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Michael Winkler • Mysterium Fidei

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© Michael Winkler – Der Pranger

Mysterium Fidel (11.2.2009)

Das größte Geheimnis des Glaubens besteht darin, daß sich jeder Mensch instinktiv nach einem solchen sehnt. Selbst bekennende Atheisten sind letztlich nichts anderes als Gläubige, die nur den Glauben an einen Gott durch den vergleichbar fanatischen Glauben ersetzt haben, daß es eben keinen Gott gibt.

Für jeden Glauben gibt es zwei Wurzeln: Die eine ist die Neugier, die andere die Macht. Jeder Mensch möchte Erklärungen, wo wir herkommen und wo wir hingehen. Die ersten Schamanen haben sich Erklärungen ausgedacht, in denen die Sterne zu Funken eines Lagerfeuers wurden, weil sie eben diese Funken tagtäglich gesehen haben. Ein Schöpfer wurde erdacht, der aus bekannten Materialien die Menschen und die Natur geformt hatte. Ein Schöpfer, zu dem die Toten, die Ahnen, in irgendeiner Form zurückkehren.

Auch der wissenschaftliche Atheismus bietet nichts anderes, als solche Erklärungen. Eine zufällige Fluktuation im Multiversum führte zum Urknall, die Asche früherer Sterne ballte sich zur Erde, die Evolution brachte uns Menschen hervor und die Ahnen leben in Form ihres genetischen Codes in uns weiter, so wie wir in unseren Nachkommen weiterleben werden. Alle Merkmale einer Religion sind erfüllt, die Launenhaftigkeit eines Gottes wurde durch die Launenhaftigkeit des Zufalls ersetzt. Als Hohepriester dienen Professoren, zu den Säulenheiligen gehört Charles Darwin und zu den Märtyrern Galileo Galilei.

Der zweite Aspekt ist die Macht. Der Urglaube gab dem Menschen die Macht, sich in der Natur zu behaupten. Glaubensregeln wurden aufgestellt, wie die Geister der Natur zu entschädigen sind, wenn Tiere gejagt oder Früchte geerntet wurden. Der Mensch befolgte die Regeln der Geister und erwartete im Gegenzug, daß die Geister gemäß dieser Regeln die Wünsche der Menschen erfüllten. Der Schamane beschwor die Geister, die Angehörige des Stammes mit Krankheit quälten, er beschwor Regen und kämpfte gegen Stürme. Der Schamane sorgte für Jagderfolg und versöhnte die Geister, er erforschte den Willen der Ahnen und besprach sich mit dem heiligen Totem.

Den Atheisten gibt diese Religion die Macht über die Natur. Heute beschwören wir die Macht des Atoms und üben gleichzeitig Verzicht durch die Erfüllung willkürlicher Regeln. Der Geist des Kohlendioxids wird beschworen, so wie einst das Waldsterben oder die Ozonlöcher. Regeln werden aufgestellt, mit denen sich diese Geister der Kontrolle der Menschen unterwerfen sollen. Hunderttausende Tonnen Kohlendioxid werden freigesetzt, um Klimakonferenzen zu veranstalten, um dort Regeln aufzustellen, mit denen Hunderttausende Tonnen Kohlendioxid eingespart werden sollen.

Die Schamanen der Gegenwart lachen über die Schamanen der Vergangenheit, und tun doch nichts anderes als die Altvorderen. Erst wird die Furcht vor Geistern erweckt, die aus eigener Kraft und Einsicht niemand verspürt hätte. Dann wird diese Angst zu Regeln geformt, denen man sich nur unterwerfen muß, um die furchtbaren Geister in ihre Schranken zu verweisen. Die alten Schamanen hatten gegenüber den heutigen einen schwerwiegenden Vorteil: Sie begnügten sich für ihre Dienste mit einem relativ bescheidenen Anteil an der Jagdbeute. Die heutigen Schamanen sind unersättlich, lassen sich bestens bezahlen und schwelgen im Luxus.

