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Wasser unterm Hammer – Reportage 57min

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Privatisierungsstrategien

Ziel der Konzerne ist die Übernahme von lokalen Versorgern als auch der Erwerb von Wasserrechten. Dabei konzentriert sich das Angebot ihrer Dienstleistungen auf vier Bereiche:

  1. Wasserversorgung (Infrastruktur und Verteilung)
  2. Trinkwasseraufbereitung; Abwasserbehandlung
  3. Bauten und Ingenieursleistungen (z.B. Dämme)
  4. Hochtechnologien (z.B. Entsalzungsanlagen)

Beim Angebot ihrer Dienstleistungen, stehen für die Unternehmen der Wasserversorgung je nach Region unterschiedliche Interessensschwerpunkte im Vordergrund. In den Industrienationen liegt der Fokus vor allem auf der Übernahme bisher kommunaler, etablierter, gewinnversprechender Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssystemen.

In den Entwicklungsländern konzentriert sich das Betätigungsfels der Konzerne fast ausschließlich auf die Trinkwasserversorgung in urbanen Gebiete, v.a. auf wohlhabendere Wohngebiete in den riesigen Metropolen des Südens. (z.B. Jakarta, Manila, Buenos Aires…) Da die Wasserversorgung ländlicher Gebiete (wo die meisten Menschen ohne Wasserzugang leben) für private Anbieter unprofitabel ist, scheint in diesem Bereich kaum eine Verbesserung der Situation in Sicht. Auch die Übernahme der Abwasserversorgung in den ärmeren Ländern, erscheint bisher unattraktiv (”Rosinenpickerei”).

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Es ist zu beobachten, dass im Bereich der Wasserkonzerne eine enorme Vergrößerung und Konzentration der Unternehmen im internationalen Rahmen stattfindet, als deren Folge das Oligopol als Marktform eintritt: die Zahl der Wettbewerbsteilnehmer ist stark reduziert, durch geschickt platzierte Beteiligungen werden andere Firmen kontrolliert, auch ohne Aktienmehrheit. So waren Azurix und RWE z.B. der Markteinstieg nur durch Partnerschaften mit den beiden größten Konzernen auf dem Wassermarkt möglich: Vivendi und Suez.

Die Tatsache, dass das Unternehmen den lokalen Wassermarkt schon kontrolliert, verhilft ihm zu ungemein starken Position in den Verhandlungen. Im Fall Buenos Aires begann Aguas Argentinas (Suez-kontrolliert) fast unmittelbar nach Vertragsabschluß die Regierung unter Druck zu setzen, die Konzessionsbedingungen neu zu verhandeln. Auch wenn sich private Anbieter gerne ihre Transparenz preisen und sich als Träger des Lichts ins öffentliche Dunkel darstellen, ist in vielen Fällen genau das Gegenteil beobachtet worden: es wird darauf bestanden, dass Teile oder gar der ganze Vertrag geheim bleiben. Regulierungsbehörden stehen den Forderungen der Unternehmen oft hilflos gegenüber, da sie keinen Zugang zu den Daten der Unternehmen haben.

Im Geflecht der Lobbyorganisationen sollte die Rolle der EU auf keinen Fall unberücksichtigt bleiben, die ihren Schützlingen den bestmöglichen Zugang zum Weltmarkt garantieren möchte und schon zu Beginn der neuen GATS-Runde für die Aufnahme der Wasserversorgung in den Sektor Umweltdinestleistungen plädierte. Ein bekannt gewordener E-Mail-Wechsel zwischen der Brüsseler Generaldirektion Handel und den größten Wasserkonzernen Europas (vivendi, Suez, Thames Water, Aquamundo) zeigt wie intensiv das Bemühen der EU um das Wohl ihrer Wassermultis ist. Am 17.5.2002 fand ein Treffen der Kommission mit den genannten Multi statt, um “die Hürden beim Zugang auf neue Märkte” und die Belange der Konzerne zu besprechen (E-Mail an AuquaMundo vom 2.5.2002). Wie ein E-Mail an Thames Water zeigt folgte auf das Treffen ein Fragebogen, in dem die Konzerne gebeten wurden, “die Vielfalt regulatorischer Maßnahmen” zu nennen, “die den Marktzugang beschränken”. Früchte dieser Zusammenarbeit sind die Forderungen der EU an 72 Staaten (darunter 14 LDCs) zur radikalen Öffnung ihrer Wassermärkte.

