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»Furchtappellforschung« Die Praxis der „Gesundheitsförderung“

Seit den Zeiten des Propagandaleiters Dr. Göbbels hat sich auch bei uns einiges geändert – man möchte fast „leider“ sagen. Damals war es jedermann bekannt, wenn Dr. Göbbels eine Rede hielt, dass diese Rede im Sinne des Reichskanzlers Adolf Hitler abgefasst war. Dr. Göbbels war das Sprachrohr des Führers und der Führer verkörperte den Volkswillen. So einfach war das. Damals. Und heute?

Heute haben wir kein Reich und daher keinen Reichskanzler mehr, sondern einen Bundeskanzler, der auch neuerdings einen weiblichen Vornamen haben kann – egal, Hauptsache er hat in der BRD die Hosen an. Und Propaganda gibt es auch nicht mehr, das heißt jetzt nämlich „Aufklärung“. Und in wessen Interesse diese Aufklärung heutzutage betrieben wird, das liegt „aus gutem Grund“ für die meisten davon Betroffenen völlig im Dunkeln.

In der demokratischen BRD gibt es eine „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“, die in einer Broschüre netterweise darüber aufklärt, zwar nicht für wen, aber wie sie Propaganda macht. Die Broschüre heißt „Prävention durch Angst? Stand der Furchtappellforschung“. Hat jemand von Ihnen den Neusprech-Begriff „Furchtappell“ zuvor schon mal irgendwo gehört oder gelesen? Ich auch nicht. Der kommt auch in demokratischen Wahlprogrammen nicht vor. In dieser amtlichen Broschüre wird beschrieben, mit welchen Methoden man bestimmten Zielgruppen, oder aber auch möglichst uns allen, Angst einjagt, um ein gewünschtes Verhalten – hier auf dem Gebiet der „Gesundheit“ – zu erzeugen. Also, wie bringe ich Mütter dazu, ihre Kinder gegen Krankheiten impfen zu lassen, an denen bei uns seit 30 Jahren keiner mehr gestorben ist, oder wie kann das Überwachungsinstrument E-Card den Krankenversicherten als Fortschritt verkauft werden, und ähnliches. Zum besseren Verständnis, bzw. um einfach mal aufzuzeigen, wie das regierungsamtliche Appellieren an unsere Furcht durchgeführt wird, hier ein Auszug aus der 150 Seiten starken Broschüre:

Begriffsklärung ,Social Marketing‘

SOLOMON (1989) datiert die Geburtsstunde des Begriffs des Social Marketing auf den Satz von WIEBE (1952): „Warum kann man Brüderlichkeit nicht ebenso verkaufen, wie man Seife verkauft?“. Social Marketing beschäftigt sich demnach mit der Verbreitung von sozialen Werten an eine große Zahl von Personen. Eine spezifischere Definition des Begriffs gibt KOTLER (1975): „[Social marketing ist] die Gestaltung und die Kontrolle von Programmen, die danach streben, die Akzeptanz einer sozialen Idee oder Maßnahme in einer bestimmten Zielgruppe zu erhöhen. Es wendet dabei Konzepte an, wie z.B. Marktsegmentierung, Verbraucherstudien, Ideengestaltung, Kommunikation, Moderation, Anreize und Austauschtheorie, um möglichst große Effekte in der Zielgruppe zu erreichen.“

In Deutschland gibt es bislang nur eine kurze Tradition des Social Marketing. In den wenigen Studien werden sehr heterogene Konzepte vertreten, was unter Social Marketing zu verstehen sei… Es wird deutlich, dass bezüglich des Schlagworts Social Marketing in Deutschland bisher kaum klar umrissene Vorstellungen vorhanden sind.

