Das „Weißschwarze Haus „

Man muss weder zu Dan Browns Illuminati greifen noch ein Michael Moore-Fan sein, um sich zu fragen, ob nicht doch ein Masterplan/ Businesskonzept hinter der aktuellen Weltpolitik steckt. Da hilft nur die Frage „Wem nützt es?“. Die Profiteure der amerikanischen Nahost-Politik sind immerhin gut bekannt und machen auch kein großes Geheimnis aus ihren Geschäften.Zwei Unternehmensgruppen finden unvermeidlich Erwähnung, wenn über die unheilige Allianz von Macht und Geld in Washington die Rede ist: Die Carlyle Gruppe [The Carlyle Group] und Halliburton [Halliburton Energy Services].


Zwischen Weißem Haus und Kapitol befindet sich der Hauptsitz der 1987 von William E. Conway Jr., Daniel A. D’Aniello, David M. Rubenstein und Stephen L. Norris mit einem Startkapital von 5 Millionen US-Dollar gegründeten Investment-Gesellschaft Carlyle. Das Unternehmen verwaltet heute stattliche 44.3 Milliarden US-Dollar an Investmentmitteln, die es in jede Art erfolgversprechender Geschäfte steckt. Die Investitionen des Unternehmens in die Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie gaben schon öfter Anlass zu bösen Vermutungen [Frontal21 / 01.04. 2003: Geschäft mit dem Tod]; [M. Moore: Fahrenheit 9/11]Im Verwaltungsrat des Unternehmens sitzen prominente Ex-Politiker wie Frank Carlucci, Bush Seniors Verteidigungsminister und dessen ehemalige Außenminister James Baker. Als Chefberater fungiert Ex-Präsident George Bush Senior persönlich. Zu den Investoren gehören so nette Leute wie George Soros und peinlicherweise die Familie Bin Laden. Wen wundert es da, dass das Geschäft brummt. Eine etwas detailliertere Betrachtung dieses Clubs findet sich hier: [Werner Ruf: Ein Investment-Fonds als außenpolitisches Instrument?]

Halliburton Energy Services ist die zweite große Gesellschaft, die eng mit der US-Regierung verbandelt ist. Der texanische Energiekonzern mit Hauptsitz in Houston betreibt im Kerngeschäft Energieversorgung, Ölförderung und -handel. US-Vizepräsident Dick Cheney war von 1995 bis 2000 Vorstandsvorsitzender von Halliburton und so wundert es zumindest die fantasiebegabteren Paranoiker unter uns nicht wirklich, dass der Börsenkurs der Firma sich von 2002 bis 2006 ganz zufällig verzehnfacht hat. Neben den Ölgeschäften verdient Halliburton über die Tochterfirma Kellog Brown & Root (KBR) auch direkt an allen US-Militäroperationen. Zum Beispiel konnte KBR im Dezember 2001 einen 10-Jahres-Rahmenvertrag über zunächst mindestens 830 Millionen US-Dollar mit dem Pentagon abschließen. Gegenstand des Vertrages ist der weltweite Catering Service für die US-Streitkräfte einschließlich dem Facility Manegment für Gebäudekomplexe wie in Guantanamo [Washington Business Journal: KBR adds $13M Guantanamo contract to fed portfolio]. Kellog Brown & Root ist übrigens seit November 2006 an der NYSE börsennotiert. Wer Geld mit dreckigen Geschäften verdienen will, kann die Aktien in Frankfurt oder Berlin unter der WKN US48242W1062 kaufen.

Wenn man sich etwas in die Materie einliest, kann einen der Ekel packen. Vor der Herkunft ihres Geldes scheinen sich die Beteiligten allerdings nicht zu ekeln. Besonders die Bush-Dynastie darf auf eine schöne Tradition bei der Auswahl sympathischer Geschäftspartner zurückblicken. Zusammen mit Fritz Thyssen baute Bushs Opa Prescott Sheldon Bush in den 1920er Jahren ein Spendennetzwerk für die NSDAP auf. Mit dem Geld wurde beispielsweise das „Braune Haus“ in München gebaut. 1942 wurden Bushs Geschäftsanteile an der Union Banking Cor- poration enteignet, einem Unternehmen, in dessen Management er tätig war und das gegen den „Trading with the Enemy Act“ verstoßen hatte.

Rassistisches oder überhaupt irgendein Gedankengut kann man/frau dem jüngsten Bush-Sprössling aber nicht nachsagen. Immerhin ist seine Außenministerin Rice so schwarz wie das in dem nach ihr benannten Chevron-Supertanker „SS Condolezza Rice“transportierte Öl und die Herkunft von Ex-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz deutet auch nicht auf antisemitische Tendenzen im Hause Bush hin. Der Mann wurde vonseinen Kollegen im Pentagon zärtlich als Velociraptor bezeichnet. Mittlerweile ist der62-jährige Wolfowitz Präsident der Weltbank, huch…Ja und wo sind jetzt die „Guten“ in derStory? In Teheran oder gar Pjöngjang?

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s