Die Tapferkeitsmedaille

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Was fällt Ihnen spontan zu den folgenden Wörtern ein…

Cheyenne, Cherokee, Massachuset, Miami, Tobacco

Ich vermute, die spontanen Gedanken könnten zum Beispiel folgende sein: Porsche Cheyenne, den Jeep Cherokee, den US-Staat Massachusetts, an den Miami-Beach und vermutlich an die Zigarette „danach“. Mal sehen ob es mir gelingt, Ihnen die Modellnamen der Autokonzerne, Sandstrand, Bundesstaat und Teerlunge aus einer völlig anderen Perspektive zu präsentieren.

Die Cheyenne lebten bis Ende des 17. Jahrhunderts zunächst im heutigen US-Bundesstaat Minnesota als sesshafte Ackerbauer und Viehzüchter. Das Wort „Cheyenne“ kommt aus der Sprache der Sioux und heißt soviel wie „Volk einer anderen Sprache“ (Shahi yena).

Die Cherokee und ihre benachbarten Stämme kamen schon im 18. Jahrhundert unter weiße „Einflüsse“. Große Teile der Cherokee wurden im 19. Jahrhundert nach Westen umgesiedelt. Die Cherokee gehörten neben den Chickasaws, Choctaws, Creeks und Seminolen zu den so genannten „Fünf Zivilisierten Nationen“, weil sie im Gegensatz zu den vielen anderen Indianervölkern Nordamerikas über ein Regierungs- und Verwaltungssystem verfügten, das man mit westlichem Standart vergleichen konnte.

Die Massachuset waren ein Algonkin-Stamm und im gleichnamigen USA-Staat beheimatet. Ihre Nachbarn waren die Wampanoag mit denen sie freundschaftliche Beziehungen hatten. Eine Epidemie dezimierte den Stamm von 15000 auf nur noch 1000 Mitglieder. Ein Unterstamm (die Nashua) bildete sich aus dem Stamm der Massachuset heraus. Dieser Stamm nahm am König Philip-Krieg gegen die Engländer teil. Nach dem Krieg wurden die überlebenden des Stammes vollständig gefangen genommen und als Sklaven auf die Bermudas verkauft.

Die Miami (Maumee, Twigthwee) waren ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den Bundesstaaten Illinois und Wisconsin beheimatet war. Der Name stammt ursprünglich aus dem Chippeway-Wort „omaumeg“ und bedeutet „Leute, die auf der Halbinsel leben“. Im Jahre 1658 entstand der erste Kontakt zwischen den Miami und dem „weißen Mann“. Sie verließen ihre Heimat und zogen ins Quellgebiet an den Fox River. Aus dieser erhofften Heimat vertrieb man sie jedoch wieder, sie flüchteten in die Gebiete Wabash und Maumee. Unter ihrem Häuptling besiegten sie im Jahre 1770 General Josiah Harmer und 1791 General Arthur St. Clair, sie verteidigten ihre Kultur und ihr Land das man ihnen rauben wollte. Gegen General Wayne ließen ihre Kräfte dann allmählich nach und wurden im Jahre 1974 (Fallen Timbers) in die Knie gezwungen. Nach dem Krieg übergaben die Miami das gesamte Gebiet südlich und östlich des Ohio der US-Regierung. Die Miami wurden im Jahre 1838 nach Kansas zwangsumgesiedelt, jener Ort an den bereits andere Stämme deportiert waren. Schließlich wurden die Miami im Jahre 1867 nach Oklahoma ins so genannte Indianerterritorium gebracht. Im Jahre 1985 waren nur noch 393 Miami in Oklahoma registriert.

Die Tabacco sind ein Volksstamm der mächtigen Irokesen-Sprachfamilie, genauso mächtig wie die Irokesen-Liga insgesamt. Sie galten als Feinde dieser Liga, weil sie ihr nicht beitraten. Nachdem die Irokesen-Liga die Huronen (verbündete der Tabacco) besiegten, fielen sie etwa neun Monate später über die friedlichen Tabacco her und löschten das Volk im Dezember 1649 aus. Sehr wenige Überlebende schlossen sich den Huronen und Eries an und bildeten den Stamm der Wyandots. Dieser Stamm bildete sich aus Überlebenden vieler einzelner Stämme zusammen und kam unter den Schutz der Ottawa, den Algonkin-Bund. Die Chippewa, Delawaren, Illinois, Kickapoo, Miami, Ottawa, Potawatomi, Shawnee und viele Andere mehr – alles Stämme der Algonkin-Sprachfamilie. Sie leisteten vergeblichen Widerstand gegen das Vorrücken der Engländer. In den Jahren 1754 bis 1763 war das letzte Aufbäumen der Indianerstämme (und ihrer verbündeten) gegen die Engländer.

