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Richter und Henker – Dichter und Denker

Richter und Henker – Dichter und Denker


In den 70er Jahren ist eine Spülmittel-Marke auf die Idee gekommen, bunte Abziehbildchen mit Blütenmotiven auf ihre Packungen zu drucken. Die Idee erwies sich als überaus erfolgreich. Später dienten diese Abziehbildchen ihren erwachsen gewordenen Verwendern als stumme Mahnung, wie schwer es doch ist, wahre Schönheit in die Welt zu bringen. Die Schönheit dieser Welt werde auch ich Ihnen nicht anbieten können. Nur die Gedanken und Erkenntnisse eines besorgten Menschen habe ich zu bieten. Es sind Beobachtungen aus Politik, Wirtschaft und anderen Lebensbereichen, von Desinformation und Halbwahrheit, vom Mythos einer Informations-Gesellschaft. Einer Geschichte, die sich stets zu wiederholen scheint. Dies ist alles was diese Schrift zu bieten hat – nicht mehr und nicht weniger.


Es ist die Politik der kleinen Schritte, die sehr selten große Schritte für die Menschheit waren. Als Armstrong bei Vollmond anfängt, der Menschheit den »kleinen Schritt« für den »großen Schritt« zu verkaufen, so wird doch wohl die Frage erlaubt sein, was dieser Schritt der Menschheit gebracht haben soll. Als erster auf die Idee zu kommen, dieses Mondlandungsspektakel einfach im Studio abzudrehen, darauf wären die Russen zwar gekommen, doch Hollywood ist nun mal nicht der Stil der Russen. Ein Blick in die Kinos, auf die großen Leinwände dieser Welt genügt, um zu erkennen, wessen Geist am Werke ist. Wenn man zu Zeiten der Deutschen Mark einem Raucher gesagt hätte, ab Morgen würde ein Päckchen Zigaretten acht anstatt drei D-Mark und ein paar zerquetschte kosten, er würde schneller zum Nichtraucher werden, als Helmut Schmidt zu den Streichhölzern greifen könnte. Man erkennt an diesem Beispiel, was es mit den kleinen Schritten auf sich hat, nicht nur in der politischen Hemisphäre, sondern auch an der Anpassung von Preiserhöhungen, sei es in der Nahrungsmittelindustrie, der Unterhaltungselektronik oder bei der Aufhebung der Grundrechte. Es geht nun mal nicht alles auf einmal. »step by step«, da sind sich alle einig.

Jean-Claude Junker, der Premierminister von Luxemburg erklärte seinen EU-Kollegen die Demokratie mit den folgenden Worten: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ Nebenbei bemerkt: das Zitat hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Junker ist inzwischen um zehn Jahre gealtert, was er damals sagte wird sein irdisches Dasein jedenfalls überdauern. Ja, Europa hat die Leidenschaft der Politik in ihren Bann gezogen. Die Bundesrepublik ist gut im Rennen. Angela Merkel, die fleischgewordene Herzenseuropäerin ist wohlauf, auch wenn die Freiheit des irischen Volkes den Fuß in der Tür zum angestrebten Europa hatte. Eine Volksabstimmung kann ganz schön Steine in den Weg legen, doch Frau Merkel sieht das heute ganz gelassen.

Wir legen den Iren den Vertrag von Lissabon solange vor, bis die Sache passt. Wenn die Iren erst mal auf den europäischen Geschmack gebracht wurden und auch Jean-Claude, – sollte er diesen Tag noch erleben und den Löffel noch fest in der Hand halten -, so steht selbst ihm, samt seines demokratischen Fingerspitzengefühls zu, seinen Satz doch noch feiern zu können. Bis es soweit ist, könnte man die Zeit doch nutzen, um sich den Wind der »freiheitlich demokratischen Grundordnung« (fdGo) um die Nase wehen zu lassen. Glauben Sie, dass die Bevölkerungen in jenen Ländern wie Österreich, wo vor dem EU-Beitritt, also der europäischen Verfassung, eine Volksabstimmung gesetzlich vorgeschrieben war, dem Beitritt zugestimmt hätten, wenn der Charakter des europäischen Haftbefehls öffentlich zum Thema gemacht worden wäre, oder wenn derartige Entwicklungen auch nur angedeutet und in der Öffentlichkeit zum Thema gemacht worden wären?

