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Iran-Krieg noch in der Bush-Ära?

Textauszug / Lebenshaus Schwäbische Alb

Gewalt-Eskalation im Nahen und Mittleren Osten verschärft Iran-Krise

Während der Öl-Preis sich der 100 US-Dollar-Grenze pro 159-Liter-Fass nähert, der US-Dollar auf einem historischen Tiefpunkt und das US-Leistungsbilanzdefizit auf einem historischen Höchststand angekommen sind, verschärfen sich die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten von Woche zu Woche:
Die türkische Armee geht im Nordirak gegen die PKK vor, der Libanon steht nach einer ganzen Reihe von Morden an führenden Politikern vor einem Bürgerkrieg, die israelische Luftwaffe bombardierte am 6.9.2007 eine vermutete syrische Nuklearanlage an der syrisch-irakischen Grenze und bereitet sich auf eine Militärinvasion im Gazastreifen nach der Nahost-Friedenskonferenz im November 2007 vor, um das dortige “Hamastan” in ein “Fatahstan” umzuwandeln.
Im Irak lässt weder die Gewalt noch der Flüchtlingsstrom nach Syrien und Jordanien nach, wo inzwischen zwei Millionen irakischer Flüchtlinge notdürftig Unterkunft gefunden haben. Die sunnitische saudische Führung sieht im irakischen schiitischen Staatschef Maliki einen Agenten Teherans, Saudi-Arabien gilt als politisch und religiös tief gespalten. Die Zahl der Anschläge gegen die Besatzungsmächte in Afghanistan erreicht 2007 neue Rekordmarken, die 2002 bereits besiegt scheinenden Taliban sind so stark wie nie zuvor in den letzten fünf Jahren. Um den pro-amerikanischen Kurs Pakistans zu halten, hat die US-Regierung hinter den Kulissen dem Militärdiktator Pervez Musharraf die US-freundlich eingestellte Benazir Bhutto als Stütze zum Machterhalt beigesellt. Nach der Erstürmung der roten Moschee und dem Mordanschlag auf Benazir Bhutto steht Pakistan am Rande des Kriegsrechts mit der Gefahr eines Bürgerkrieges. Bhutto und Musharraf wurden zu Gegnern im Machtkampf…

.Die US-Präsidenten-Direktive vom April 2007

Im April 2007 wurde nach einer Direktive des US-Präsidenten ein ganzes Programm von verdeckten Aktionen gegen Iran beschlossen. Vermutlich durch undichte Stellen in den Geheimdienstausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus wurden die eigentlich geheim zu haltenden Aktions-Planungen öffentlich.

Der Paradigmenwechsel dieser Präsidenten-Direktive liegt darin, dass bis zum Frühjahr diesen Jahres US-Dienste lediglich indirekt über Israel und Pakistan Einfluss im Iran z.B. bei der Inszenierung von Anschlägen durch ethnische Minderheiten mit dem Ziel der Destabilisierung des Regimes in Teheran genommen haben. Seit April 2007 laufen diese Aktivitäten nicht mehr indirekt, sondern direkt: Die CIA hat inzwischen die Angelegenheit selbst in die Hand genommen.

Im Detail geht es im ökonomischen Bereich um

  • Störungen der iranischen internationalen Bankverbindungen
  • Störungen der iranischen internationalen Handelsbeziehungen
  • Manipulationen der iranischen Währung.

Was derzeit bereits läuft, kann als “Low-Intensity-Wirtschaftskrieg” bezeichnet werden.

In der Auseinandersetzung um die öffentliche Meinung wurde beschlossen

  • Propagandasendungen weiter auszuweiten
  • Desinformationskampagnen zu starten
  • Iranische Exilgruppen in Europa und den USA für einen Regimewechsel einzusetzen.

Ende Juli 2007 verkündete die US-Regierung einen gigantischen Aufrüstungsplan: Um Iran und die schiitischen Kräfte der Region einzudämmen, werden Saudi-Arabien, Ägypten und die Golfstaaten Waffen im Wert von 34 Milliarden US-Dollar erhalten. Rüstungsgüter noch einmal in etwa gleicher Größenordung sollen zusätzlich an Israel gehen, damit dieses sich wiederum nicht vor seinen arabischen Gegnern zu fürchten braucht.

Angesichts dieser politischen Großwetterlage Iran mit einem weiteren Krieg zu überziehen, hieße vermutlich ohne Übertreibung, einen Weltkrieg zu riskieren – einen Begriff, den George W. Bush sehr bewusst in den Diskurs einbrachte, um vermutlich einerseits China, Russland und einige widerspenstige europäische Staaten auf US-Linie zu bringen und andererseits im US-Wahlkampf “Stärke” gegenüber den Demokraten zu zeigen…

…ganzen Artikel lesen / weitere Informationen / Quelle: lebenshaus-alb.de

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