Jetzt sind wir bei den Frühformen der organisierten Religion angelangt. Bei den frühen Hochkulturen erleben wir etwas, was ich als „orientalischen Ansatz“ bezeichnen möchte, obwohl dieser auch in einigen asiatischen Staaten zur Ausprägung kam. Sumer, Babylon, Ägypten – diese Staaten entwickelten sich zu Theokratien, mit einer großen, staatstragenden Priesterschaft. Priester verwalteten den Staat, Priester beherrschten die Wissenschaft und die Kultur, Priester regierten das Volk. Priester schrieben die Gesetze, Priester sammelten die Steuern und Abgaben des Volkes, Priester verkündeten den Willen der Götter. In Ägypten regierte der Pharao selbst als lebender Gott, in Mesopotamien herrschten weltliche Könige, doch neben und hinter ihren Thronen standen Priester, als Ratgeber und Minister.

Zum orientalischen Ansatz gehörten ganz selbstverständlich mächtige Götter, die das eigene Volk züchtigten, aber auch zum Sieg führten. Die Heere zogen los im Namen von Marduk und Ishtar, von Amun und Ra. Siege wurden von, durch und für Götter erfochten. Deshalb war es gottgefällig, die Ungläubigen zu versklaven, zu unterwerfen, sie als tributpflichtige Schuldknechte zu halten. Siege zeigten die Macht des eigenen Gottes an, folgerichtig war es Dienst am eigenen Glauben, anderen Völkern die Segnungen der eigenen Macht und des eigenen Gottes aufzuzwingen.

Diesen orientalischen Ansatz finden wir in schönster Überlieferung bei einem recht spät entstandenen Kleinstaat, der aus den Überlieferungen seiner Nachbarn das herausdestilliert hat, was ich bisher geschildert habe: Sie können es im Alten Testament nachlesen. Da wurden die Könige vom lokalen Gott Jahwe eingesetzt, der natürlich mächtiger zu sein hatte, als alle anderen Götter, also zum Weltenschöpfer hochgeschrieben wurde. Dieser Gott befahl Völkermord und ethnische Säuberungen, er bezeichnet sich selbst als eifersüchtigen Gott, der Rache und Vernichtung predigt und nirgendwo Gnade und Vergebung kennt, nicht einmal gegen die eigenen Anhänger, so sie denn vom wahren Glauben abweichen sollten.

Dem orientalischen Ansatz steht der westliche Ansatz gegenüber, den wir in Rom und Griechenland, bei den Kelten und Germanen finden, aber auch in China und Indien. Natürlich spielten Glaube und Religion auch bei diesen Völkern eine wichtige Rolle, doch bildete sich hier kein Gottesstaat aus.

Sicher, Zeus, Apollon, Poseidon und Athene wurden in den griechischen Stadtstaaten verehrt, ihr Wille durch Orakel erforscht – aber die Götter regierten diese Staaten nicht selbst. Die Könige und später die gewählten Anführer mußten die Gunst der Götter suchen, aber sie waren weltliche Herrscher, die eben nicht von den Göttern eingesetzt worden waren. Die Römer rühmten sich, gläubiger als alle anderen Völker zu sein, doch sie schlugen ihre Schlachten nicht für Jupiter und Mars, auch wenn sie zu diesen um den Sieg beteten. Römer vernichteten keine fremden Götter, sondern sie eroberten sie, holten ihre Standbilder in die eigene Stadt, boten ihnen eine neue Heimat und bestachen sie durch Opfer und Gebete.

Schamanen, Druiden und Priester waren bei Germanen und Kelten wichtige Persönlichkeiten, durchaus die Träger von Wissenschaft und Kultur, aber eben nicht die Beamtenkaste des Staates bzw. Stammes. Die Priester verfügten über eine wichtige Stimme im Stammesrat, aber nicht über die Entscheidungsgewalt. Germanen und Kelten traten als freie Menschen vor ihre Götter, sie warfen sich nicht wie Orientalen als Würmer in den Staub.

In diese westliche Welt drang ein orientalischer Glaube ein, der den ägyptischen Gottesstaat lehrte, nur eben nicht mit einem göttlichen Pharao an der Spitze, sondern mit einem König, der nach jüdischer Gepflogenheit von Gott eingesetzt wird. Ich spreche vom organisierten Christentum, das wenig mit dem zu tun hat, was im Neuen Testament tatsächlich steht. Priester, Bischöfe und Papst, sie wurden aus den Texten herausinterpretiert, eine klare Anweisung für die Organisation einer weltumspannenden Glaubensgemeinschaft finden Sie dort nirgends. Auch nicht, daß ein König den Segen der Kirche benötigt, um rechtmäßig sein Amt zu bekleiden.