Spezifischer wurde der Begriff des Social Marketing von BRUHN und TILMES (1994) gebraucht und inhaltlich gefüllt. Diese Arbeit steht in der Tradition der ursprünglichen Definition von KOTLER (1975) und sieht als Bestimmungsstücke des Social Marketing folgende vier Merkmale:

  • Social Marketing ist als ein systematischer Planungs- und Entscheidungsprozeß anzusehen. Auf der Basis einer Situationsanalyse und Zielformulierung werden die Marketingaktivitäten geplant, organisiert, durchgeführt und kontrolliert.
  • Social Marketing ist auf die Lösung sozialer Aufgaben gerichtet. Dies betrifft sowohl gesellschaftlich akzeptierte und formulierte soziale Ziele (z.B. Gesundheitswesen, Umweltschutz und Entwicklungshilfe) als auch gesellschaftliche Tatbestände, die als veränderungswürdig erkannt werden (Anm.: Von WEM?) und in die gesellschaftliche Diskussion eingebracht worden sind bzw. eingebracht werden sollen.
  • Social Marketing bezieht sich auf vielfältige Erscheinungsformen nichtkommerzieller Organisationen. So werden etwa verschiedene Organisationen aus dem politischen, religiösen und kulturellen Bereich miteinbezogen.
  • Social Marketing orientiert sich ebenfalls an der systematischen Entwicklung einer Marketingkonzeption, d.h. durch den Einsatz verschiedener Marktinstrumente wird ein integriertes Marketing angestrebt.

SOLOMON (1989) unterscheidet den Begriff des Social Marketing von der Strategie des Social Advertising. Während das Social Advertising sich vor allem mit Werbemaßnahmen zur Förderung einer Idee beschäftigt, ist der Inhalt des Social Marketing durch die sogenannten vier Ps gekennzeichnet: product, price, place, and promotion (Produkt, Preis, Ort und Verkaufsförderung).“
Das „Elaboration Likelihood Model“ von PETTY und CACIOPPO (1986) (i.f. ELM) und das Modell der heuristischen vs. systematischen Verarbeitung („heuristic systematic Model“) von CHAIKEN, LIBERMAN und EAGLY (1989) (i.f. HSM) sind aktuell diskutierte Theorien zur Erklärung von Einstellungsänderungen durch Überredung. Die Modelle gehen von jeweils zwei unterschiedlichen Wegen der Einstellungsänderung durch persuasive Kommunikation aus. PETTY und CACIOPPO (1986) bezeichnen diese beiden Prozesse als zentralen Weg bzw. als peripheren Weg….

Und weil da so gescheit geschwätzt wird (Neusprech: „Einstellungsänderung durch Überredung“ statt „Gehirnwäsche“), darf es sich „wissenschaftlich“ nennen!

Gehen Demokraten eigentlich wählen, um sich anschließend von den Gewählten bzw. deren wissenschaftlichen Handlangern „überreden“ zu lassen, Dinge zu tun oder Umstände anzuerkennen, die sie ohne Überredung nicht mit sich machen lassen oder nicht erdulden (tolerieren) würden??

Im Anhang dieser Broschüre befindet sich ein siebenseitiges Autorenverzeichnis von den „Forschern“, die sich mit der Thematik der Massen- und Zielgruppenbeeinflussung befasst haben! Wie alle „Wissenschaften“, so ist auch die „angewandte Psychologie“ in die Breite gewalzt worden und verästelt sich in immer kleinere Spezialgebiete, wo jeder aufstrebende „Experte“ seine gewinnbringende Nische finden kann. Die Annahme, dass die Propagandaforschung mit den Steuergeldern derjenigen finanziert wird, die es zu manipulieren gilt, ist nahe liegend.

