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„Das deutsche Watergate”

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer stellt in der Januarausgabe von 2004 den „neuen Star“ der Alteigentümer der ehemals großen Güter im Osten und deren publizistischen Lobby vor, die es sich zur Aufgabe gemacht hat die unter der Kohlregierung und der ausgehandelten Besatzungsrichtlinien Nachforschungen zu betreiben . Auf Grund der recherchierten Brisanz wurde daraus eine Doktorarbeit.

Constanze Paffrath, die junge CDU-Kommunalpolitikerin aus Mühlheim an der Ruhr hat eine dicke Dissertation verteidigt, die Stoff für eine neue junkerliche Polit-Kampagne liefert.

Bald schon soll dieses Werk, das Frau Paffrath den Doktortitel einbrachte, als Buch erscheinen. Seine Thesen in Kurzform:

Die Rückgabe der zwischen 1945 und 1949 in der sowjetischen Besatzungszone enteigneten Immobilien sei durchaus möglich. Entgegen den Aussagen der Bundesregierung unter Helmut Kohl habe die UdSSR 1990 ein Rückgabeverbot keineswegs zur Vorbedingung der deutschen Einheit gemacht. Die Kohl-Regierung habe in dieser Frage das Parlament und auch das Bundesverfassungsgericht getäuscht, bei dem die „Alteigentümer”-Lobby mit ihren Restitu-tionsforderungen mehrfach abgeblitzt ist. Und sogar für den Fall, daß die Sowjetunion auf einem Rückgabeverbot bestanden hätte, hätte die Bundesregierung dem nicht nachgeben dürfen – selbst um den Preis eines Scheitern der Wiedervereinigung.

Unter dem Titel „Das deutsche Watergate” pries ein Autor der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ) die Arbeit von Constanze Paffrath bereits in höchsten Tönen (FAZ vom 29. September 2003, Seite 31). Auch die Aussage, Kohls Regierung hätte die Wiedervereinigung eben sausen lassen müssen, wenn Moskau auf einem Rückgabeverbot beharrte, findet dort keinen Widerspruch. Was fällt einem dazu noch ein? Vielleicht die von Konrad Adenauer in anderem Zusammenhang geprägte Formulierung, hier tue sich ein „Abgrund von Landesverrat” auf. Denn was ist es sonst, wenn ein Häuflein von einigen Tausend Leuten sein milliardenschweres Privatinteresse vor das grundgesetzlich festgelegte Ziel der Wiedervereinigung stellt? Und welche Notstände soll der Osten Deutschlands noch erleiden, wenn das fatale Prinzip „Rückgabe vor Entschädigung” auch noch auf das Land der Bodenreform ausgedehnt wird?

Moskau übrigens konnte es nie und nimmer einerlei sein, wie Deutschland für-derhin mit den Ergebnissen der Bodenreform verfährt. Eine Rückgabe des Landes an die alten Latifundistas und deren Erben durfte aus Sicht des Kreml nicht sein, weil ansonsten die Frage stünde: Was ist mit dem ehemaligen Eigentum Deutscher im heutigen Polen oder im nun russischen Teil Ostpreußens?

Die Eigentumsveränderungen in den Jahren sowjetischen Besatzungsrechts nicht anzutasten, war so eine Vorbedingung der Wiedervereinigung wie die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze.

Quellen:

http://www.vdgnev.de/

http://www.staatshehlerei.org/pressea/inh_pa2003.htm

http://www.sadaba.de/GSLT_RundfStV_11_19.html

  1. Reichsangehöriger Bennewitz
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