der einen erneuten Irak-Krieg ablehnte. Nach einer ersten Bemerkung in diese Richtung im Sommer 2002 drehten sich plötzlich die demoskopischen Barometer und Schröder machte mit seinen Wahlkampfmanagern den plötzlichen Pazifismus zum Wahlkampfthema Nummer eins. Es ging dabei aber nur und ausschließlich um eine Strategie, um die Differenz Regierung/Opposition zu bearbeiten.

Um Krieg/Pazifismus ging es nicht, denn vergleichbaren militärischen Einsätzen wurden unter anderen Bedingungen stets zugestimmt. Ähnlich bei der Wirtschaft, die nur codierte Zahlungsvorgänge kennt und nicht etwa moralische, ethische oder ökologische Verpflichtungen. Wie schon der Volksmund weiß: Bei Geld hört die Freundschaft auf. Die Wirtschaft kann die Welt nur nach zahlen/nicht-zahlen sehen, und so besteht die Welt der Wirtschaft auch nur aus umgerechneten oder umzurechnenden Geldbeträgen, nicht aus Schönheit und auch nicht aus sozialer Verantwortung.

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Die Wirtschaft kann nur auf Wirtschaftsvorgänge Bezug nehmen, sie kann mit Zahlungshandlungen nur auf Zahlungshandlungen reagieren und nicht etwa mit künstlerischer Tätigkeit. So wie man im Supermarkt eben nur gegen Geld seine Waren erhält und nicht etwa dadurch, indem man ein Liedchen singt. Das Wirtschaftssystem versteht nur die Sprache des Geldes, die Politik nur den Macht- und die Wissenschaft nur den Wahrheitsdiskurs. Diese Selbstbezüglichkeit stellt die Zirkularität (Kybernetik) des Operierens eines Systems her und ist dafür verantwortlich, dass sich das System gegen alles, was nicht System ist, isoliert.

Die Operationen des Systems können nur auf anderen Operationen des Systems aufbauen. Der systemeigene Code der Wirtschaft (zahlen/nicht-zahlen) sorgt für die Geschlossenheit des Systems gegenüber seiner Umwelt, also alles, was nicht dem System der Wirtschaft entspricht, außer es besteht die Möglichkeit, aus irgendetwas eine Menge Geld zu machen. Wer einmal in Ruhe darüber nachdenkt, kommt zu einem Ergebnis, bei dem sich alle Widersprüche auflösen, die Verwirrung und das Unverständnis darüber, wie hirnverbrannt die Wirtschaft oft agiert und handelt.

Er wird ebenfalls feststellen, dass unzählige (Fehl-)Entscheidungen von Seiten der Politik, gar keine Fehlentscheidungen aus der Perspektive des Systems sind. Wirtschaft und alle anderen sozialen Systeme sollten aus diesem Grunde auch nur als Systeme betrachtet werden. So sieht die Wirtschaft den Regenwald nicht als lebensnotwendige, klimastabilisierende Ressource, sondern als wertvolles Tropenholz, das in den Kreislauf der Wirtschaft von Kaufen und Verkaufen integriert werden kann.

Ein Umweltkontakt kann also nur und ausschließlich Selbstkontakt sein, d.h., er kann nicht zu den Bedingungen der Umwelt, sondern nur zu den Bedingungen des eigenen Systems stattfinden. Die Umwelt ist für ein System alles, was nicht der Codierung des Systems entspricht. Ein Kontakt findet nur statt, wenn ein Selbstzweck, ein Nutzen für das System vorhanden ist. Ein System ist entweder geschlossen und operiert in beschriebener Weise, oder die Umwelt des Systems entspricht einer anderen Codierung. Es gibt kein Dazwischen! Die Codierung schafft eine grobe Orientierung für das System, mit dem es Zustände in der Umwelt in Systemzustände überführt.

Das System kann sich mithilfe seines Codes selbst auf anderes und dadurch auf sich selbst beziehen. Die Ordnung und Strukturierung dieses Beobachtungs- und Unterscheidungsprozesses übernehmen wiederum systemeigene Programme. Programme haben in Systemen den Stellenwert von so genannten Zuordnungskoeffizienten. Was jeweils für das System effizient ist, bestimmt die Ordnung des systemeigenen Codes. So ist das Gesetz das Programm des Rechtssystems, denn es kreiert eine Regel, die eine Zuordnung von Ereignissen zu den Werten Recht beziehungsweise Unrecht ermöglicht.

Viele meiner Leserinnen und Leser wissen: auch im Rechtssystem geht es nicht in erster Linie um Gerechtigkeit, also nicht darum, was als gerecht empfunden wird, sondern darum, was als rechtmäßig eingeschätzt, beziehungsweise als unrechtmäßig bestraft wird. Darüber entscheidet nicht das Rechtsempfinden, sondern die Fähigkeit des Anwalts, wie man am Fall O.J. Simpson sehen konnte, dessen millionenschwere Anwälte es schafften, einen Freispruch für den berühmten Footballspieler zu erwirken, obwohl die Beweislage (Vergewaltigung und Mord) erdrückend war.

Auch hier verbindet sich das System Recht mit der Privatwirtschaft, nämlich dem Budget der Anwälte, denn hier geht es um zahlen/nicht-zahlen, und Simpson zahlte. Wer genug Geld auf die hohe Kante gelegt hat, darf auch mal ordentlich über die Stränge schlagen. Die Programmierung ermöglicht es, Systemereignisse nach ihrer Struktur hin, zu dirigieren. So baut sich das Rechtssystem über Gesetzestexte auf, die Erziehung über Lehrpläne und die Wissenschaft über ihre Methodik. Hier wird auch deutlich, warum die Forderung, dass die Universitäten zu wirtschaftlichen Einrichtungen werden sollen, fehlschlagen muss.

