• The Global Governance •

Einige Erläuterungen am Schluss


(1)   Gerhard Schröder   und   Rothschild

Berater der Investment Bank Rothschild; (European Advisory Council)

(2)   Lothar Späth   und   Merrill Lynch

Deutschlandchef der Investment Bank Merrill Lynch

(3) Wolfgang Clement und  Citigroup

Berater der Citi Bank – größte Investment Bank der Welt

(4)   Cajo Koch-Weser und   Deutsche Bank

(früher Staatssekretär im Finanzministerium)

jetzt Vice Chairman der Deutschen Bank (= Investment Bank)

(5)   Helmut Kohl   und   Credit Suisse

Mehrere Jahre Beiratsmitglied der Credit Suisse (Investment Bank)

(6)   Wim Kok und   ING

(Kok = langjähriger Regierungschef der Niederlande)

Aufsichtsrat der ING Group (holländ. Investment Bank)

(7)   Otto Graf Lambsdorff    und   Menatep

Mitglied der Advisory Board der Bankgruppe Menatep

(8)   Friedrich Merz   und   Konzertierte Aktion von Anglo-American Hedgefonds

ab 12. Juli 2005 Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Börse.
Die neuen Eigner (eine Gruppe von HedgeFonds unter Führung von Christopher Hohn, (The Children Funds), hatten ihm sogar den AR-Vorsitz angeboten

(9)   Klaus Kinkel   und   Lehman Brothers

Der Deutschland-Chef der Investmentbank Lehman Brothers, Karl Dannenbaum, sicherte sich 2002 die Beraterdienste des früheren Justiz- und Außenministers Klaus Kinkel (FDP);

(10) Otto Schily   und   Biometrics Systems AG

Der frühere Innenminister zieht im August 2006 in den Aufsichtsrat dieses Biometrie-Unternehmens ein..

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Anmerkungen

Zu (1) und (3):   Gerhard Schröder und Wolfgang Clement


Fallbeispiel 1:
Die hierarchische Positionierung nationaler Führungspersonen

Im November 2003 bestellt der Chef der größten Investment Bank der Welt den Chef  der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu einem Gespräch –  an seinen Dienstsitz.

Bundeskanzler Gerhard Schröder fliegt nach New York, um mit Sandy Weill ein Gespräch darüber zu führen, wie die deutsche Politik sich dazu stellen würde, wenn die Citigroup die größte deutsche Bank (aus der Frühstückskasse) aufkaufte.

Zehn Finanzvorstände großer DAX-Unternehmen müssen anschließend dem Bundeskanzler klarmachen, welche Katastrophe der Verkauf der größten deutschen Bank für die Exportfinanzierung deutscher Unternehmen darstellen würde.

Eine Biographie titelt über Weill: „King of Capital“.

(MacroAnalyst.de: Ausschnitt aus dem Papier über den Aufstieg von Investment Banking)

Zu (2):   Lothar Späth

Repräsentative Aufgaben

Meist haben Ex-Politiker einen Beratervertrag, selten sind sie fest angestellt – wie etwa Lothar Späth.

Der frühere CDU-Ministerpräsident von Baden-Württemberg leitete jahrelang das Hightech-Unternehmen Jenoptik in Jena, danach beriet er die Investmentbank Merrill Lynch, seit 2005 leitet er das Geschäft in Deutschland und Österreich.
Allerdings übernimmt Späth vorwiegend repräsentative Aufgaben.

Quelle: sueddeutsche.de  24.3.2006

Zu (3):   Wolfgang Clement


Paragrafen lauern überall
Elisabeth Niejahr und Kolja Rudzio

“Das deutsche Arbeitsrecht sei „schwer kalkulierbar“, sagt Ulrich Jordan, Personalchef der Citibank Deutschland. Die Rechtsprechung sei „einseitig auf die Interessen der Arbeitnehmer ausgerichtet“. Jordan, der eine Zeit lang Europa-Personalchef war und deshalb das Arbeitsrecht der Nachbarländer gut kennt, findete vieles „nur noch absurd“. Dabei geht es gar nicht in erster Linie um den Kündigungsschutz, über den derzeit so laut gestritten wird. Willkür und Wirrwar und ein schwer überschaubares Regeldickicht überfordern selbst Spezialisten.