Die Kriege der Zukunft werden um Wasser geführt

Wasser ist ein wichtiger und notwendiger Grundstoff des alltäglichen Lebens eines jeden Menschen und Wasser ist gleichzeitig ein nicht weniger bedeutender Grundstoff mächtiger Industriekonzerne. Diese eignen sich die Wasservorkommen der Erde auf folgende Weise an: durch Wasser-Bergbau in Gebieten mit großen Grundwasservorkommen oder durch intensive Ausbeutung der Flüsse und Ströme dieser Welt; durch das Leasen von staatlichen Wassersystemen und Abwasseraufbereitungsanlagen; durch das Managen städtischer Wassersysteme. Das ist die hinterhältige Seite der Globalisierung unter den westlichen Regierungen und kapitalistischen Unternehmen. Privatisierung bedeutet: sich das gemeinschaftliche Erbe der Natur anzueignen um daraus Kapital zu schlagen. Regierungen müssen zentrale staatliche Dienstleistungen privatisieren und dann wird Wasser Teil der Lebenshaltungskosten. Experten sagen, dass künftige Kriege nicht um Öl, sondern um Wasser geführt werden. Denn es ist viel kostbarer

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Quellen:

http://www.tadema.de/

– Thomas Fritz/WEED: Die letzte Grenze, Berlin 2003
– Wasser wahren statt Wasser Ware, www.spiritaner.de
– Uwe Hörig: Die Rolle der Weltbank im Wassersektor, Rundbrief Forum U&E 1/2003
– Cholera and the age of the water barons, The Center for Public Integrity, Februar 2003
– Corporate Europe Observatory (CEO), Water Infobrief #1
– Swisscoalition
– Vortrag von David Hall am 29.4. bei der AG Wasser
– Uwe Hörig: Wasser für alle, Südwind-Magazin 2/2003
– CEO, Water Infobrief #3

http://www.staytuned.at/sig/0025/32939.html

http://www.wwf.ch/de/derwwf/themen/wasser/privatisierung/index.cfm

http://www.evb.ch/p25002713.html

http://www.ak-wasser.de/notizen/wirtschaft/priv1eu.htm

http://www.wasseruntermhammer.de/film/index.htm

  1. 12. September 2013 um 03:36

    ラウレア 水着

  2. 3. Mai 2010 um 03:20

    Krass, das ist jetzt shcon ein Jahr her, dass der Artikel geschrieben wurde und die Situation hat sich eher verschärft. Solche wichtigen Themen dürfen nicht in Vergessenheit geraten!

  3. bl
    10. April 2009 um 08:30

    The Obama Deception (mit deutschen Untertiteln)

    http://video.google.de/videoplay?docid=-677452080360739397&hl=de

    Die Zustände sind echt bedenklich! Zeit, umzudenken, selber zu denken, sich zu informieren, weil Viele gar nicht wissen, was los ist.

    Ich selber lebe in einer Gegend, in der die Trinkwasserversorgung – die absolut lebensnotwendige Trinkwasserversorgung – an einen amerikanischen Investor verkauft wurde und von den Gemeinden zurückgepachtet wird.

    Wie kann man das zulassen? Das ist ein Verbrechen! Unsere Politiker – auch die Kommunalpolitiker – sind kriminell oder strohdumm. Beides ist mehr als unangenehm!

    Und nicht vergessen: Die Luft, die wir atmen, wird demnächst ebenfalls versteuert. Die gerissenen Global Warming Propheten haben schon die Grundlagen geschaffen…

    • Thomas
      10. April 2009 um 12:44

      Sie meinen Nürnberg! Ich wohne auch auserhalb von Nürnberg und sie haben Recht!
      Aber keiner interessiert sich dafür, weil alle dumm und naiv sind.
      Erst wenn die Leute den Wasserhahn aufdrehen und es kommt anstatt Wasser, die Rechnung,dann wachen sie langsam auf.
      Oder wenn das Wasser vergiftet ist um die Weltbevölkerung, laut NWO, auf 500.000.000. anzupassen.
      Aber dann ist es zu spät!

  1. 12. Juli 2009 um 22:06
  2. 16. April 2009 um 12:18
  3. 11. April 2009 um 21:34

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