Warum Volksvertreter, die eigentlich verpflichtet sind, Schaden von ihren Bürgerinnen und Bürgern abzuwenden, da überhaupt mitmachen, ist und bleibt vielen Kritikern ein Rätsel. Das mag sich alles etwas abgehoben anhören. Auch wenn diese ersten kleinen Anmerkungen über europäisches Verfassungsgut dafür sorgen könnte, vielen Zeitgenossen ein Schauer über den Rücken zu jagen – natürlich nur wenn sie davon überhaupt erfahren, was meist ohnedies nicht der Fall ist -, so herrscht dennoch allenthalben die Meinung, aus Rundfunk und Fernsehen doch recht gut informiert zu sein. Ein großes Maß an Offenkundigkeiten fachlicher Publikationen, ein Wissen in Hülle und Fülle ist oft nur ein Mausklick entfernt, vorausgesetzt, man wisse wonach man sucht, auch wenn das Ergebnis einem oft nicht gefällt.

So ist doch unbestritten:

· dass es keine Alternative zur Privatisierung und Deregulierung gibt,

· der Umbau des Sozialstaates unvermeidbar ist,

· die Standorte durch Investoren gesichert werden müssen,

· der Wirtschaftswachstum unerlässlich ist,

· die Überalterung zur verstärkten Zuwanderung zwingt,

· eine Gesellschaft ohne Waffen, Sicherheit bietet,

· die nur durch Rationalisierung von Arbeitsplätzen erhalten bleiben können,

· die Zugmaschine der Weltwirtschaft die USA sind,

· die Menschen mit dem Terror leben müssen,

· der Krieg gegen den Terror, für den Frieden in der Welt geführt wird,

· und Volksbewegungen weltweit zur Demokratisierung beitragen.

Die Liste allseits akzeptierter Wahrheiten, ließe sich noch einige Seiten so fortsetzen und möchte ich niemandem zumuten. Die Aussagen mancher Fachleute und Experten zu den akzeptierten Wahrheiten ist nun wirklich schon hart genug: Nichts davon stimmt, gar nichts. Keine dieser – mit Schlagworten tapezierten Sätze, die täglich aus sämtlichen Medien schwappen, entsprechen der Wahrheit. Es ist nicht mal ungewöhnlich, wenn Lügen zur Realität werden oder geworden sind, weil die Wahrheit einfach nicht gesagt wird. Eine riesengroße Schweigespirale hat sich hier in Bewegung gesetzt. Selbst das ist nicht ungewöhnlich, sondern seit Menschengedenken ein Teil des gesellschaftlichen Zusammenlebens. »Wie im großen so im kleinen«. Leisten wir den Medien noch etwas Gesellschaft, denn sie sind der Motor, mit dem eine massenpsychologische Richtung und Wegweisung erst möglich wird und den Menschen dahingehend prägt, genau so, wie es von bestimmten Interessengruppen und Langzeitindikatoren gewünscht ist.

Haben Sie den Mut, einen Blick auf diese Welt zu werfen, die Augen bewusst auf das zu richten, was hier in Deutschland und auf dem gesamten Erdball tatsächlich los ist? Ihren Geist zu öffnen und die Miseren der Menschheit zu sehen? Die kommenden Generationen wurden bereits getauft, ihre Namen: Ozonalarm, Smogalarm, Katastrophenalarm, Umweltvernichtung, Giftmüllskandal, grausame Massentierhaltung, Ölpest, Tiertransporte und Schlachthäuser, brutalste Grausamkeiten in Tierversuchen, Kinderarbeit, Ghettos, Slums, Ausbeutung, moderne Sklaverei, Aktienwahnsinn, Kontrolle, Zensur und Überwachungswahn der Bevölkerung, Zentralisierung, Selbstmord, Amokläufe, Depression, Aggression, Phobien, Manien, Magersucht, Drogenkonsum, Rauchen, Alkohol, Schlafstörungen, Allergien, Maffia und Menschenhandel, Kinderschändung, Verkehrschaos, Atomskandale und Reaktorunfälle, Folter, Krieg, Massenmord, Ausrottung und ethnische Säuberungen, militärische und soziale Sanktionen, Genmanipulation, Betrug und Korruption, Profitgier, Staatsverschuldung und Bankenrettung, Zins und Zinseszins, Wegwerfgesellschaft, Stress, Hektik und heuchlerisches Moralgefasel, zerrissene Familien, kaputte Jugend, Parlament und Politik, Glaubensfanatiker und unfähige Manager, vollkommene Abhängigkeit, biometrische Pässe, Vorratsdatenspeicherung, Mikrochips, Markenzwang (haste nichts bist de nichts), Pflegenotstand, demographischer Wandel, Mauer im Kopf, Kollektivschuld und Knechtschaft, psychologische Kriegsführung, Umerziehung und Gräuelpropaganda, falsche Propheten, Schreibtischtäter und Auslandskorrespondenten, School of America, CIA und Zionismus, Reparationen und israelische U-Boot-Geschenke.