Budgetfragen stehen nur auf dem Programm der Wirtschaft und nicht auf dem der Wissenschaft. Würde die Wissenschaft nun aber wirtschaftlich agieren, müsste sie ihre Programmierung auf Methodik zugunsten jener auf Budgets aufgeben, wodurch das System der Wissenschaft als solches zusammenbrechen muss.“ [1] Mit der Beschreibung von Systemen als zweckspezifisch ausgerichtet, steuert man automatisch auch deren Richtung: Wo ein Zweck unterstellt wird, muss ein Ziel vorhanden sein. Die Systemtheorie beobachtet, wie ein System die Differenz zur Umwelt herstellt und gleichzeitig erhält.

Die Systeme entwickeln eine Art Eigenleben. Alle Systeme haben eine Gemeinsamkeit: einen Selbsterhaltungsmechanismus, der tief im System verwurzelt ist. Diese Gemeinsamkeit kann jeder entdecken und ausfindig machen, egal um welches etablierte System es sich handelt. Doch zuerst müssen wir uns darüber Klarheit verschaffen, worauf sich ein System konzentriert. Systeme konzentrieren sich auf den jeweils erzeugten – im Gesamtsystem „Gesellschaft“ – ständig umverteilten Problemlösungsdruck.

Das System fragt nicht, welches Ziel will ein System erreichen, sondern:

Welches Problem erzeugt ein System, auf das es selbst Antwort und Lösung ist.

Welche Funktion übernimmt ein System, das kein anderes Teilsystem der Gesellschaft übernehmen kann?

Betrachten wir einen entscheidenden Systemzweig der Erziehung: die Schulpflicht. Sie ist ein Funktionssystem, dessen Hauptrolle darin besteht, die Erziehung unserer Kinder nach der Codierung besser/schlechter zu unterscheiden. Für das System selbst spielt es keine Rolle, was als besser oder schlechter zu gelten hat. Die Unterscheidung, was als besser oder schlechter bewertet wird, liegt in der Hand der Vordenker des Systems. Die Mittel der Vordenker sind Lehrpläne, nach denen dann die Schülerinnen und Schüler gemessen werden.

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In den Schulen sind Prüfungen bekanntlich in regelmäßigen Abständen vorgesehen. Prüfungen werden nicht benotet, sondern Prüfungen werden zensiert. Ein Synonym für den Begriff der Zensur ist Kontrolle. Eigentlich werden nicht die Schülerinnen und Schüler mit den Zensuren sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft oder ungenügend bewertet, sondern das Lehrpersonal. Warum tummeln sich denn die Lehrkräfte in den Parteien und Gremien? Doch nicht, weil sie ein Höchstmaß an Motivation mitbringen und ihren Beruf als Berufung verstehen. Was an den Schulen gelehrt wird, entscheidet der Lehrplan, welcher vom Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes vorgegeben wird. Man gibt weiter, wovon man selbst einmal überzeugt wurde.

Wer vom Lehrplan abweicht, wird sich als Lehrkraft nicht lange über Wasser halten können. Deshalb ist die Erziehung ein Funktionssystem mit der entsprechenden Codierung besser/schlechter. Erziehung hat das Ziel, ein Massenbewusstsein zu schaffen, dessen Zweck stets an dem gemessen wird, was das System vorgibt. Es gibt vor, woran sich die Gesellschaft zu orientieren hat, es gibt vor, was als tageslichttauglich und gesellschaftsfähig anzusehen und erwünscht ist. Anders ist es bei dem Begriff der Wirtschaft.

Um ein genaueres Verständnis des systemischen Wirtschaftsbegriffs zu bekommen, sollen einige Sachverhalte vorweg geschickt werden. Der Systemtheoretiker versteht unter dem System der Wirtschaft nicht die Gesamtheit der Unternehmen oder etwa wie der »Brockhaus«: „Die Wirtschaft ist objektiv gesehen Inbegriff aller Opfer, Bemühungen, Institutionen und Maßnahmen, die der Überwindung der Spannung zwischen Bedarf und Deckung dienen..[2] Der Systemtheoretiker interessiert sich keineswegs für die Rohstoffgewinnung noch die Lagerhallen oder die Beschäftigten, sondern einzig Geldhandlungen, denn die Codierung der Wirtschaft ist zahlen/nicht-zahlen. Immer wenn Geld involviert ist, ist Wirtschaft involviert.

Insofern wird auch jeder Mensch zum Teil des Wirtschaftssystems, wenn er Geld ins Spiel bringt. Allerdings geht es auch hier nicht um den Menschen, sondern um die Kommunikation des Geldes.Wichtig ist vor allem, dass Geldhandlungen unter dem Diktat des Wirtschaftssystems stehen, und man, wenn man mit Geld umgeht, wirtschaftlich (und eben nicht »menschlich«) handelt.“ [3] Ignoriert man diese Grundbedingung, folgt die wirtschaftliche Belehrung in Form des nächsten Kontoauszuges. Diese Belehrung im Kleinen entspricht die Staatsverschuldung im Großen, denn auch Politiker handeln, wenn sie Geld ausgeben, unter wirtschaftlichen Spielregeln.