Wo es bei Dr. G. noch ausreichte, an die Volksgemeinschaft und die Opferbereitschaft ihrer Mitglieder zu appellieren, muss heute, nach Abschaffung derselben, zu weitaus komplizierteren Methoden der Solidaritätseinforderung gegriffen werden. Und wo es damals zumeist ausreichte, zu propagieren, dass zu einem gesunden Geist auch ein gesunder Körper gehört, so werden heute gesundheitliche Verhaltensmaßnahmen durch Angstmacherei zu fördern versucht. Aufmerksame Zeitgenossen werden das Muster des umerziehenden Social Marketing häufig in Medienkampagnen erkennen können:

Die Arbeitsplätze der Transplantationsfachkräfte sind in Gefahr? Kein Problem, dann wird halt auf allen Kanälen für Organspenden geworben, Prominente werden eingespannt, rührselige Geschichten nachgespielt, und wir bekommen ein schlechtes Gewissen, weil wir diese kannibalistisch anmutende „Verwertungstherapie“ immer noch ablehnen.

Es muss noch mehr mit Aluminium versetzter Impfstoff in die Kinderkörper rein? Kein Problem, da wird ein „Recht auf größtmögliche Gesundheit“ als Kinderrecht proklamiert, wozu geimpft werden dürfen zentral dazugehört, und schon sind impfgegnerische Eltern Rabeneltern, gegen die man am besten die Nachbarn aufhetzt oder gleich gerichtlich vorgeht. 1

Die EU-Kommission hat eine Erhöhung der Quote erwerbstätiger Frauen angemahnt? Kein Problem, da wird die Propagandaschiene gegen die langweilige, entwürdigende, unbezahlte Hausarbeit hochgefahren, zugleich bekommen alle Frauen, die kein Geld verdienen, also unproduktiv sind, ein schlechtes „Image“ verpasst, die Fremdarbeit in Haushalten (für polnische Haushälterinnen) wird steuerbegünstigt und die Kindererziehung, dies beweist das Fernsehen, hat die Supernanny oder die Tante KITA sowieso besser drauf. Außerdem beschäftigen sich ganze Horden von Sozio- und Psychologen mit allen Spielarten des unübersetzbaren „Gender Mainstreaming“, dessen Hauptziel die Gleichschaltung der Geschlechter auf allen Ebenen des Seins ist, also auch im Beruf.

Die Geschlechterverwirrung ist noch nicht groß genug? Kein Problem, dafür gibt’s den „Girls Day“, wo Mädchen an Männerberufe herangeführt werden sollen, dafür gibt es Werbeaktionen für schwule Lebensart, für männliche Hebammen und weibliche Stahlbauer.

Was sind das bloß für menschenfeindliche Ziele, die mit solchen hinterlistigen, heuchlerischen Methoden beworben werden müssen?

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  1. 15. Januar 2009 um 23:22

    °° Hallo pchrep,

    Der Nutzen für die Auftraggeber muß enorm sein.

    Ich frage mich nur, ob jene, die den Auftraggebern dienen, so tief in die Arbeit einer Studie vertieft sind, wobei ner Nutzen nicht realisiert wird und ein Gewissen insoweit nicht nur tolleriert wird, sondern auch noch feuchtfröhlich gefördert wird?!

    … ganz normal, dieser Wahnsinn …

    Übrigens, danke für die Blumen – ich wünschte ich hätte mal einen Grund für einen fröhlichen und positiven Beitrag. Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

    Lieben Gruß

    Andreas

  2. 15. Januar 2009 um 23:15

    °° Hallo Kersti Wolnow,

    wie Recht Sie doch leider haben. Ja, mit der Bewegung in falscher Richtung bringen Sie es auf den Punkt.

    Stillstand kann auch Bewegung sein.
    Eine andere Form von Stillstand, ist diese Bewegung

    Vielen Dank für Ihr Kommentar.

    Andreas

  3. Kersti Wolnow
    14. Januar 2009 um 11:21

    Wie sage ich immer so schön? Alles ist in Bewegung, nur in die falsche Richtung.

  4. pchrep
    13. Januar 2009 um 17:06

    Hier sieht man mal wieder wie ausgeklügelt manipuliert wird, ein schöner Artikel.Die Anfertigung derartiger Broschüren wird mit viel Aufwand betrieben.Der Nutzen für die Auftraggeber muß enorm sein.

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