Und… kein Grund zur Sorge? Nein, diese Dinge sind salongfähig, von der Gesellschaft getragen, geduldet und hingenommen. Man könnte meinen, die Flimmerkiste hat aus uns ein Volk von Zuschauern gemacht, die Science-Fiction nicht mehr von der „Realität“ trennen können.

Wird dieser unaufhörliche Kollaps, der fest mit dem Verhalten des Menschen Hand in Hand zu gehen scheint, verhindert werden können? Wollen wir das überhaupt, Veränderung? Erzeugt das in Ihnen ein Gefühl von Handlungsunfähigkeit, weil man daran eben nichts ändern kann? Nicht selten versucht der Mensch für seine Ignoranz auch noch gute Gründe zu nennen, also sich schützend vor dem Ego aufzuplustern um sich mit List und Tücke aus der Affäre zu schmuggeln? Wie das geht? Ganz einfach, weil die Dinge sich eben nicht ändern und schon immer so gewesen sind, dass die Welt ist wie sie ist. Das sieht dem Menschen sehr ähnlich, denn genau das haben mit Sicherheit alle gemeinsam: der Mensch wählt den bequemsten Weg. Bis vor ein paar Jahren haben diese Dinge auch bei mir keinen besonderen Platz in meinem Bewusstsein einnehmen können.

Der Mensch scheint diese Selbstschutz-Mechanismen, wie mit der Muttermilch aufzunehmen, als wenn er keine andere Wahl hätte. Es ist die Gewohnheit, in die wir hineinwachsen und Erfahrungen des Lebens sammeln um aus diesen Erfahrungen zu lernen, andere Entscheidungen treffen zu können, lernen den Blick auf das wesentliche zu richten und unsere Augen nicht davor zu verschließen, weil es (objektiv gesehen) blinde Zeugen nicht geben kann. Der Wahnsinn wird zur Normalität. Man könnte das auch als alltagstauglich bezeichnen, so widersprüchlich es sich anhören mag, aber die Dinge nicht beim Namen zu nennen, verbaut uns den Weg, sie zu verstehen. Die Politik gibt den Ton an, an dem sich die Gesellschaft zu orientieren hat. Die Art der Kompromisse zwischen Herr und Untertan haben sich nicht geändert, die Möglichkeiten der Manipulation und Täuschung haben sich weiter entwickelt, die so genannte Wissenschaft bildet die politischen Rahmenbedingungen für die Gesellschaft, was ich mal als den roten Faden in der Geschichte des Menschenwesen bezeichnen möchte.