Ein Beispiel für die Codierung der Wirtschaft möchte ich noch hinzufügen, vor allem, weil dieses Beispiel ein Beleg dafür ist, wie involviert und fortgeschritten die Entwicklung der Systeme bereits vor Jahrzehnten gewesen war. Das Verkaufsargument der Autofirmen in den neunziger Jahren war ja dementsprechend nicht die geringere Schadstoffbelastung der Luft durch die Einführung des Katalysators, sondern die mehrjährige Steuerbefreiung der Käufer. Das System der Wirtschaft kann aufgrund der Codierung seine Umwelt nicht anderes wahrnehmen, als die Funktion ihr erlaubt.

Es ist eine Unmöglichkeit, diese systembedingten Grundpfeiler in ihrer Eigenart zu verändern. Die Funktion der Wirtschaft geht – wenn man so will – über Leichen. So wie die Natur niemals ihre Eigenart für ein Funktionssystem aufgeben würde, auch und insbesondere schon alleine deswegen nicht, da die Natur keine Erfindung oder Idee des Menschen ist. Ein Funktionssystem habe ich zu Anfang bewusst nicht mit in die Thematik mit eingebracht, da es an Komplexität die anderen Systeme in den Schatten stellt. Dieses Funktionssystem ist – im Gegensatz zu den übrigen Systemen – mit allen anderen Systemen verwoben und allgegenwärtig.

Ein System kann einfach etwas aus dem machen, was sich ihm bietet, oder es kann nichts daraus machen und kollabiert. So ist das lebende System Mensch sozusagen über die fünf Sinne an seine Umwelt gekoppelt. An dieser Kopplung kann man auch nichts ändern. Der Mensch muss seine Welt mit den Bedingungen erzeugen, die ihm gegeben sind. Er kann nicht selbst bestimmen, welche Frequenzen er sieht und hört, – es herrschen festgeschriebene Konditionen. Auch die Massenmedien pflegen, wie andere Systeme auch, strukturelle Kopplungen zu ihrer Umwelt.

Eine Besonderheit, die für die Funktion der Massenmedien außerordentlich wichtig ist, liegt nun aber darin, dass das System der Massenmedien strukturelle Kopplungen zu allen gesellschaftlichen Funktionssystemen ausgebildet hat und erzeugt eine eigene Realität, die auch als Öffentlichkeit bezeichnet wird. Ich bevorzuge jedoch den Begriff Hintergrundrealität, denn die Struktur der Massenmedien leistet eine extreme Vorselektion. Da ist es nicht verwunderlich, wenn nur wenige Ereignisse als Themenkarriere im System der Massenmedien erzeugt werden.

Ein Ereignis wandelt sich sehr oft, wenn es der Öffentlichkeit zum Fraß vorgeworfen wird. Beschwerden über Falschdarstellungen ist da keine Seltenheit, sondern vielmehr die Regel. Die Vielzahl der Beschwerden, die vom Anruf beim Redakteur über die geforderte Richtigstellung bis hin zur Klage vor Gericht geht, weist auf die systemischen Eigenheiten der Massenmedien hin, die ein Ereignis eben nicht zu den Bedingungen des Politik-, Rechts-, Wirtschafts-, Erziehungs-, Kunst-, Wissenschafts-, und Religionssystems, sondern einzig zu den Bedingungen des Systems der Massenmedien darstellen.

Die Massenmedien der Gegenwart verkaufen dem Konsumenten alles, nur Gegenwärtigkeit haben die Massenmedien nicht im Angebot. Die Massenmedien haben die Funktion, den Zuschauer und Zuhörer entweder in die Zukunft, oder die Vergangenheit zu transportieren. Gefühle und Emotionen werden durch ein elektrisches Signal im menschlichen Gehirn erzeugt, wodurch unsere Wahrnehmung in eine Art Hypnose versetzt wird. Die Massenmedien verkaufen Dir, was immer Du sein möchtest.

Für jeden ist etwas dabei, die passende Maske, eine auf Maß gefertigte Fassade, hinter der man sich verstecken kann, ohne sich dessen bewusst zu sein. Es ist auch nicht meine Absicht, dem System an sich Vorsatz oder eine direkte Absicht zu unterstellen, denn darauf kommt es bei der Betrachtung des Systems der Massenmedien nicht an. Wie die zu Anfang beschriebenen Funktionssysteme, handelt es sich bei dem System der Massenmedien um eine Idee des Menschen, die zu einer Institution herangewachsen ist, die sich außerdem in ständiger Bewegung weiterentwickelt.

Womit haben wir es eigentlich zu tun, wenn von Systemen und ihren Funktionen gesprochen wird? Tatsächlich handelt es sich bei allen Funktionssystemen, die sich um eine so genannte „Gesellschaft“ herum gebildet haben, um Institutionen. Erkunden wir zuerst einmal den Zweck von Institutionen. Es ist durchaus Interessant, wenn man sich um diesen Zweck seine eigenen Gedanken macht, bevor man weiter im Text schmökert. Nun, kommen wir zu meinen Gedanken über den Sinn und Zweck von diesen Institutionen. Der wichtigste Zweck moderner Institutionen ist es, die Vorstellung der Menschen von der Wirklichkeit zu gestalten.

Auch über die Aufgabe von Institutionen bin ich zu einem Ergebnis gekommen: Aufgabe aller Institutionen ist es, den Menschen ihre Ideale aufzudrängen. Indem die Schule die Notwendigkeit lehrt, belehrt zu werden, bereitet sie auf die entfremdende Institutionalisierung des Lebens vor. Haben die Menschen diese Lektion einmal gelernt, so verlieren sie scheinbar jeden Anreiz, in Unabhängigkeit heranzuwachsen. Selbst die „öffentliche Meinung“ ist in Institutionen verankert.