Jesus Christus zog mit einer wandernden Hippie-Gemeinde über Land, bettelte um Nahrung und Unterkunft. Im Vergleich dazu ist die Kirche eine straff geführte Armee, mit täglichen Appellen, kaserniert und mit durchgehender Kommandokette. Beim Neuen Testament sollte uns wundern, wie viel an Weisheit erhalten geblieben ist, nach all den Jahrhunderten, in denen diese vier Bücher übersetzt, manipuliert und angepaßt worden sind. Das Neue Testament ist ein dünnes Büchlein, verglichen mit dem, was an Jesus-Legenden ausgesondert wurde. Das Thomas-Evangelium, das Judas-Evangelium, die Apokryphen – Konzile, also Menschen, Priester mit Machtanspruch, haben entschieden, was zu den Glaubenslehren gehört und was nicht. Trotzdem war dem gemeinen Volk zeitweise der Besitz einer Bibel bei Todesstrafe verboten.

Das Christentum hat seinen eigenen Ur-Mythos geschrieben. Der Opfertod von Jesus Christus am Kreuz genügte nicht, es mußte eine Verfolgung stattfinden, die in den Jahrhunderten immer mehr ausgeschmückt worden ist. Die ersten Christen wurden zu Märtyrern, die unterdrückte Kirche mußte unablässig um ihr Überleben kämpfen. Trotzdem breitete sich dieses Christentum aus wie eine ansteckende Krankheit. Als die Christen gewonnen hatten, wurden sie zu den Unterdrückern. Das Gebot der Nächstenliebe, der Opfergang des Erlösers, nichts hinderte sie daran, die Tempel der Heiden zu schließen und niederzureißen. Und kaum war der Sieg über die Heiden errungen, bekämpften sich die Christen gegenseitig. Die Arianer waren keine Brüder in Christo, sondern Ketzer, die mit Feuer und Schwert bekehrt werden mußten.

Der Islam ist seltsamer Weise die westlichste der orientalischen Religionen. Mohamed, der Prophet, erlitt ebenfalls Verfolgung, doch er erlebte noch die siegreichen Heere des Islam. Bekehrt haben nicht Missionare, sondern die Heere des Propheten. Wer in den unterworfenen Völkern zu den Siegern aufschließen wollte, mußte sich nur bekehren, übertreten zum Islam. Die Kalifen standen in der Nachfolge des Propheten, der Glaube war das einigende Band ihrer Untertanen, doch ein Gottesstaat, in dem die Priester, die Mullahs, die Imame das letzte Wort hatten, entwickelte sich erst im 20. Jahrhundert.

Die christlichen Missionare in Germanien brachten ein Heilsversprechen, die Freuden des Paradieses, die Erlösung von den Sünden. Mutig fällten sie die Donarseiche, die Symbole des alten Glaubens. Keiner von ihnen wurde durch göttliche Blitze hingestreckt. Genauso wenig brach der Zorn Gottes über die rebellischen Heiden herein, wenn sie die Missionare erschlugen und die christlichen Kirchen niederbrannten. Nur die Schwerter der Frankenkönige, die den neuen Glauben als einigendes Band ihres Reiches brauchten, als Grundlage ihrer Herrschaft, vollzogen das Strafgericht. Natürlich im Namen Gottes.

Der Glaube an den Erlöser hat den Bauern des Mittelalters Knechtschaft und Unterdrückung gebracht. Das Christentum lehrte, die Ausbeutung und Rechtlosigkeit geduldig zu ertragen, in Erwartung einer göttlichen Belohnung, die jedoch bei der geringsten Verfehlung zu ewigen Höllenqualen umschlagen konnte. Der freie Mann, der tausend Jahre zuvor zu Wotan betete, konnte auf der Ratsversammlung sagen, was er meinte, er konnte entscheiden, ob er seinem Herzog in den Krieg folgte, er entschied selbst, wann der die heiligen Haine aufsuchte. Der Leibeigene des Mittelalters mußte gehorchen. Sein weltlicher Herr konnte ihn als Einsatz in einem Würfelspiel setzen, er hatte Anrecht auf Frondienste und den Zehnten. Die Kirche predigte Erlösung und praktizierte Unterdrückung. Sie erhob eigene Steuern und verlangte eigene Frondienste – und sie überwachte die „Schäfchen ihrer Herde“ eifersüchtig.