Genau hier will Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement jetzt ansetzen. Bis zur Sommerpause will er eine „große Arbeitsrechtsreform“ vorlegen, bis Mitte März die entsprechenden Eckpunkte erarbeiten lassen. Ein gigantisches Vorhaben, vergleichbar am ehesten mit der regelmäßig beschworenen und nie verwirklichten Vereinfachung des Steuersystems. Einige hoch umstrittene Gesetze fallen darunter – der gesetzliche Kündigungsschutz zum Beispiel und die betriebliche Mitbestimmung. Hinzu kommen Tausende Einzelbestimmungen, die von A wie Ausbildungsverordnung bis Z wie Zeitarbeitsgesetz reichen und die in deutschen Büros und Fabriken nur wenig dem Zufall überlassen“.

Quelle: Die Zeit 27. 02. 2003

Zu (7):   Otto Graf Lambsdorff


„Eine Begebenheit am Rande enthüllt die verschlungenen Beziehungen dieser Akteure zur amerikanischen Finanzwelt. Der russische Innenminister, Gryslow, stellt  nach der Verhaftung Chodorkowskijs fest, die Ressourcen gehörten dem russischen Volk. Mit direktem Bezug darauf meldet sich Otto Graf Lambsdorff  mit der Forderung an die Öffentlichkeit, Russland für diese Auffassung zu bestrafen. Ihm sei der Zugang zum Weltwirtschaftsgipfel der G8-Länder zu verwehren!

Bei dieser Gelegenheit erfährt die deutsche Öffentlichkeit, dass Lambsdorff im Advisory Board der Bankgruppe Menatep sitzt, deren größter Teilhaber Chodorkowskij ist, und die 44 Prozent an Yukos hält.

In den Beirat der russischen Bank ist der Deutsche Lambsdorff auf den Vorschlag des Amerikaners, Stuart Eizenstat, gekommen.
Eizenstat, im Range eines  Staatssekretärs im US Finanzministerium, war Chefunterhändler für die Entschädigungen der Zwangsarbeiter im Nationalsozialismus. Lambsdorff war der deutsche Chefunterhändler, der einen Betrag von schließlich (hauptsächlich vom deutschen Steuerzahler aufzubringenden) 10 Milliarden unterschrieb“.

Quelle: MacroAnalyst.de: Ausschnitt aus dem Papier über den Aufstieg von Investment Banking


Zu 10: Otto Schily

Dieses Beispiel passt nicht unter unsere Generalüberschrift „Global Governance und Politiker“. Die Produkte der beiden Firmen passen aber zum Thema Globalisierung.

Schily wird Aufsichtsrat bei Biometric Systems AG: Im Februar 2004 hatte Schily ein zeitlich befristetes Pilotprojekt der Firma zur Biometrie-gestützten Grenzkontrolle mittels Iris-Erkennung am Frankfurter Flughafen genehmigt. Nachdem der Versuch letztes Jahr abgelaufen war, verlängerte Schily als eine seiner letzten Amtshandlungen im vergangenen September das Firmenprojekt am Flughafen kurzerhand um weitere zwei Jahre.

Schily wird Aufsichtsrat bei Safe ID Solutions . Sie stellt die Sicherheitstechnologie beim Prozess der Erstellung von biometrischen Pässen zur Verfügung. In Schilys Amtszeit wurde in Deutschland der Reisepass mit biometrischen Merkmalen eingeführt.

(Quellen: NachDenkSeiten-WL vom 11.08.200   und   FAZ vom 11. 8. 2006)

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Zu (1) und (3):   Gerhard Schröder und Wolfgang Clement

Eine Biographie titelt über Weill: „King of Capital“.

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Quelle: MacroAnalyst.de

NachDenkSeiten-WL vom 11.08.200   und   FAZ vom 11. 8. 2006)

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