Dieselben Einrichtungen, die den Einzelnen in die Neurose treiben, bewegen die Gesellschaft zur Errichtung von Institutionen. Das Gericht zum Beispiel ist eine überflüssige Institution, die nicht über Rechtsfragen, sondern nur über Machtfragen entscheidet. Und weil Verfassungsfragen keine Rechtsfragen, sondern Machtfragen sind, wird auch verständlich, warum man das System Recht dazu benützt, mit Recht gegen Recht zu verstoßen. Wahlen sind ebenfalls systemeigene Programme von politischen Institutionen, daher sind alle politischen Probleme, auch institutionelle Probleme.

Massenmedien

Betrachten wir diese, so wird deutlich, dass „die Massenmedien über die Realität reden, ohne über die Realität zu reden.[4] Je ungewöhnlicher das Ereignis, desto mehr Menschen wird es interessieren – genau deshalb wird gesendet. Je nachhaltiger die Konsequenzen eines möglichst ungewöhnlichen Ereignisses sind, desto größer ist das öffentliche Interesse – d.h. eine große Zahl von Menschen wird interessiert. Entlassungen, Diätenerhöhung, Steuererhöhung und Kriegsgefahr stehen hoch im Kurs der auswählenden Redaktionen. Je näher die Ereignisse sind, über die eine Nachricht informiert, desto nachhaltiger das Interesse.

Je weiter der Schauplatz, desto außergewöhnlicher müssen die Informationen sein. Dann heißt es nicht mehr Hund beißt Mann, sondern, wie es sich eine Hamburger Werbeagentur zum Slogan machte: Mann beißt Hund. Es wird bevorzugt über Ereignisse und Konstellationen berichtet, die starke Emotionen wie Angst („Angst“ lautete der Titel der Bildzeitung nach dem 11. September 2001), Wut, Mitleid, Zorn, zur Not auch Freude oder Ärger. Und bei allen Selektionen gilt: Bad news are good news. Starke Emotionen von Wut, Rache und Mitleid wurden über die Medien nach dem 11. September 2001 transportiert.

Nie war der „Terror“ so konkret und anschaulich – Terror-Live-Übertragung. Doch an dieser Stelle wäre auch zu berücksichtigen, ob wir es bei einem Ereignis mit Fiktion oder Nicht-Fiktion zu tun haben. Auch die Massenmedien sind mit binären Codes ausgestattet, so wie die restlichen sozialen Systeme. Diese Codierungen sind vielfältig und reichen von aktuell/nicht-aktuell, informativ/nicht-informativ, veröffentlicht/nicht-veröffentlicht bis zu Fiktion/Nicht-Fiktion. Interessanter ist jedoch die Programmierung der Massenmedien selbst.

Programmierung

Wie bereits erwähnt, muss die Wirtschaft, will sie Wirtschaft bleiben, unbedingt mit dem Code zahlen/nicht-zahlen operieren. Würde sie plötzlich mit schön/hässlich codieren, käme das einer Selbstauflösung gleich: An der Börse könnte man dann mit gut vorgetragenen Arien Aktien kaufen und den Supermarkteinkauf mit einem Gedicht begleichen. Auf der Programmebene hingegen halten sich Systeme flexibel. Diese Strukturen müssen, will das System irritierbar und damit lernfähig bleiben, änderbar sein. Was gestern richtig war, kann heute schon falsch sein. Je rascher ein System auf der Programmebene reagieren kann, desto stabiler wird es arbeiten.

So wird sich das Politiksystem seine Identität durch die Codierung Macht/Ohnmacht holen, die internen Angelegenheiten, die es erlauben, Strukturen auszubilden, werden aber beispielsweise in Partei-Programmen ausgebildet. Führt ein Partei- oder Wahlkampfprogramm nicht zum erwünschten Ziel der Macht, sondern auf deren Negativseite, nämlich in die Opposition, ist die Programmierungsebene gefragt: Ein neues wirkungsvolles Programm muss her, das ein größeres Wählerspektrum anspricht. Erfolg und Effizienz ist der Sinn von Programmen, nicht etwa Moral oder Ethik. Werte wie Moralität, Kampf gegen Armut, soziale Gerechtigkeit und dergleichen gewinnen in Parteiprogrammen nicht aus einer Passion heraus einen Stellenwert, sondern haben ausschließlich machtpolitisches Kalkül.

Das System der Massenmedien ist mit allen sozialen System verwoben, – so steckt das System der Massenmedien innerhalb des Gesellschaftssystems den Orientierungshorizont ab und legt fest, was an Orientierung zu erwarten ist. Für diesen Zustand zahlen die Menschen einen hohen Preis, zwar nicht in Form von wirtschaftlichen Mitteln, doch es wird gezahlt. Die Medien haben eine eigene Währung, diese Währung heißt Aufmerksamkeit. Der Mensch bezahlt mit seiner Aufmerksamkeit. Wir sind schon sehr lange an einem Punkt angelangt,  an dem es kein Zurück mehr gibt. Das Paradoxon, das der modernen Machtanalytik zugrunde liegt, lautet: Wenn man mit der bürgerlichen Gesellschaft das verbriefte Recht auf Gleichheit verbindet, dürfte es eigentlich keine praktizierte Macht mehr geben, da Macht ja immer ein Gleichheitsgefälle vorraussetzt beziehungsweise erzeugt.