Ja, es gab Klöster, in denen die Mönche beteten und arbeiteten, sogar härter als normale Menschen. Es gab mitfühlende und gerechte Feudalherren, die das Christentum so praktizierten, wie es Jesus Christus gelehrt hatte. Es gab jedoch auch die Klöster, in denen gefeiert wurde, während im Land Hunger herrschte. Es gab die christlichen Tyrannen, die bösartig ihren Launen frönten und sich dabei noch auf ihren Gott beriefen.

Jedes Gesetz, jede Vorschrift, jede Glaubensregel ist eine Einschränkung der Freiheit. Natürlich funktioniert das menschliche Zusammenleben nicht ohne Regeln. Die Regeln der Rechtschreibung und der Zeichensetzung erleichtern Ihnen das Lesen dieses Textes beträchtlich. Und stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie müßten an einer Kreuzung jedesmal „Papier, Stein, Schere“ spielen, um die Vorfahrt zu ermitteln. Aber warum sollten Sie auf schmackhaftes Schweinefleisch verzichten? Warum am Freitag einen Fischtag einlegen?

Der orientalische Ursprung des Christentums zeigte sich im Streit zwischen Papst und Kaiser, der zeitweise dazu führte, daß der Papst, als Stellvertreter Gottes auf Erden, zum Oberherrn der Christenheit aufstieg. Der Papst wurde Lehnsherr von König John von England, der Papst zog eine Linie und teilte die Kolonialreiche von Spanien und Portugal. Gegen diese katholische, allumfassende, universelle Kirche traten lokale Abspaltungen auf, die den Glauben auf andere Art praktizierten. Katharer, Waldenser, Albigenser – das waren die ersten Versuche. Lutheraner und Anglikaner waren erfolgreicher, diese Sekten existieren heute noch, haben sich zu richtigen Kirchen entwickelt, mit eigenen Geboten und Ansichten, obwohl sie sich auf den gleichen Ursprung berufen, die kanonisierten Evangelien der Kirche, die vor etwa 1.500 Jahren in diese Form gebracht worden waren.

Der Glaube hatte immer seine starren Ansprüche. Wer den Glauben beleidigt, beleidigt Gott, ist ein Ketzer und gehört auf den Scheiterhaufen. Wer mutwillig ein Kreuz beschädigt, war ein Kapitalverbrecher, der wie ein Mörder bestraft wurde. Deshalb war es ein beliebter Test, Bekehrte auf die Symbole des alten Glaubens spucken zu lassen, oder diese in anderer Weise zu schänden, denn wer das tat, zeigte damit, daß er diese nicht mehr als göttlich ansah.

Heute denken wir anders. Kreuze als Brennholz, Bibeln als Toilettenpapier, Gott ist tot, Christus hat nie gelebt – das stört im „christlichen“ Abendland keinen mehr. Wir sind alle vom Glauben abgefallen, jedenfalls von diesem Glauben. Der freundliche türkische Nachbar hat jedoch kein Verständnis, wenn Sie dies mit Symbolen seines Glaubens veranstalten. Und da Jesus Christus im Islam als Prophet gilt, sollten Sie diesen besser auch nicht beleidigen.

Zu den Geheimnissen des Glaubens gehört, daß es kein Vakuum gibt. Wenn der eine Glaube zurückweicht, wird sofort ein anderer Glaube seinen Platz einnehmen und seine Dogmen fanatisch verteidigen. An Jesus Christus dürfen Sie zweifeln, aber nicht an den Holocaust. Auch hier gibt es ein paar „Evangelien“ die nicht kanonisiert worden sind. Die Seife aus Judenfett, die Lampenschirme aus Menschenhaut, die sind inzwischen widerlegt. Die Tötungsmaschine, in der Menschen wie in einem Fließband aufgehängt wurden, um sie per Stromschlag zu töten und anschließend sofort zu verbrennen, hat es trotz Augenzeugenberichten nicht gegeben. Die Feuergräben eines als Friedensnobelpreisträgers hochgeschätzten Elie Wiesel, bei denen dieser selbst gesehen hat, wie Menschen in sie hineingetrieben worden sind, selbst deren Existenz wird inzwischen nirgendwo mehr behauptet.

