– Neue Weltordnung? –

zur Notwendigkeit, Fragen zu stellen….

Weltbilder und Traditionen, die sich deshalb nicht bewährt haben, weil ihre Denk- und Empfindungsmuster in ein Handeln und Verhalten münden, das die Welt in den Ruin treibt, müssen sich prinzipiell in Frage stellen lassen. Sie müssen radikal analysiert werden.

Wie kann es sein, dass über Jahrhunderte hinweg die Verbundenheit allen Seins als Herzstück matriarchaler Spiritualität geleugnet oder lächerlich gemacht wird, während gleichzeitig von Menschen erwartet wird, ganz selbstverständlich an Unmögliches zu glauben, wie z. B. das leibhaftige Wandeln eines Gottessohns auf See oder das Verwandeln von Wein in Blut, das dann auch noch kannibalistisch anmutend verköstigt wird, oder die wundersame Geldvermehrung durch das Zinseszinssystem mit der damit verbunden Illusion grenzenlosen Wachstums? Diese Annahmen siedeln gänzlich jenseits physikalischer Gesetzmäßigkeiten, im Bereich der Spinnerei, des Wahnsinns im wörtlichen Sinne. Denn weder können Menschen über Wasser laufen, noch vermehrt sich Geld von sich aus, Geld ist nicht lebendig.

Wieso ertrinken an den Meeresgrenzen des heutigen Europas jährlich mehrere Tausend Menschen, obwohl die jeweiligen Positionen dieser Schiffbrüchigen durch lückenlose Satellitenüberwachung der NATO und der europäischen Regierung exakt bekannt sind? Diese Hoffnungslosen fliehen vor sozialen Verhältnissen in ihren Heimatländern, an denen Europa nicht schuldlos ist. Wie kann darüber hinaus daran gedacht werden, mit militärischen Mitteln jemals soziale Probleme lösen zu wollen?

Wo bleibt die Barmherzigkeit und Güte eines abendländischen Gottes, auf den sich heute noch viele Europäer in ihrer neuen Verfassung berufen wollen?

Weitere offene Fragen:

Warum rührt sich angesichts offensichtlichen Wahnsinns und Unrechts noch so wenig Widerstand? Warum lassen sich Menschen dermaßen in die Irre führen? Warum rührt sich heute angesichts der weiten sozialen Einschnitte gerade auch in der reichen, industrialisierten Welt nicht mehr Widerstand unter den Bevölkerungen? Warum nimmt ein überwiegender Teil der Menschen die wachsende Militarisierung der Gesellschaft und des internationalen Umgangs so gut wie unwidersprochen hin? Warum kann der „Krieg gegen den Terror“ fast ungehindert selbst zum Terror gegen die Welt werden?

Warum bleiben soziales Chaos, tief greifende Umweltzerstörung und der weltweit im Schlepptau so genannter humanitärer Einsätze der internationalen Eingreiftruppen ansteigende Rauschgift- und Menschhandel so wenig thematisiert?

Warum erscheint selbst die betroffene Mehrheit der Menschen angesichts der zerstörerischen gesellschaftlichen Veränderungen wie gelähmt? Menschenrechtskonventionen werden ungestraft genauso mit Füssen getreten wie demokratische Grundprinzipien und der Umweltschutz. Warum lassen sich die Menschen die sozialen und humanitären Errungenschaften der letzten 100 Jahre so einfach wieder wegnehmen? Wo bleiben die Aufschreie angesichts der global an Rasanz zunehmenden Wettfahrt in den Abgrund der Barbarei?

Eine Antwort auf diese Fragen drängt sich auf:

Zu viele Menschen sehen keine Alternativen zu der vorgegebenen politischen Richtung. Sie glauben den Strategen der neofeudalen Weltwirtschaftsordnung, die unter massivem Einsatz der vom Kapital abhängigen Medien bis in die letzten Winkel der Erde hinein ihre angeblich alternativlose Politik predigen. Wie hypnotisch gelähmt gehen sie den politischen Scharlatanen auf den Leim. Zu viele Menschen sind dadurch ihrer Lebendigkeit, Eigenständigkeit und Wahrnehmung beraubt. Roboterhaft beschränken sich die Lebensäußerungen und -bedürfnisse vieler Menschen auf das Vorgegebene, das erwartete Funktionieren, Konsumieren und Unterordnen. Eigenständiges und kreatives Denken vollzieht sich nach 5000 jähriger Prägung und Begrenzung durch die verschiedenen Herrschaftsordnungen der Menschheitsgeschichte fast nur noch im Rahmen der dogmatischen Vorgaben des Patriarchats. Alternativen dazu scheinen schier unmöglich, so gut wie ausgeschlossen, undenkbar.

