Schultze-Rhonhof über die Kriegsschuld – Videos –

Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg. Was hat die Generation unserer Väter und Großväter dazu bewegt, nur 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg Adolf Hitler in einen neuen Krieg zu folgen?

Die Suche der Autoren nach einer Antwort führt zu überraschenden Ergebnissen. Dokumente beteiligter Außenministerien, Notizen und Memoiren englischer, französischer, italienischer und amerikanischer Regierungschefs, Minister, Diplomaten und Armeeoberbefehlshaber belegen: Es war eine ganze Anzahl von Staaten, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt haben. Zusammenhänge werden deutlich, die bislang schlichtweg übergangen wurden.

„Dieser Krieg“, so Schultze-Rhonhof, „hatte viele Väter“. Vieles in unserer deutschen Geschichte zwischen 1919 und 1939 ist ohne Kenntnis des zeitgleichen Geschehens in anderen Ländern nicht zu verstehen, zu eng greifen oft Wirkung und Wechselwirkung ineinander. Doch es ist nicht allein die zeitgleiche Geschichte unserer Nachbarvölker, die den Kriegsbeginn beeinflußt hat, es ist auch – und das nicht unerheblich – die gemeinsame Vorgeschichte der streitenden Parteien. Der israelische Botschafter in Bonn, Asher ben Nathan, antwortete in einem Interview auf die Frage, wer 1967 den 6-Tage-Krieg begonnen und die ersten Schüsse abgegeben habe: „Das ist gänzlich belanglos. Entscheidend ist, was den ersten Schüssen vorausgegangen ist.“ So hat fast jede Geschichte ihre Vorgeschichte.

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  1. Volker Maaßen
    4. November 2012 um 20:15

    Ich möchte diese Stelle nutzen, um einige Zitate aus Gregory Bateson’s Buch, Ökologie des Geistes, Suhrkamp, 1983 niederzuschreiben; Thematik: Ende des ersten Weltkrieges. “ Die Idee war, daß die Deutschen vielleicht aufgeben würden, wenn wir ihnen milde Waffenstillstandsbedingungen anböten. Diese Bedingungen wurden in vierzehn Punkten abgefaßt… Es sollte keine Annektionen, keine Kriegssteuer, keine Bußen…geben. Und die Deutschen ergaben sich. ..
    Der Vertrag wurde von vier Männern ausgarbeitet: Clemenceau, dem „Tiger“, der Deutschland vernichten wollte, Lloyd George, der meinte… eine Menge Reparationen aus Deutschland herauszupressen und sich ein wenig zu rächen; und Wilson…Wer war der Vierte? Orlando war es, ein Italiener.
    Das war einer der größten Ruchfälle in der Geschichte unserer Zivilisation. Ein höchst ungewöhnliches Ereignis, das ziemlich direkt und unvermeidliche zum zweiten Weltkrieg führte. Es führte auch zur volkommenen Demoralisierung der deutschen Politik. Wenn Sie Ihrem Jungen etwas versprechen und ihr Wort nicht halten, indem Sie das ganze auf eine hohe ethische Ebene bringen, dann werden Sie wahrscheinlich feststellen, daß er nicht nur wütend auf Sie ist, sondern auch, daß sich seine moralischen Handlungen verschlechtern, solange er die unfairen Hiebe dessen fühlt, was Sie ihm antun. Nicht nur war der zweite Weltkrieg die angemessene Antwort einer Nation , die in dieser besonderen Weise betrogen wurde…“
    Auf diesem gefühlsmäßigem Mischmasch von Betrug und falscher Moral konnte Adolf Hitler in der Weimarer Republik und später seine Intrigen fein spinnen.
    Heutige Historiker, es wird höchst wahrscheinlich unterschiedliche Denklager geben, behaupten mittlerweile, dass der zweite Weltkrieg vermeidbar war. Ich kenne ihre Argumentation und die Sequenz ihrer Beweiskette leider nicht, aber allein aus dieser Erkenntnis heraus, müssen die Gründe im Detail, die immer wieder die Alleinschuld Deutschlands betonen, neu bewertet werden.

  2. 2. August 2012 um 20:59

    Herr Schultze-Rhondorf wird von Massenmediene als rechtsextrem abqualifiziert. Das ist geradezu kriminell. Er rührt mit seiner Wahrheitssuche und Wahrheitsfindung an ein Tabu, dessen Verteidigung Deutschland seit65 Jahren erpressbar von Seiten bestimmter Kriegsopfer gemacht hat.
    Vollinhaltlich stimme ich der Feststellung zu, dass nicht der erste Schuss den Schuldigen fixiert, sondern alles was diesem Schuss vorausgegangen ist.
    Ich habe das Buch gelesen. Es war nicht einfach, einen solchen Wälzer bis zuende zu lesen, aber ich bin der Auffassung, dass es Pflichtlektüre für jeden Historiker sein müsste.
    Das nächste Gehalt sollten die Geschichtsprofessoren erst bekommen, nach dem sie in einer Prüfung nachgewisen haben, dass sie den Inhalt des Buch verarbeitet haben.

    Claus Fritzsche

  1. 3. April 2010 um 11:08

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