In den Elendsvierteln amerikanischer Großstädte entstand im Jahre 1968 eine indianische Organisation: „American Indian Movement“. Ein Jahr darauf besetzten Stadtindianer und viele indianische Studenten die Gefängnisinsel Alcatraz. Die Behörden beschlossen nämlich, das Zuchthaus aufzulösen und die Insel ihrem Schicksal zu überlassen. Da erinnerten sich die Indianer an einen geschlossenen Vertrag aus dem Jahre 1868 zwischen dem Stamm der Sioux und der Bundesregierung. Dieser sah vor, ungenutztes Land den Ureinwohnern zurückzugeben. Und somit besiedelten die Indianer Alcatraz von neuem. Die Überlebenden des längsten und blutigsten Völkermordes wollten die Insel für alle Indianer zu einem kulturellen Zentrum umgestalten. Sie eröffneten vorbildlich zuerst einen Kindergarten und eine Schule – übrigens die erste rein indianische Schule Amerikas. Auch eine Radiostation, in deren Sendungen die Idee von der »Wiedergeburt des indianischen Amerika« bundesweit bekannt gegeben wurden, entstand auf Alcatraz. Es dauerte nicht einmal zwei Jahre, da wurden sie von der Felseninsel wieder vertrieben.

Unliebsame Tatsachen sind allerdings für eine Handvoll Personen hinter den Kulissen des global-medialen Spektakels, mehr als ein guter Grund, sie der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Mit anderen Worten: die grausamsten Verbrechen der Befreierdemokratien der „westlichen Wertegemeinschaft“, reagieren auf eine Konfrontation mit ihren ethnischen Säuberungen – im Namen der Freiheit – sehr labil, denn die Liste der Verbrechen ließe sich nahezu ins unendliche fortsetzen. Wie das eben üblich ist, wenn mit dem historischen Gewissen kein reiner Tisch zu machen ist, so liegt es fast ausnahmslos daran, das Geschehene auszusitzen und zu verdrängen. Übrigens, auch in „unserem“ Lande ist es die Meisterdisziplin zahlreicher Sympathieträger aus Politik und Wirtschaft. Ich brauche da keine Namen zu nennen, wir kennen die Quislinge und Luftlochlecker der Befehlsempfangsstuben Groß-Berlins. Wenn USrael pfeift, dann wird nicht gesprungen, zuerst fragt man höflich, wie hoch und wohin gesprungen wird. Momentan springt Deutschland den Afghanen zu Hilfe um dort Schulen für die Kinder zu bauen. Einverstanden, mit den Schulen habe ich etwas übertrieben, erst sind die Kindergärten dran. Wie im Kino, ganz nach indianischem Vorbild.

Kino. Ja, davon haben die Kameraden am anderen Ende des großen Teichs jede Menge Ahnung, keine Frage. Hirnwäsche, ganz nach Art des Hauses. Der Weichspüler mit Hollywoodcharakter soll dafür sorgen, die Vergangenheit zu vergessen. Man sichert sich anscheinend doppelt dabei ab, indem man möglichst über mehrere Generationen hinweg, massenweise Schrott produziert, damit der eigene Lug und Trug den nachfolgenden Generationen vorlebt, das Vergessen zu vergessen. Viele meiner Leser wissen, ab wann die Umerziehung eines Volkes als erfolgreich und unumkehrbar angesehen werden kann: wenn die Geschichte der Sieger in die Geschichtsbücher des Besiegten eingegangen sind und von den nachfolgenden Generationen „als“ wahr geglaubt wird. Etwa drei Generationen braucht es, denn vorher gibt es keinen Lehrer, der die Geschichte wirkungsvoll und aus eigener „Überzeugung“, an die Nachkommen weitergibt, so wie man sie ihm in den Kürbis tapezierte. Doch irgendeine höhere Kraft scheint dafür zu sorgen, dass die Wahrheit, die Geschichte und das Leben mit ihr, nicht auszulöschen ist, – und das ist gut so.