Da aber Macht ausgeübt wird, stellt sich die Frage: Wie kann Macht ausgeübt werden, ohne dass das Prinzip der Gleichheit verletzt wird? Bei Foucault findet man inspirierende Antworten auf diese Frage, da Foucault mit einem völlig veränderten Machtbegriff arbeitete. Er nahm den Umbau der Gesellschaft in jene der Gleichheit als Ausgangspunkt, um festzustellen, dass sich mit diesem Umbau die Verhältnisse der Sichtbarkeit radikal änderten. Einst stand der Souverän im unerträglichen Licht und Glanz, während der Unterworfene im Dunkel der Masse verschwand. In der bürgerlichen Gesellschaft wird der Einzelne in das unerbittliche Licht der Diskurse und Technoligien der Verwaltung gestellt.

Das Objekt dieser Verwaltung wird durch den Akt der Verwaltung individualisiert. Individualität ist also nicht eine Errungenschaft, die sich das Subjekt der Geschichte zuschreiben kann, sondern eine Errungenschaft der verwaltenden Technologien. Die Umkehrung der Sichtbarkeit hat also auch im Bereich der Massenmedien einen bedeutenden Platz eingenommen. Die neuen Sichtverhältnisse der Macht fand Foucault im Panopticon, [5] das vom Gefängnisarchitekten Jeremy Bentham entworfen wurde. Von einem zentralen Wachturm aus werden die Gefangenen beobachtet. Während die Gefangenen in völlig transparenten Zellen ausharren, liegt der Wachturm selbst im Dunkel. Der Beobachtete kann seinen Beobachter nicht sehen und steht dabei im unerbittlichen Licht.

Aufgrund des Sichtbarkeitsgefälles vom Wärter zum Gefangenen macht es keinen Unterschied, ob im Turm wirklich jemand über die Einhaltung der Disziplin wacht oder nicht. Da dies zu jeder Zeit möglich wäre, verlegt der Gefangene die Überwachungsinstanz in sein eigenes Körperinneres und internalisiert die Regeln der Disziplin. Auf diese Weise arbeitet die Disziplinarmacht an ihrer eigenen Unsichtbarkeit. Das System der Massenmedien radikalisiert die Verhältnisse des Panopticons derart, dass hier von einem „postpanoptischen Dispositiv[6] gesprochen wird.

Es entsteht, wie nach Foucault jedes Dispositiv, als Reaktion auf einen Notstand. Der Notstand besteht darin, dass die Systeme der Gesellschaft als Gesamtsystem auseinander zu brechen drohen – und das tun sie auch.

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Quellen / Verweise

[1] McLuhan – Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft, 1994,  Oppladen

[2] Brockhaus 1990, Band 20, S. 114.

[3] Niklas Luhmann – Die Wirtschaft der Gesellschaft, 1998,  Frankfurt am Main

[4] Niklas Luhmann – Die Realität der Massenmedien  1977, S. 337

[5] [https://gedankenfrei.wordpress.com/2010/11/27/panopticon/]

[6] Michel Foucault – Dispositive der Macht, 1987 Berlin

  1. rewa
    9. Juli 2012 um 11:52

    Hallo Andreas Helten,
    habe Ihnen heute eine e-mail gesandt und bitte darum diese zu lesen und mir eventuell Bescheid zu geben. Danke für Ihre Mühe.
    Gruss rewa

  2. 24. Juni 2012 um 12:39

    Ich kann das Thema gerne mal ausführen. Aber gehe bitte nicht davon aus, ich würde dem, was da Behauptet und an Argumenten zusammengetragen wird, zustimme. Ich werde das natürlich begründen..

    Da bin ich aber mal gespannt :) Die argumentation in dern Videos musst Du aber unbedingt mit einschließen!

    • 24. Juni 2012 um 12:56

      Auf die Argumentation in dem Videos kommt es nur leider nicht an, denn dieser „Brief“ ist einfach nur lächerlich – tut mir sehr leid das sagen zu müssen. Wenn ich einen Brief an eine staatliche Institution schreibe, warum mache ich das nicht authentisch, indem ich diesen Brief scanne und das Einschreiben mit Rückschein ebenso als Fakt im Beitrag mit einzubinden? Zeit für ein Video zu drehen, die Räumlichkeiten usw. dafür zu organisiern… Solche Briefe habe ich schon unzählige Male gesichtet, die gab es schon vor fünf Jahren. So ist es auch mit der sogenannten „Selbstverwaltung“ in Deutschland. Den schönen Mustertexten uswe. Man kann eine Selbstverwaltung durchaus verkünden, aber diese bringt Dir keinen Nutzen, schon gar keinen Vorteil, wenn es sich um Angelegenheiten mit den Behörden geht, die immer noch für Dich zuständig sind und bleiben. Selbst verwalten tust Du dich bereits, wenn Du selbstständig bist, wenn Du Wohngeld beantragst, usw… Man verwaltet sich nicht mehr selbst, sobald jemand in Deinem Namen tätig wird.

      Andreas

      • 24. Juni 2012 um 20:34

        Andreas,

        ich weiß, das Du ein wenig eine sozialistische Ader hast (was ich nicht schlechtreden will), mit der sich der Kontext des besagten Schreiben natürlich erstmal nicht verträgt.