Diese Schrift wird sich vom Stil – den viele meiner Leser kennen und gewohnt sind – grundlegend unterscheiden. Die Schwierigkeit liegt darin, Situationen nicht zu analysieren und zu beurteilen – wie in den meisten meiner Artikel -, sondern nur zu beobachten. Sie werden sich fragen, wie man denn über etwas schreiben kann und trotzdem eine Botschaft zu transportieren, ohne dabei Theorien aufzustellen oder Beweise zu führen, beispielsweise um eine Behauptung zu widerlegen oder schlicht und einfach eine Meinung vorzugeben. Das ist eine der unerwünschten Nebenwirkungen, selbst wenn man das nicht vorsätzlich tut. Jede Kommentierung, Meinung oder Ansicht spaltet die Gemüter. Es ist eine Tatsache, dass die Wurzel allen Übels nicht gefunden werden kann, wenn die Lösung des Problems von jemandem vorgegeben wird, nur weil sie sich für den Einen oder Anderen am vernünftigsten, am adäquatesten anhört. Je mehr Menschen sich aus einem unbewusstem Auswahlzwang entschieden haben, desto interessanter werden die Beobachtungen über den weiteren Verlauf, der sich daraus entwickelt. Er erzeugt immer drei Gruppen von Menschen, von denen zwei versuchen, sich gegeneinander auszuspielen, ohne dabei auf den anderen zugehen zu wollen oder zu können. Die dritte Gruppe hält sich aus allem raus und stützt somit das gesamte Feld der streitenden Parteien und Gruppen, weil man das System an sich akzeptiert.

Ein Dialog findet nicht statt, weil er nicht stattfinden soll. Man glaubt er finde statt, indem man diversen Polittalkrunden lauscht in denen die eine Gruppe die andere beschuldigt, wo ich wieder bei der Gruppendynamik angekommen bin. Warum ist das so? Könnte es vielleicht daran liegen, dass die große Masse von Untertanen sich gar nicht einigen soll? Bestimmte Personen mit bestimmten Interessen wagen sich gar nicht vorzustellen, was passieren könnte, wenn sich die Völker den Interessen kleiner Minderheiten von Strippenziehern bewusst werden. Es ist kein Geheimnis: Je mehr ich das Zusammenleben der Menschen teile, sei es in Meinungen, sei es bei so genannten Tatsachen geschichtlicher Erbschuld, usw. Was manchmal damit im Einzelnen erreicht werden soll, ist oft nicht schlüssig und soll uns nicht weiter ablenken.

Wer versucht, nur zu beobachten, ohne dabei eine Meinung bilden zu wollen, d.h. jedes vorgegebene Muster aus Funk und Fernsehen, medialer Schwatzbudentheater und alles was Politshows zu bieten haben, abzulegen und auszublenden – nur derjenige kann den finsteren Platz im Kopf ausleuchten. Es sind Denkschablonen, mit denen man uns in Kontexten fesselt. Eine andere Möglichkeit – aus der ideologischen Hegemonie, der Normen und Gewohnheitsmuster die unser Denken bestimmen – auszubrechen, ist in dieser Gesellschaft nicht mehr möglich. Nun, auch dieses Vorwort nähert sich dem Ende zu.

Es endet mit einer ungewöhnlichen Frage, die man sich selbst stellen kann, wenn man möchte. Betrachten Sie es als ein kleines Spiel, sich selbst besser kennenzulernen, um sich seiner Selbst bewusst zu werden. So frage ich mich Selbst: Ist ‚mir‘ eigentlich klar, mit wem ich da gerade spreche? Sie hören nichts? Vielleicht wird diese Stimme überhört, weil sie so vertraut und allgegenwärtig ist.

Nein…Andreas hat kein schlechtes Kraut geraucht…

er möchte versuchen, Ihnen die innere Stimme schmackhaft zu machen. Immerhin führen auch Sie den ständigen Dialog, Tag für Tag mit sich selbst . Irgendwann glaubte ich, mir beim lesen, selbst zuzuhören. Es viel mir nach und nach immer mehr auf. Wenn ich einen Film anschaue, so ist die Stimme, mit der ich selbst zu mir spreche und ihr zuhöre nicht anwesend. Was an Input auch angeboten wird, es wird gefressen ohne die Informationen bewusst zu verarbeiten, während der Inhalt in uns aufbewahrt wird. Je mehr der Krieg den Menschen vor die Nase gehalten wird, so wird auch der Krieg gesellschaftsfähig werden, früher oder später, es ist eine Frage der Zeit und nicht des ob. Das ist natürlich nur mein persönlicher Eindruck.

„Jeder kennt sich Selbst am besten“ ?

Dieser Satz wird vielen Menschen bekannt vorkommen. Erst in den letzten Jahren wurde ich mir dessen Bewusst, das dies ein Irrtum ist.

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::: Fortsetzung folgt :::


Das erste Kapitel: Ein Weltbild aus dem Jahre 2003.

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