Kanonisiert sind dagegen die Gaskammern. Jeder Zweifel, jeder Versuch einer naturwissenschaftlichen Analyse, ist streng verboten. An diesem Glaubensdogma darf nicht gerührt werden. Die Göttlichkeit Jesu Christi war eine historische Tatsache, sie zu in Frage zu stellen, war damals „Ketzerei“. Heute nennt sich ein Infragestellen, der geringste Zweifel „Leugnung“. Die Göttlichkeit einer Person, auf die sich Weltreligionen mit Milliarden Anhänger berufen, können Sie heute straflos ablehnen. Aber Sie dürfen nicht einmal den persönlichen Unglauben an Gaskammern und sechs Millionen verkünden, denn das ist schlimmer als Mord.

Diese neue Religion bietet sogar ein Heilsversprechen, aber nur für einige Wenige. Jeder einzelne gläubige Christ konnte hoffen, der Hölle zu entgehen und die ewigen Freuden des Paradieses zu empfangen. Der gläubige Holocaustanhänger darf hoffen, staatlichen Nachstellungen zu entgehen und als treuer Prediger gefördert zu werden. Wir sind damit auf dem besten Weg zu einem Gottesstaat, in dem nur Priester der Holocaustreligion zu Macht und Ansehen gelangen. Umgekehrt heißt das, daß ein Abfall von dieser Religion Macht und Posten gefährdet. Deshalb tut der theokratische Staat alles, um diese Religion zu erhalten.

Das Christentum sprach noch von seinen Opfern und Märtyrern, als längst die Nichtchristen die Opfer der Christen geworden sind. Die Holocaustreligion hat nichts anderes zu bieten, als die schon lange begrabenen Opfer. Sie sind der zentrale Punkt des Glaubens, die alleinige Lehre. Milliardenzahlungen, ein eigener Staat, militärische Aufrüstung, Sonderbehandlung in jeder Hinsicht – alles wird nur durch die unantastbaren Opfer begründet. Die Religion hat ihre Weihestätten und ihre Weihehandlungen, ihre Gebete und ihr Glaubensbekenntnis.

Und ja, es ist eine orientalische Religion mit Absolutheitsanspruch. Du darfst keine toten Armenier neben den Juden haben, keine Ukrainer und Russen, keine Chinesen oder Kambodschaner, keine Indianer und keine Hungertoten in Afrika. Diese Religion ist einzigartig, nur ihre Opfer sind der Apotheose würdig.

Wir leben im Jahr 64 Holocausti, vergleichbar den Jahren 80 bis 100 nach Christus. Die letzten Augenzeugen, die selbst noch erlebt haben, was geschehen ist und was nicht, sterben weg. Aus einer bezeugten, lebendigen Religion wird jetzt eine Religion des Buches, der Aufzeichnungen, der Glaubenslehren. An Erinnerungen, ob ehrlich oder nachgebessert, ist alles aufgezeichnet. Wer gelogen hat, nimmt diese Schuld mit ins Grab. Was jetzt noch kommt, sind die Fiktionen, ähnlich den Wild-West-Romanen, keine Dokumente, sondern nur nachempfundene Unterhaltung. Deshalb wachen die neuen Kirchenväter besonders streng darüber, daß diese Fiktionen in ihrem Sinne abgefaßt werden.

Wie zentral die Glaubenslehren inzwischen in der deutschen Gesellschaft angekommen sind, zeigt die Aussage eines deutschen Richters, wonach es völlig egal ist, ob der Holocaust stattgefunden hat oder nicht, es genüge völlig, daß Zweifel daran in Deutschland strafwürdig sind. Dies taugt als Begründung für einen Inquisitionsprozeß, in dem es nicht um Recht oder Tatsachen, sondern ausschließlich um Glaubensfragen geht. Die Erde ist eine Scheibe und die Sonne dreht sich darum, wer anderes behauptet, ist ein Ketzer und muß widerrufen oder er wird bestraft. Gegenbeweise sind nicht statthaft, sondern verschlimmern nur die Ketzerei.