Eine lange Liste von Staatsverbrechen gegen die Ureinwohner Amerikas und ihrer jetzigen Bürger bis hin zum längsten Völkermord in der Geschichte, nämlich der indianischen Volksstämme, kann hier nicht annähernd dargelegt werden, es würde den Rahmen für einen einzelnen Beitrag erheblich überschreiten. Heute ist von einer dunklen Geschichte Amerikas nicht mehr viel zu vernehmen. Und ja, hier kommt auch der Deutsche ein wenig ins Spiel, dessen „dunkle Geschichte“ ausgerechnet von der US-Regierung – unter britischer und vorbildlich undeutscher „Aufsicht“ nach Vasallenmanier – unser Erziehungswesen über Bild, Text und Ton „am laufen“ hält. Die Deutschen sollten eigentlich nicht mit ins Thema einfließen, empfinde es jedoch als meine Pflicht, eine kleine aber bemerkenswerte Einzelheit aufzugreifen.

Um die 350 Verträge wurden unter Führung verschiedener Regierungen der jeweiligen US-Präsidenten, mit den Indianern geschlossen. Diese Verträge beinhalteten die Garantie (also der Mercedes unter den Rechtsbegriffen) des eigenen Lebensraumes der Indianer. Sie wurden alle durch Eroberungsfeldzüge und Raub von Siedlungsgebieten gebrochen, nur ein einziger Fall ist als Ausnahme jemals bekannt geworden:

Ein Bündnisvertrag deutscher Siedler unter Generalkommissar v.Meusebach, geschlossen zwischen dem „Verein zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas“ (1842-1848) und den Komantschen.

Der Verein ist auch bekannt unter „Mainzer Adelsverein„.

Wer sein Wort hält, der ist durchaus adelig, zeigt Größe und Wahrhaftigkeit. Adel muss nicht unbedingt mit Macht und Reichtum in Zusammenhang stehen. Es ist heute eine Seltenheit, wenn Wörter wie Freiheit, Demokratie, Menschenrechte usw. nicht schon insoweit ausgelutscht, missbraucht und geprägt wurden, als könnte man darunter noch irgendeinen Hauch ihrer Etymologie (Bedeutung, Sinn, Inhalt) erahnen. „Ein Mann ein Wort“ heißt es. Von „Wort halten“ kann in Deutschland nicht die Rede sein, erst recht nicht von Seiten der Regierung. Präziser ausgedrückt: von einer Politik für die Deutschen, nicht der oder des Deutschen. Eine Regierung der Deutschen… tja, dies wissen die westlichen Demokratien tunlichst zu vermeiden, man möchte der Welteroberungsgeilheit – die mit uns Deutschen geboren wurde – möglichst im Keim ersticken, die sind durch ihre nunmehr abtrainierten Tugenden: Opferbereitschaft, Fleiß und Pflichtbewusstsein, in ihrer schöpferischen Schaffenskraft wirtschaftlich, aber auch völkisch gemeinschaftlich zu stark für das vereinte Königreich. Aber diese Tugenden sind Begriffe aus den Zeiten des Nationalsozialismus. Da ist doch alles schlecht gewesen, mit dieser Vorstellung hatte selbst Frau Eva Herman nicht ganz abgeschlossen. Aber immerhin, jemand hat sich ihr angenommen.

Ja richtig, die rede ist von Johann Baptist-„Autobahn geht nicht“-Kerner. Leider bekommt ihm das Radfahren nicht und ist daher gezwungen, den faschistischen Fahrtwind deutschen Asphalts zu nutzen. Die abstehenden Lauscher waren ein Geschenk seines Vaters, damit er besser im Zeitgeist segeln kann.

Die Frage lautete anfangs: was fällt Ihnen spontan zu den folgenden Wörtern ein…

Cheyenne Cherokee, Massachuset, Miami, Tobacco

Mir fallen zu diesen Wörtern zwei Auszeichnungen ein,

Siegertrophäe und
Tapferkeitsmedaille.

Wer bekommt welche Auszeichnung?

Die Tapferkeitsmedaille geht an die indianischen Volksstämme.

Punkt.



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Quellen/Verweise

[http://de.wikipedia.org/wiki/Mainzer_Adelsverein]
[http://www.welt-der-indianer.de/heute/heute.html]
[http://www.welt-der-indianer.de/geschichte/kriege.html]

  1. Friedrich Wihlem
    3. August 2010 um 07:33

    Guter Text 100 % Zustimmung! bis auf die Verwendung des Terminus „Quisling“ für Verräter oder schlechter Mensch.