        Ich weiß nicht, wie arg du Du dich schon mit dem monetären System befasst hast. Es ist ein Kredit basiertes System, welches auf die Bonität der teilnehmenden Staaten (IWF) baut. Woher kommt die Bonität? Von Dir und mir… uns allen, bzw. durch die Verpfändung (Treugabe) des registrierten Kindesnamen. Eigentlich ein geniales System, welches – Zins sei dank – leider keine Überlebenschance hat. Denn wäre es richtig eingesetzt, dann gäbe es keine Klaffe zwischen Arm und Reich… dann gäbe es auch keinen Vorwandt zum Eingriff in den freien Markt. Menschen könnten tun was sie wollten (Stichwort: Pfeiffchen) solange sie keinen anderen Schaden. Wir bräuchten weder eine „Big Nanny“, noch wären jegliche Abgaben (auch bekannt als Diebstahl oder Wegelagerei) von Nöten.

        Aus meiner Sicht ist es nicht relevant, welche Ideologie sich hinter einem jeweiligen Staat verbirgt, denn jede einzelne (auch der Sozialismus) baut auf Gewalt! Lehnst Du Gewalt kategorisch ab? Dann musst du konsequenterweise auch die Staatlichkeit ablehnen (bzw. sie auf das begrenzen, für das sie eigentlich gedacht ist – zu unserem Wohle).

        „Man verwaltet sich nicht mehr selbst, sobald jemand in Deinem Namen tätig wird. “

        Sehr richtig! Nur was das alles so auf sich hat mit dem Namen ist eine andere Sache. Die rechtsphilosophische Frage der Gerichtsbarkeit ist relativ tiefgründig und nicht so einfach abgetan, wie Du es hinstellst. Die sog. Behörden können nur mit gerichtsbarkeit zuständig werden, welche jeder entziehen kann (wir sind alles Gotteskinder u. somit Könige – keiner steht über einem Anderen).

        Könntest Du mich mal per Email kontaktieren? Möchte gerne auf die Thematik näher eingehen und ein paar Sachen mit Dir teilen. Habe meine eigene Eidesstattliche Beurkundung verfasst, und damit auch schon erste Erfolge eingezogen.

        Zwischenzeitlich schau Dir bitte mal wenigstens Video 2+3 an.

        LG
        Tobias

  3. 23. Juni 2012 um 10:03

    Hi Andreas,

    ich habe im vergangenen Jahr bestimmt einmal im Monat hier vorbei geschaut nur um festzustellen, dass dieser Blog absolut tot war. Um so mehr freut es mich zu sehen, dass nach langer Zeit hier wieder ein bisschen Aktivität stattfindet.

    Eine Thematik, die ich mir nach wie vor wünschte, dur würdest sie mal aufgreifen ist folgende: http://kulturstudio.wordpress.com/2012/06/04/ich-bin-keine-person-ich-hab-eine/

    Schau Dir diese Videos mal aufmerksam an (vor allem das 2. u. 3.) und ließ dann die darunterstehende Eideststattliche Erklärung.

    LG
    Tobias

    • 24. Juni 2012 um 12:24

      Hallo Tobias,

      über Deine Treue und die Hoffnung, die Du jeden Monat hattest, wenn Du vorbeigeschaut hast, freut mich wirklich sehr. Ich habe einen Aufsatz auf einem anderen Blog geschrieben, als Gastautor. Der ist ganz frisch vom 22 Juni. Ich hatte eigentlich nicht vor, den woanders zu schreiben, aber irgendwie bin ich durch Zufall auf dem Blog gekommen und habe mich dort wohl gefühlt. Die Artikel und die Kommentatoren waren sehr freundlich und angenehm.

      Nun, falls Du etwas gerade frisches von mir lesen möchtest: Klick auf den Link und mit „continue“ bestätigen http://lix.in/-b61e93

      Ich werde mal den Link checken, den Du mir geschickt hast.

      Nachtrag:

      Eine Thematik, die ich mir nach wie vor wünschte, dur würdest sie mal aufgreifen ist folgende:

      Ich kann das Thema gerne mal ausführen. Aber gehe bitte nicht davon aus, ich würde allem, was da Behauptet und an Argumenten zusammengetragen wird, zustimmen. Besonders der Brief, mit dem er einfach mal so die Gesetzeskraft der Statuten für unwirksam erklärt, – sehr utopisch.

      Mit besten Grüßen | Andreas

  4. 20. Juni 2012 um 05:18

    Massenmedien … ein weitreichendes und bedeutsames Thema mit wichtigen Funktionen für die Realität:

    http://www.gold-dna.de/updatejan.html#j2012II

    Viele Grüße von einer verbitterten, männerhassenden, alten Frau ;-)

    • 20. Juni 2012 um 09:02

      Tach, die Dame :)

      Danke für den interessanten Link…

      Ein sehr gutes Buch ist von Matthias Eckholt „Medien der Macht – Macht der Medien“
      Es macht den Anschein, das sich diese Ausarbeitung „Die Realität der Massenmedien aus der Sicht der Systemtheorie“ fast ausschließlich an diesem Buch orientiert. – Was ich sehr gut verstehen kann, da es in meinem Regal steht. Es ist das einzige Buch zu diesem Thema, welches so tief in die Materie eindringt und zugleich klar verständlich geschrieben wurde.

      Sehr zu empfehlen.

      Grüße aus Grevenbroich | Andreas

  5. 15. Juni 2012 um 08:37

    Hallo Andreas,

    der Artikel hat mir sehr gefallen, zumal ich mich an der Systemtheorie schon ein paar Mal versuchte hatte und aufgrund der verschwurbelten Sätze der Theoretiker meist wieder aufgehört hatte.

    Ich habe den Artikel hier aufgegriffen: http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/02/25/wie-frei-bin-ich-eigentlich-als-deutscher

    Bringst Du noch Mal was zum Thema Psychopathen?