Leider fehlt der Holocaustreligion das Heilsversprechen. Wer gerade ins Geschützrohr eines israelischen Panzers blickt, dem sind sechs Millionen Tote in einem fernen Land und vor langer Zeit herzlich egal. Wer dank der weltweiten Finanzkrise seinen Arbeitsplatz verloren hat, den interessieren keine Gaskammern. Wer als Amerikaner die Juden seiner Gegenwart als wohlhabend und erfolgreich erlebt, sieht diese nicht bestimmt nicht mehr als arme Opfer der bösen Deutschen einer dank Hollywood legendenhaften Vergangenheit

Eine Religion ohne Heilsversprechen ist eine Religion mit Verfallsdatum. Sicher, die Gottesdienste werden als Lippenbekenntnisse fortgeführt, die Weihestätten werden noch besucht, aber warum sollte in zwanzig oder dreißig Jahren noch jemand für Opfer bezahlen, die allesamt weggestorben sind? 300 vor Christus haben die Römer ihre Religion noch ziemlich ernst genommen, auf Jupiter vertraut. 300 nach Christus gingen gebildete Römer zwar noch zum Beten in die Tempel des Jupiter, aber nur, um die alten Traditionen zu pflegen. Nicht Jupiter schirmte das Imperium, sondern die Söldner in den Legionen. Wunder? In hoc signo vinces! Das war das Wunder, über das diskutiert wurde.

Ein Glaube ohne Heilsversprechen ist ein Glaube für gute Zeiten. Wer in der wirtschaftlichen Depression ums eigene Überleben kämpft, sieht nicht ein, für Tote der Vergangenheit zu bezahlen. Bei 15 Millionen Arbeitslosen in Deutschland ist es nebensächlich, ob der Nachbar an 300.000 oder sechs Millionen glaubt. Dieser Religion fehlt der Gott, der Wunder wirkt. Die Priesterschaft kann ihre Macht, Posten zu vergeben, nur dann ausüben, wenn es genügend Posten gibt.

Das Geheimnis des Glaubens ist die Hoffnung auf Besserung. Wer nur „wider das Vergessen“ predigt, hat die Grundlagen einer Religion nicht verstanden.

Eines ist jedoch richtig: Das Christentum starb in Auschwitz. Der Glaube, der einstmals Europa geeinigt und zu größten Leistungen angespornt hat, ist nicht mehr. Ja, es gibt noch immer ein paar wenige Menschen, die sich tatsächlich Christen nennen dürfen. Die Mehrzahl jener, die in Deutschland Kirchensteuern bezahlen, sind keine Christen mehr. Wenn ein „Künstler“ ein Schwein ans Kreuz schlägt, stört das keinen. Es zeigt deutlich, daß dies nicht mehr als Beleidigung Gottes aufgefaßt wird. Eine Karikatur, in der ein Araber in der einen Hand einen Koran, in der anderen eine Bombe hält, wird hingegen noch verstanden.

Benötigen wir überhaupt noch den orientalischen Ansatz? Benötigen wir Priester, die sich zwischen uns und dem Ewigen stellen? Benötigen wir eine Hierarchie, die uns lenkt und regiert, im Namen und im Auftrag eines Gottes, der für die Regierten nicht zu sprechen ist, außer durch die Vermittlung eines der Regenten?

Wir sind weit genug, wir können jetzt selbst den Weg beschreiten, den Weg zurück in die Freiheit, zum westlichen, zum germanischen Ansatz. Es wird Zeit für einen neuen Glauben, für ein erneuertes Christentum, das von Völkermord und Totschlag des Alten Testaments endgültig gereinigt ist. Wir bedürfen nicht eines mehr an Kirche, sondern eines mehr an Glauben. Und wir bedürfen charakterstarker Priester, die bereit sind, auf das zu verzichten, was des Kaisers ist, um das zu erlangen, was Gottes ist.

Die alte Kirche hat Christus ans Kreuz geschlagen und ihn dort hängen lassen, seit zweitausend Jahren. Dort hängt er gut, stört er doch nicht dabei, sich an der Herde zu weiden. Nehmen wir ihn endlich ab, lassen wir ihn endlich auferstehen! Wir brauchen keinen Felsen, um eine Kirche zu begründen, keinen Saulus, der aus geschäftlichen Gründen als Paulus die Seite wechselte, um eine Organisation aufzuziehen. Was wir hingegen brauchen, ist Halt und Frieden, nicht ewige Schuld und Verdammnis.

Herr, Du wahrer Gott der Menschen, erlöse uns von allem Menschen, die aus Eigennutz Deinen Namen mißbrauchen!

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Die Bücher „Betrüger Republik Deutschland“ und „Die spirituelle Welt“ habe ich nicht nur einmal gelesen. Auch für die anderen Werke lege ich meine Hand ins Feuer.

