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Gen-Mais MON810: Anbauverbot verlängert

icon_weiter.gif Greenpeace-Aktivisten protestieren an einer der groessten Anbauflaechen fuer genmanipulierten Mais in Brandenburg gegen die Aussaat von Gen-Pflanzen. Ueber dem Acker des Agrargrossbetriebes LVG Seelow im Landkreis Maerkisch-Oderland schwebt an einem Drachen ein 16 Meter hohes Transparent mit einem Gen-Mais-Monster (Maiskolben mit Fratze). Dreiecks-Schilder mit X kennzeichnen das Feld. Dort wurde bereits der Gen-Mais MON810 des US-Saatgutkonzerns Monsanto ausgesaet.

Bei dem Gen-Mais icon_weiter.gif MON810 handelt es sich um einen Bt-Mais. Ihm wurde ein Genkonstrukt des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) eingesetzt. Die Pflanze produziert so ihr eigenes Insektengift und soll auf den Maiszünsler, ein Kleinschmetterling zu dessen Hauptfutterpflanzen Mais gehört, tödlich wirken.

Alle Pflanzenteile des Maises wie Kolben, Blätter, Wurzeln, Stängel und Pollen produzieren das Bt-Gift und geben es permanent an die Umwelt ab. Er birgt daher Gefahren für unser Ökosystem. So schrieb das BVL kürzlich:

(…) auf Grundlage neuer oder zusätzlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse geben berechtigten Grund zu der Annahme, dass der Anbau von MON810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt.

Zahlreiche aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich der Gen-Mais negativ auf Tierarten wie gefährdete Schmetterlingsarten, z.B. Tagpfauenauge oder Schwalbenschwanz, auf Honigbienen, Spinnen, Schlupfwespen und Florfliegen, aber auch auf Bodenorganismen wie Regenwürmer auswirken kann.

In der Natur kommt das Bt-Gift in Bodenbakterien vor. Dennoch bestehen einige grundlegende Unterschiede zwischen dem natürlich vorkommenden Bt-Gift, das sogar in der ökologischen Landwirtschaft verwendet wird, und dem von der Gen-Pflanze produzierten Gift. Für die Genmanipulation wurde ein deutlich verkürztes Gen benutzt, so dass auch das gebildete Protein kleiner ist. Dadurch können sich die Eigenschaften des Giftes verändern, z.B. das Wirkungsspektrum.

Dauerhaft Gift auf dem Acker

Gegen Maiszünsler kann das natürlich vorkommende Bt-Gift versprüht werden. Der Einsatz ist aber kurzzeitig und gezielt. Das Spray wird durch das UV Licht innerhalb kurzer Zeit abgebaut. Dagegen produziert der Gen-Mais das Gift über die gesamte Wachstumsperiode der Pflanze und gibt es an die Umwelt ab. Dabei beschränkt sich die Verbreitung des Giftes nicht auf den Acker. Der Bt-Pollen fliegt auf umliegende Felder, Wälder und Wiesen. Es gibt keine detaillierten wissenschaftlichen Publikationen darüber, wie viel Gift die Pflanzen unter verschiedenen Umweltbedingungen, Standorten und in den verschiedenen Sorten produzieren. Messungen von Greenpeace und anderen Wissenschaftlern zeigen, dass es starke Schwankungen gibt. Ohne gesicherte Aussagen über die Giftkonzentration in den Gen-Pflanzen kann auch das Risiko nicht genau bewertet werden.

Der Gen-Mais MON810 wurde bereits 1998 in Europa zugelassen. Seitdem hat die EU die Gesetzgebung verschärft. Die Zulassung erfolgte also nach einer nicht mehr zulässigen und unzureichenden Bewertung der Risiken.

Derzeit prüft die EU einen Antrag der Firma Monsanto auf Wiederzulassung, da die erste Genehmigung für den Gen-Mais im April 2007 ausgelaufen ist. Bis über den Antrag entschieden ist, darf der Mais aber in der EU weiter angebaut werden.

Trotz der aktuellen Einschätzung des BVL, dass der Gen-Mais eine Gefahr darstelle, hat Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) nicht dafür gesorgt, dass der Anbau auch in Deutschland verboten wird.

Monsanto wurde am 27. April 2007 zur Auflage gemacht, dass der Anbau nur noch unter bestimmten Auflagen erfolgen darf. So muss Monsanto sicher stellen, dass bestimmte Aspekte kontrolliert werden, wie z.B. die Auswirkungen des Bt-Gifts auf Tiere und Bodenorganismen und die Anreicherung des Bt-Giftes im Boden. Diese Auflagen müssen jedoch erst für den Anbau 2008 umgesetzt werden.

PDF72 KBPDF-imageHintergrund Anbau von Gen-Mais in Deutschland

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