    Lieben Gruß Martin

    • 19. Juni 2012 um 16:16

      Hallo Martin…

      Solch ein tolles Feedback bekommt man selten…

      Vielen Dank dafür.

      Spätestens kommendes Wochenende ist der Aufsatz „Die Seelenfresser“ fertig..

      Der Titel ist zutreffender als man denkt…. Psychopathen sind Seelenfresser.

      LG Andreas

      • 19. Juni 2012 um 16:33

        Seelenfresser. Das hört sich mal spannend an und ich freue mich schon drauf. LG Martin

  6. AL
    22. Mai 2012 um 18:32

    bl :
    Schön, dass die “Systeme der Gesellschaft” auseinanderbrechen. Sie sind schließlich auch keinen Pfifferling wert…

    „Systeme“ werden nicht nur von Innen heraus „zerstört“ sondern auch von Außen, indem eine „Alternative“ gelebt wird. Die Verwendung des Begriffs der „Aufmerksamkeit“ im Artikel finde ich daher passend. Kritik an einem System KANN auch die notwendige Nahrung für deren weiterbestehen sein.

    Der „binäre Code“ also die Dualität, ist auch ein Gedankenkonstrukt, also ein „System“, dass viele Menschen prägt. Alternativen hierzu findet man z.B. im Zen-Buddhismus.

    • 19. Juni 2012 um 16:18

      Was ist nicht das Produkt von Gedanken ? Der “binäre Code” mag alles sein, doch eines ist er nicht : ein System …

  7. rewa
    7. April 2012 um 10:43

    Sehr interessant. @andreas: Wann geht es weiter mit neuen Artikel? Ich vermisse weitere Aufklärung. Oder ist der Blog endgültig eingestellt? Danke für das bisher geleistete.

    • 13. April 2012 um 12:52

      Hallo rewa !

      Vielen Dank für die Anerkennung meiner Arbeit.

      Leider komme ich erst jetzt dazu, Ihnen zu Antworten. Ich habe die Arbeit vor über einem Jahr eingestellt, jedoch nicht mit der Absicht, keine Aufsätze mehr zu schreiben. Kommentarartikel waren vielleicht im Jahr 2007 bei mir sehr beliebt, doch damals hatte ich nicht wirklich den Hauch von Ahnung, besonders was die Qualität, die Auswahl des Themas – verbunden mit dem entsprechenden Vokabular, um die interessantesten und wichtigsten Themen für den Laien verständlich zu schreiben, ohne die Verwendung von ausgelutschten Worthülsen und Fachbegriffen.

      Endgültig eingestellt ist dieser Blog noch nicht, vielleicht wird es jedoch bei einem Beitrag bleiben;
      mit anderen Worten: für einen Aufsatz ist er zu lang, für eine Studie verwende ich zu wenig Quellen. Aber genau das macht diese Arbeit für mich so wichtig, da diese Studie keine Quellen benötigen wird, weil sich alles durch logische Zusammenhänge und der Beobachtung des Ganzen selbst die einzige Quelle ist, die benötigt wird. Die Quelle liegt alleine in der Beobachtung der Dinge, ohne die Anwendung der Analyse, weil die Analyse stets verfälscht.

      Diese Arbeit ist das Resultat des vergangenen Jahres. Ich habe mich zwar schon vorher mit dem Thema beschäftigt, aber eher oberflächlich, bis ich durch Zufall auf einen Aha-Effekt in einer wissenschaftlichen Publikation gestoßen bin, die die gesamte Thematik so sehr vertiefte und dieses fehlende Puzzle die fehlende Verknüpfung zu den menschlichen Problemen in allen Bereichen des Lebens beinhaltete. Ich hatte das Glück, in dieser Publikation einen nicht mit Fachbegriffen überschwemmten Abgesang vorzufinden, sondern einen einfachen und interessanten Schreibstil, der dazu geeignet war, selbst das trockenste Thema feuchtfröhlich zu präsentieren. Leider findet man sehr sehr selten einen Autor mit mehreren Doc-Titeln, der fähig ist, in der gleichen Sprache zu sprechen, daqmit man ihn auch verstehen kann, ohne 50 Jahre auf dem Buckel und 100 Jahren Erfahrung haben zu müssen.

      Nun, bevor ich anfange viel zu schreiben und doch nichts zu sagen, so wie die Individuen an den Schaltstellen, an denen die nichts zu suchen haben…

      Der angekündigten Arbeit für nächste Woche habe ich aus gutem Grund kein Etikett für das Thema verpasst, lassen Sie sich einfach überraschen.

      Mit besten Grüßen | Andreas Helten

  8. Michael
    17. Juli 2011 um 11:07

    Sehr guter Artikel; vieleicht interessiert es Dich das mal zu lesen :

    http://www.wissensnavigator.com/interface4/management/endo-management/

    • 22. Juli 2011 um 20:54

      Hallo Michael !

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und den interessanten Link. In der Tat ein sehr interessantes Gegenstück zu der Thematik.