Dennoch gibt es diese grundlegenden Alternativen immer und zu jeder Zeit und sie schreien förmlich nach ihrem breiten Entdecktwerden, nach Anerkennung und Wiederbelebung.

Die globale Fahrt in den Abgrund der Barbarei weckt gefährlicherweise allerorts längst tot geglaubte extremistisch rechte Bewegungen und stärkt fatalerweise religiöse Fundamentalismen. Menschen suchen nach (Er)Lösung.

Emanzipation ad Humanum / mensch-sein.de möchte dazu anregen, Denk-Blockierungen zu lösen, die auf Selbstbeschränkung wie auch Fremdbehinderung beruhen. Die Texte und Gedankenführungen wollen Türen öffnen und Platz für Einsichten machen, die uralt und dennoch zukunftsichernd sind. Einsichten jenseits von Gewalt und Unterdrückung, Weichenstellungen hin zu einer solidarischen und gesunden Welt.

„Die Philosophie zur Sache der Menschheit zu machen, das war mein erstes Bestreben. Aber wer einmal diesen Weg einschlägt, kommt notwendig zuletzt dahin, den Menschen zur Sache der Philosophie zu machen und die Philosophie selbst aufzuheben; denn sie wird nur dadurch Sache der Menschheit, daß sie eben aufhört, Philosophie zu sein.“

(Ludwig Feuerbach)

Bestimmend für die Art und Weise der Organisation von Gesellschaften und dafür, wofür sie ihre Schaffenskraft aufwenden, sind neben den alltäglichen Bedürfnissen und Notwendigkeiten vermehrt intellektuelle Konstrukte für Letzterklärungen. Standen dabei früher die Religionen im Vordergrund, so prägen heute fast ausschließlich ökonomische Megaphilosophien die alltägliche Wirklichkeit, unabhängig von wirklichen Lebensbedürfnissen. Oft stehen sie diesen gar entgegen. In ihrem Mittelpunkt stehen der Glaube an Freiheit ohne Grenzen, an den freien Markt und dessen unbegrenztes Wachstumspotenzial sowie die selbstverständliche Annahme einer immanent agierenden Gewalt (gegen Natur, Schwache, Andersartige, Frauen, Freiheitskämpfer usw.). Diese Dogmen münden in eine Verschmelzung von Macht und Profit in den Händen Weniger. Das Denken und Handeln der Drahtzieher zeugt von zunehmendem Realitätsverlust, dessen Auswirkungen alle betreffen.

Nur ein verändertes Verhältnis zur Gewalt kann diesen Trend wenden. Der Bruch mit der gewaltbereiten Tradition unserer Zivilisation steht an. In diesem Sinne sollen hier gewohnheitsbedingte geistige Grenzen, die vom offenen Raum der Fülle der Natur trennen, analysiert und beschrieben werden, damit sie allgemein erkennbar werden. Denn: Wer würde versuchen, Grenzen zu durchbrechen, die als solche nicht wahrgenommen werden? Ideologisch einschränkende Verwaltungen und Religionen, die institutionalisiert sind, stellen mit ihren strategischen Manipulationen des menschlichen Geistes eine Gefahr dar, deren Ausmaß zu wenig beachtet wird: Für den Einzelnen erscheinen Begriffe wie Selbstbestimmung, persönliche Entscheidungsfreiheit, Freude und Frieden kaum mehr glaubhaft oder machbar.

Die meisten Menschen können sich die Wirklichkeit des Paradieses auf Erden nicht vorstellen.

Für etwas, das wir uns nicht vorstellen können, werden wir kaum unsere Kräfte mobilisieren. Dies ist der entscheidende Punkt für alle, die sich um eine bessere Welt bemühen. Deshalb steht er im Mittelpunkt der folgenden Überlegungen.

Weltbild und Denken,
das die Fülle der Natur für alle erhält

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