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Coca Cola, Privatisierung und Aneignung von Wasser.

Uni – Kassel – „Ein weiteres Beispiel über die Auswirkungen der Privatisierung von Wasser ist ein Dorf in Südindien, in Kerala. Der Staat Kerala ist einer der wasserreichsten Staaten auf der Welt; es herrscht nie Wasserknappheit. Aber vor zwei Jahren kam der Coca-Cola-Konzern dorthin, und durch einen geheimen Deal mit den regionalen Politikern haben sie begonnen, das Grundwasser anzuzapfen, in Flaschen zu füllen und unter dem Markennamen Kinley zu verkaufen: bis zu 1.5 Millionen Liter Wasser täglich. Ich nenne das Wasserdiebstahl, weil sie die Natur niemals um Erlaubnis gebeten haben. .. Innerhalb von nicht einmal begann der Grundwasserspiegel zu sinken. .. Jetzt gibt es in einem Radius von 2 Meilen keinen Tropfen Wasser mehr. Jeder Brunnen ist trocken, jede Zisterne ist leer, jeder Fluss ist ausgetrocknet.“ … Vandana Shiva, Rede beim GATS Kongress Köln, Mai 2003Eine Zusatzinformation, wie weit der Prozess der Privatisierung von Wasser geht:
In Indien, wo die Wasserversorgung des allergrößten Teils der Bevölkerung nicht durch ein ausgebautes Wasserleitungssystem der Kommunen, sondern weitgehend direkt durch die Flüsse gedeckt wird, ist der erste Fluss, der Sheonath in der Provinz Chattisgarh privatisiert worden. Polizei auf Motorrädern fährt am Fluss auf und ab, um zu kontrollieren, dass ja niemand einen Eimer Wasser aus dem Fluss holt. 1 km von den Flussufern entfernt dürfen die Brunnen nicht mehr benutzt werden. In Bolivien durften nach der Privatisierung ebenfalls die Brunnen nicht mehr genutzt, es sollte nicht mal mehr Regenwasser gesammelt werden dürfen, weil alles Wasser privat angeeignet werden sollte.
Es ist kein Wunder, dass besonders Frauen und Mädchen sich im Widerstand organisieren. Gibt es nicht genügend Wasser, so sind Frauen und Mädchen besonders betroffen. Sie müssen viel Zeit aufwenden, um Wasser zu holen. Schockierende Bilder begleiten diesen Fakt: Frauen, die bis zu 12 Stunden am Tag aufbringen müssen, Wasser zu holen. „Weil es weniger Wasser gibt, gibt es auch weniger Grünfutter und damit eine geringere Produktion von Milch wie Kuhfladen, die man als Brennstoff und Dünger verwendet. Weniger Kuhfladen bedeuten geringere landwirtschaftliche Erträge. Geringere Erträge beeinträchtigen die Qualität der Nahrung und die Ernährung der Frauen. Es besteht ein Teufelskreis aus Wasserproblemen und Umweltzerstörung, der die Gesundheit der Frauen beeinträchtigt. … Fehlender Zugang zu sauberem Wasser in ausreichenden Mengen und zu sanitären Einrichtungen trägt zu Krankheiten bei. .. Die Folge ist, dass insbesondere Frauen und Mädchen sich um kranken Angehörige kümmern müssen. Die Folgen wiederum sind : Unregelmäßiger Schulbesuch und schlechterer Zugang zu Bildung. .. Mit der Privatisierung der Versorgung nehmen die Probleme zu.“ Miloon Kothari 2- Die Privatisierung der Menschenrechte, in: Social watch Deutschland, Report 2003, S. 32/33
siehe auch:
Quellen:

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