      Mit besten Grüßen | Andreas Helten

  9. Jan
    14. Mai 2011 um 12:14

    Hallo Andras,

    schön, wieder was von Dir zu lesen. Ein sehr interessanter Artikel und durch die Erklärungen auch verständlich. An einer Stelle mussste ich doch etwas lachen. An der Stelle mit der Bezahlung von Ware. Ich stellte mir vor, ich stehe an der Kasse und die Kassiererin rechnet die Summe zusammen. Als sie mir die nennt, fange ich an ihr ein Gedicht zu erzählen und erkläre ihr danach, das das Zahlungssystem sich geändert hat.
    Die reaktion müsste danch Bühnenreif sein.

    die herzlichsten Grüsse und ein schönes Wochenende wünscht

    Jan

  10. 14. April 2011 um 00:57

    Hallo Andreas,
    ein sehr schöner Artikel. Ich muss ihn aber erst mal setzen lassen und dann nochmal lesen. Meine Gedanken gehen in die gleiche Richtung. Schön, wieder was von Dir zu hören.

  11. moltaweto
    10. April 2011 um 03:09

    Hallo Andreas,

    etwas überrascht, aber selbstredend hoch erfreut, nach langer Zeit wieder einmal was Neues von Dir zu lesen, komme ich mit meinem Kommentar zwar etwas spät, aber deshalb hoffentlich nicht unwillkommen ;-)

    Sehr interessanter Artikel, der mich ein ganz klein wenig an meine Irrfahrt durch die Scheinwelt von Wahrheit(en) und Realität(en) erinnert … auch wenn meine Gedankengänge dabei selbstverständlich nicht so geordnet abliefen. Die Sache mit den von Menschen erdachten und deshalb in sich selbst fragwürdigen Systemen (mit allem programmatischen und strukturierenden Drum und Dran) und deren hoffnungslose Minderwertgigkeit gegenüber NATÜRLICHEN „Funktionssystemen“ habe ich aber trotzdem relativ frühzeitig geschnallt.

    Dass ich zumindest versuchte, meine individuelle Entwicklung den damit verknüpften Erkenntnissen anzugleichen (mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg), hat mir immerhin die eine oder andere Einsicht beschert, welche mir eine „relative geistige (ich schreibe bewusst nicht „intellektuelle“) Resitenz“ gegen die Wirkweisen der diversen Systeme verlieh … aber so ganz habe ich mich dem Strom, der durch die „Ur-Programmierer“ der künstlichen Systeme erzeugt wurde, leider logischerweise nie entziehen können – ist auf der materiellen Ebene nun mal „schwer umsetzbar“. Macht aber nichts, ich arbeite weiter daran.

    Würde gerne weiter darüber REDEN, aber nicht SCHREIBEN (habe da eine ziemliche Unlust entwickelt, die mich allmählich in Richtung „Totalausstieg“ treibt!) … falls es sich einrichten, also mit Deinem beruflichen und privaten Terminplan irgendwie vereinbaren lassen sollte, könnten wir bei Gelegenheit ja wieder mal direkter kommunizieren. Die Idee treibt mich schon eine Weile um, aber Du kennst ja mein Problem mit der „Beißhemmung“ in Sachen „selber anrufen“ und andererseits habe ich das alte Problem in Sachen Mailkontakt immer noch nicht lösen können.

    Falls Interesse bestehen und sich eine Gelegenheit ergeben sollte, würde ich mich freuen.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir und der Deinen erst einmal einen angenehmen und hoffentlich sonnigen Sonntag und verbleibe … wie immer …

    ein Freund.

  12. Will Farell
    3. April 2011 um 22:49

    Hallo Andreas, seit langem ein dafür schöner und lesenswerter Artikel. Seit kurzer Zeit interessiere ich mich brennend für das Thema „Alternative 3“. Auf dieses bin ich nur durch Zufall gestoßen. Dadurch würde „Vieles“ in ein ganz anderes Licht rücken. Wie ist deine Meinung dazu? Gäbe es dann auch die Möglichkeit, von dir einen Artikel dazu zu verfassen? Freundliche Grüße, Will Farrell (seit 2008 ein aufrichtiger Leser deines Blogs)

  13. bl
    3. April 2011 um 08:17

    Schön, dass die „Systeme der Gesellschaft“ auseinanderbrechen. Sie sind schließlich auch keinen Pfifferling wert…

    Sehr interessanter Artikel! Nur eine kleine Bemerkung zu:

    „So ist das lebende System Mensch sozusagen über die fünf Sinne an seine Umwelt gekoppelt. An dieser Kopplung kann man auch nichts ändern. Der Mensch muss seine Welt mit den Bedingungen erzeugen, die ihm gegeben sind. Er kann nicht selbst bestimmen, welche Frequenzen er sieht und hört, – es herrschen festgeschriebene Konditionen.“

    Ich denke schon, dass man „lernen“ kann, die Frequenzen zu bestimmen. Die Konditionen sind nur so lange festgeschrieben, so lange man sie für wahr nimmt. Ich würde sogar sagen, dass die Veränderung der Frequenz vieler Menschen die aktuellen Noch-Systeme jetzt zu Fall bringt.

    Der Irrweg seit Menschengedenken ist das „WIE“, wie Krishnamurti zurecht sagt. Das „Wie“ ist hauptsächlich auf die „Umwelt“ gerichtet und versucht, eben mit Methoden und Systemen diesem „Außen“ irgendwie Herr zu werden. Aber das ist mühsam und funktioniert nur bis zu einem gewissen Grad. Für jeden kleinen Gewinn an Boden gibt es enorm viele Nebenwirkungen, die meistens unangenehm sind…

    Eigentlich muss man nur wissen „WAS“ man will und sich in die adäquate Stimmung versetzen, welche der Frequenz des Gewünschten entspricht. Das setzt wie die notwendigen Ressourcen frei, Synchronizitäten tun sich auf und das „WIE“ wird sozusagen mühelos geliefert…

    Die Wege des Universums sind (ziemlich) unergründlich!

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