Andreas Helten

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Erschienen 2005
100 Seiten
5,95 Euro

Erschienen 2007
112 Seiten
8,90 Euro

Erschienen 2007
108 Seiten
8,90 Euro

Erschienen 2008
240 Seiten
19,95 Euro

Erschienen 2008
300 Seiten
24,95 Euro

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Quellen:

http://www.irancartoon.com/

Die Grafik gehört nicht zu Michael Winklers Artikel „Mysterium Fidel (11.2.2009)

http://www.michaelwinkler.de/

http://www.michaelwinkler.de/Kommentar.html


  1. 13. Februar 2009 um 11:54

    Michael Winkler ist unheimlich gut. Ich lese ihn auch regelmäßig und gebe in Foren Links zu seiner Seite, übrigens auch zu dieser… Die Betrüger Republik Deutschland habe ich auch. Als ich den ersten Tageskommentar vor Jahren durch einen Link im Focus (als ich dort noch im Forum schrieb) zum erstenmal gelesen habe, ging ein Ruck durch mich, genau das fühlte ich auch, diese Endzeitstimmung. Wohin gehen wir, keine Ahnung, aber etwas MUSS sich ändern, denke ich schon seit Jahren. Nun habe ich vieles, auch dank dieser Seite, gelesen und auch Filme gesehen, wie sich graue Eminenzen die Welt von morgen vorstellen, nämlich eine faschistische Grundordnung mit einer anonymen Welregierung, die fern, bösartig und machthungrig von niemandem zur Verantwortung gezogen werden kann, die jeden Widerstand durch die Weltarmee, anonym wie Ameisenheere, grausam erstickt, die Menschen zu Nummern degradiert und künstliche Auslese betreibt.

    Wollen wir hoffen, dass das, was Michael Winkler deutlich werden lässt, sich eher erfüllt, Gemeinschaften wie bei den Germanen, ohne Zwänge und Ängste.

    Wer braucht ein Rauchergesetz, Hundegesetz, eine Rechtschreibreform, wo wir doch eine brauchbare hatten, wer braucht Fahrradhelmpflicht, Handyverbot und Gurtpflicht im Auto, wer muss 2x im Jahr die Zeit umstellen? Ich könnte endlos weiterschreiben, vor allem, wer braucht einen Bundestagmit 614 unfähigen Figuren und 40 000 Beschäftigte in Brüssel? Die alle tun nichts weiter als ihre Daseinberechtigung durch immer sinnlosere gesetze beweisen zu wollen, die uns so einengen, dass wir nicht mehr atmen können, wir werden abgezockt, wenn wir gegen all den hausgemachten Blödsinn verstoßen, ich sag nur Glühbirnenverbot, Gleichbehandlungsgesetz, das den RA neues Futter gibt.
    Wie frei müssen die Germanen und von mir aus die Wikinger gewesen sein, heute sind wir so dekadent wie seinerzeit die Römer, die großen Völkerbeglücker von Afrika, Asien und Europa bis 500 n.Chr.

  2. bl
    12. Februar 2009 um 17:44

    Jaja, der unheilige Holocaust… Aber hat nicht jedes Land nicht nur die Politiker, sondern auch den Glauben, den es „verdient“? Ist doch alles selbst gemacht.

    Viel unangenehmer als die permanenten Ablasszahlungen finde ich noch, dass die Deutschen sich selber Schuld und Scham verordnen. Egal, was damals war – der Holocaust, die Nazis, Stalin, andere Völkermorde, die Kirche mit den Kreuzzügen und der Inquisition, die niedergemetzelten Indianer, die Kolonialisation…. es ist vorbei. Es ist Vergangenheit – eigentlich, aber durch das sich erinnern wird es neu belebt – immer wieder neu erschaffen. Die Wirkung davon ist nicht Abschreckung, sondern neue Völkermorde, wie man z.B. in Gaza sehen kann. Schuld und Scham sind außerdem extrem niedrige „Vibrations“, die nur noch durch den Tod getoppt werden können…

    Glauben ist etwas ganz anderes. Er wurde nur von den Kirchen oder Politikern oder anderen „Machtmenschen“ instrumentalisiert. Glauben ist ein sehr effektives mentales Werkzeug, d.h., das, wovon ich überzeugt bin, das, auf was ich fokussiere, das, was ich wirklich (für) wahr nehme wird meine Realität. Kein Wunder, dass der „Glauben“ immer kontrolliert wurde und wird und alles, was nicht dem jeweilig gültigen Glauben entspricht, als Ketzerei und heute als Gedankenverbrechen und sogar tatsächliches Verbrechen gilt.