    Ich kann nur anraten sich mit diesem mutigen und anständigen Mann sich unvoreingenommen zu befassen, dessen Name seit 1945 von miesen Halunken missbraucht wird, die im Gegensatz zu Quisling in der 30 Jahren der Ukraine viele Menschen vorm Verhungern bewahrte, nur ihre schäbigen Lügen unter die Menschen streuen.
    Mit der „Nansen Hungerhilfe“ leistete Vidkun eine selbstlose Arbeit, in der schlimmsten Hunger Katastrophe des jungen zwanzigsten Jahrhunderts.
    Für Norwegen wollte er das Beste, unter anderem auch die Beendigung des Klassenkampfes, weil er in Russland aus nächster Nähe studiert hatte, was Kommunismus für freie Völker bedeutete.
    Im übrigen schreibt der Sieger die Geschichte, so das man was diese „Demokraten“ einem alles an „Infos“ auftischen ,bis ins kleinste selber überprüfen muss.
    Es gibt ein Buch dessen Verfasser mit leider entfallen ist, der Titel glaube ich hieß
    „Quisling, Patriot oder Verräter“

    gute Seite hier, weiter viel Erfolg liebe Leute…

  2. Jan
    18. Dezember 2009 um 14:37

    Hallo Andreas,
    ich habe es mir hier in der letzten Zeit gemütlich gemacht. Deine Bibliothek ist sehr gross. Und so hatte ich auch einiges zu tun. Der obige Artikel ist wieder gut gelungen. Ich bin da voll Deiner Ansicht.Da ist mir der Anschlag auf die La Belle Disko in Berlin damls eingefallen. Warum? Weil ich die Reaktion des US Militärs für absolut pervers hielt. Die Militärangehörigen, die sich in der Disko aufhielten, bekamen das Purple Heart. Die höchste (ich nenne es Kriegsauszeichnung) Tapferkeitsmed. beim Militär. Ja, in einer Frontstadt tanzen gehen. Hatdoch was. Ich möchte aber betonen, das jegliche Gewalt verachte und mir jedes Opfer nahe geht.
    Nur, als ich das damals mitbekam, blieb mir die Spucke weg.
    Nun ich dachte es passt auch hierher. Die andere Seite der Medaille.
    Dir und Deinen Lieben wünsche ich einen schönen vierten Advent und auch ein ruhiges Weihnachtsfest. Und DANKE für Deine gute Arbeit.

    MIt den herzlichten Grüssen

    Jan

  3. Mickey_blue
    11. Dezember 2009 um 09:08

    @Jörn

    tröste dich mir ging und geht es teilweise genauso….diese sucht (informationssucht) ist aber einer der geilsten die ich je hatte.

  4. Hessenland is abgebrannt
    4. Dezember 2009 um 16:06

    Die Lebenserwartung z.b fuer maennl. Lakota ist UNTER 50 Jahre!

    Im 21. Jahrhundert in den USA!

  5. zdago
    29. November 2009 um 23:02

    und es gibt da einen Indianerstamm, die keinen Friedensvertrag geschlossen haben und bis heute im Kriegszustand mit der US-Regierung stehen – auch wenn er nur formal ist. Wer das ist, da müßte ich allerdings wieder suchen!

    Intellektuell interessant ist höchstens, daß diese Indianer in der gleichen Situation sitzen wie Deutschland – nach wie vor im Kriegszustand und zeitweiligem Waffenstillstand und vom Feind besetzt und verwaltet.
    Wie das leben so spielt 1
    mfg zdago

  6. 28. November 2009 um 00:24

    Nun das Problem stellt ja schon die geistige Blendung der Umerziehung da.
    Wenn ich da dies Thema der verdrehten politischen wirtschaftlichen gesundheitlichen Struktur (Knechtschaft) im meinen Bekanntenkreis anspreche sagt meine Frau schon, hör doch auf, was ändert es, das Leben ist schon so dramtisch genug,ich will die Probleme dieser Welt (BRD) garnicht wissen . Nunja ist von diesem Standpunkt wohl vielleicht richtig, denn wie war es noch mit den Schafen?
    Nun ich kann nicht anders,als mich weiter zu informieren, mich hat da eine Informationssucht im Web gepackt,ich sehe das nicht negativ, eher als Waffe des Bewusstseins!
    Mit freundlichen Grüßen

    Jörn

  7. Glaube
    27. November 2009 um 19:26

    Den Deutschen wird es wie den Indianern gehen, aber sie wollen der Wahrheit nicht ins Gesicht blicken, weil sie immer noch zu satt und vollgefressen sind.

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