    Der Glauben, der heute wiederentdeckt werden muss, ist der „operative Glauben“ oder die Kunst der Fokussierung, oder sich ein eigenes Bild zu machen (die ultimative Bildung). Deshalb ist es extrem sinnvoll, vor allem an sich Selbst zu glauben und genau das für wahr zu nehmen, was man will und nicht etwas, was Irgendjemand eben so meint oder gar an etwas zu glauben, das man überhaupt nicht will, was fast schon die Regel ist.

    Die deutsche Sprache ist bei vielen Begriffen sehr beschreibend. Das gilt auch für den Begriff Wahrnehmung. Und das kann man ruhig wörtlich nehmen, denn das, was ich für wahr halte, nehme ich wahr. Und wer das verstehen kann, wird kein Opfer mehr von Propaganda und anderen Suggestionen sein.

    Aber man muss natürlich herausfinden, was man für wahr hält, um diese temporären Wahrheiten bei Bedarf ändern zu können…

  3. 12. Februar 2009 um 16:16

    Hallo Aufmerksamer Leser,

    in Richtung 2010 ist ein Interesse, so wie das Ihre, eine wohltuende Ausnahme und fällt ohne weiteres ind die Kategorie „Seltenheitswert“.

    Sie verweisen im Kommentar auf den Artikel – DER GΘLDENE SCHNITT – Sie haben eine Schwäche für dieses Thema?! – das kann ih gut nachempfinden. Das Video sollte ich mal woanders hochladen, es ist sehr interessant. Ich kann Ihnen das Video gerne zur Verfügung stellen. Falls die übermittelte E-Post Adresse korrekt ist, sende ich eine Zugangsberechtigung zum Archiv. Das Video dann einfach als Win.rar Datei runterladen.

    Geben Sie mir noch bescheid, ob Ihre Adresse richtig ist.

    MFG

    Andreas

  4. Aufmerksamer Leser
    12. Februar 2009 um 14:53

    Vielen Dank für den Artikel, den ich aus anderer Sichtweise, für mich als geniale Fortführung eines anderen Artikels von Dir betrachte:
    https://gedankenfrei.wordpress.com/2008/11/08/karlsruhe/#more-3802
    (Leider geht das Video nicht mehr)
    und den Link von dir:
    http://www.pimath.de/magnetfeld/

    Die Anordnung der katholischen Kirchen welche in den Jahren vor 700 n.Chr. in unserer Gegend entstanden sind,
    d.h. und das Ableben der Merowinger durch die Einführung der Hausmeier vom Pabst und das emporkommen der Karolinger haben mich auf die selben Gedankengänge gebracht, wie Michael Winkler.

    Mein kurzes Fazit:
    Durch die Quantenphysik/mechanik wurde nun heute Gott bewiesen und durch den ersten Artikel von dir (s.o.) bin ich unseren Naturvölkern wie den Wikingern näher gekommen, dem Grund ihres Ablebens.
    Beides kann kombiniert werden und noch mehr…

    Merowinger kommt von MeroVickinger und es war ein germanisches Geschlecht verbunden der Natur mit Naturgöttern, welche irgendwann als Germanen bekannt die Römer vertrieben haben und doch alle reingelegt wurden.
    Allen Glauben gegen Geld und Gold eingetauscht haben.
    Ein verblendetes Volk sind wir auch noch immer.
    Jahrhunderte lange Trainigsmaßnahme der Religionen.

    Jeder glaubt, Jeder, nicht zu vermeiden wie essen und trinken zu müssen.
    Unsere jetzige Religion ist leider zu oft Geld und Gold.

    Für mich sind die jetzigen Zeiten ein Gigantisches Lösen von Geheimnissen, die wie einzelne Puzzlestückchen im Internet verborgen sind.
    Heute habe ich ein schönes Puzzelstück gefunden, Danke.

  5. Jan
    12. Februar 2009 um 12:35

    Hallo Andreas

    guter Artikel. Der Mann ist sehr gut. Ich lese dort regelmässig auch den Tageskommentar.

    Gruss

    Jan

  1. 13. Februar 2009 um 01:17

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