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- Jiddu Krishnamurti –

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- Einer besonderen Persönlichkeit zu Ehren -

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Am 3. August 1929 beendete Krishnamurti die für ihn gegründete Organisation, den Order of the Star in the East, mit folgenden Worten

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„Ich behaupte, dass die Wahrheit ein pfadloses Land ist und dass es keine Pfade gibt, die zu ihr hinführen – keine Religionen, keine Sekten. Das ist mein Standpunkt, den ich absolut und bedingungslos vertrete. Die Wahrheit ist grenzenlos, sie kann nicht konditioniert, sie kann nicht auf vorgegebenen Wegen erreicht und daher auch nicht organisiert werden. Deshalb sollten keine Organisationen gegründet werden, die die Menschen auf einen bestimmten Pfad führen oder nötigen. Wenn ihr das einmal verstanden habt, werdet ihr einsehen, dass es vollkommen unmöglich ist, einen Glauben zu organisieren. Der Glaube ist eine absolut individuelle Angelegenheit und man kann und darf ihn nicht in Organisationen pressen. Falls man es tut, wird er zu etwas Totem, Starrem; er wird zu Gier, zu einer Sekte, einer Religion, die anderen aufgezwungen wird. […] Ich möchte keiner spirituellen Organisation, ganz gleich welcher Art, angehören, und ich bitte euch, das zu verstehen. Ich betone noch einmal, dass keine Organisation einen Menschen zur Spiritualität führen kann. Wenn eine Organisation zu diesem Zweck gegründet wird, so wird sie zu einer Krücke, die euch schwächt, zu einem Gefängnis. Solche Organisationen verkrüppeln das Individuum, hindern es daran zu wachsen und seine Einzigartigkeit zu leben, die ja darin liegt, dass es ganz alleine diese absolute, uneingeschränkte Wahrheit entdeckt. Das ist ein weiterer Grund dafür, dass ich mich – da ich der Präsident des Ordens bin – entschlossen habe, den Orden aufzulösen. Niemand hat mich zu dieser Entscheidung gedrängt oder überredet. Das ist keine großartige Tat, denn ich will keine Jünger oder Anhänger; ich meine das so, wie ich es sage. In dem Moment, in dem man beginnt, jemandem zu folgen, hört man auf, der Wahrheit zu folgen.“ (zitiert nach Jayakar 1988, S. 86f)

Juddu Krishnamurti ( 12. Mai 1895 in Madanapalle, Indien ; † 17. Februar 1986 Ojai, Kalifornien)

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jkrishnamurti.org – www.jkrishnamurti.org

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“Ich würde ein Auto oder ein Dampfschiff zum Reisen benutzen, das sind ganz zweckmäßige Maschinen, die nicht das geringste mit Spiritualität zu tun haben. Ich betone noch einmal, daß keine Organisation den Menschen zur Spiritualität führen kann.” Vollkommene Freiheit

“Wenn ein Kind mit einem anderen verglichen wird, ist das eine Verletzung. Jede Form des Vergleichens verletzt.” Vollkommene Freiheit

Alleinsein kann es erst geben, wenn die Einsamkeit aufgehört hat.”Über die Liebe, Aquamarin Verlag Grafing, 2000, S. 65

“Die Wandlung der Gesellschaft ist nicht so wichtig; sie wird sich natürlich und zwangsläufig ergeben, wenn der Mensch die innere Wandlung vollzogen hat.”Jenseits der Gewalt

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Quellen:

http://www.jkrishnamurti.org


http://de.wikiquote.org/wiki/Jiddu_Krishnamurti











http://css.jkrishnamurti.es/images/krishnamurti-teachings/box-search-bck.jpg

  1. Kai
    30. September 2010 um 14:57 | #1

    | Dieser Kommentar wurde beantwortet |

    Man darf nicht einfach seine Gedanken oder Meinungen als richtig ansehen.
    Es geht darum für sich selbst herauszufinden (und das ohne Wertung oder Meinung o.ä.), worin die wahren Ursachen für unser Elend liegen.
    Das heist in erster Linie, dass wir unseren Geist befreien müssen, so dass er genauso klar und ungetrübt wie zum Zeitpunkt der Geburt ist. Denn nur ein Neugeborenes hat wirklich freies denken, weil es noch keine Erfahrungen gesammelt, noch kein Wissen angehäuft und auch keinerlei Strukturen in seinem denken selber hat.
    Und selbst das was ich schreibe muß überdacht werden. Auch von mir selbst, da es keine absolute sondern immer nur teilweise Wahrheit gibt.
    Und erst dann, wenn in jedem einzelnen von uns die Wandlung sich vollzogen hat dies zu erkennen, dann werden wir in der Lage sein die Ursachen für unser Leid auf der Welt zu beenden.
    Also fragt euch lieber selber, warum Krishnamurti in der Lage war seinen Geist zu befreien und wir nicht. Was hat er anders gemacht als wir?
    Oder hat er überhaupt etwas gemacht?

    Wer seine Gedanken richtig verstanden hat weis, dass wir nicht aufhören dürfen Fragen zu stellen und alles, selbst das Denken an sich in Frage stellen müssen!
    Denn wenn wir aufhören zu fragen und die Antworten zu hinterfragen, legen wir uns auf eine Idee fest. Und das kann nur im Chaos enden, weil Wahrheit und Wissen niemals vollständig sein können (was aber die Festlegung auf einen Gedanken beinhalten würde!)

    • 4. Oktober 2010 um 20:11 | #2

      Lieber Kai !

      Vielen lieben Dank für den Kommentar, wobei der Begriff “Kommentar” – dem Inhalt und Wert des Geschriebenen gegenüber – nicht annähernd dem entsprechen könnte, was als Wert verstanden wird. Das Leid des Menschen, ja der gesamten Menschheit, liegt im Denkprozess selbst – jedenfalls ist es all dies, was mir bei der Selbstbeobachtung aufgefallen ist. Ich fing an, zuerst mein Handeln zu beobachten und dann, nach und nach, die Ursachen immer weiter zurück zu verfolgen, bis ich letzten Endes dort landete, was ich als die Ursache meiner Wirklichkeit zu erkennen glaube. Das Denken!

      Der Mensch wird fast ausnahmslos von seinem Verstand gebraucht, aber die meisten Menschen denken, sie würden ihren Verstand benutzen, als ein Instrument, als hätten sie selbst die Zügel in der Hand. Dabei sind sie sich nicht bewusst, das alles Handeln sowie die gesamte Wahrnehmung, erst als Gedanke da sein muss, um vom Menschen als Wirklichkeit wahrgenommen werden zu können. Der Mensch ist unbewusst mit ihm (den Verstand) identifiziert, deshalb wissen sie nicht einmal, dass sie sein Sklave sind.

      Eckhart Tolle schrieb in “Die Kraft der Gegenwart” folgendes:

      Freiheit beginnt, wenn du erkennst, dass du mit dem Verstand, dem Denker, der dich im Zustand der Besessenheit hält, nicht identisch bist. Diese Erkenntnis befähigt dich, den Denker zu beobachten. Sobald du beginnst, den Denker zu beobachten, wird eine höhere Bewusstseinsebene aktiviert. Dann beginnst du zu erkennen, dass es einen enormen Bereich von Intelligenz jenseits des Denkens gibt, dass dein Denken nur einen winzig kleinen Aspekt dieser Intelligenz ausmacht. Du erkennst auch, dass alles, was dem Leben wahren Wert verleiht – Schönheit, Liebe, Kreativität, Freude, innerer Friede -, seinen Ursprung jenseits des Verstandes hat.

      Und weiter schreibt er:

      Es ist nicht ungewöhnlich, dass diese Stimme zum größten Feind eines Menschen wird. Viele Menschen leben mit einem Peiniger im Kopf, der sie ununterbrochen angreift und bestraft und ihnen die Lebensenergie abzieht. Hier liegt die Ursache für unzähliges Leid, für Unglück und auch für Krankheit. Die gute Nachricht ist, dass du dich von deinem Verstand befreien kannst. Das ist die einzig wahre Befreiung. Du kannst gleich jetzt den ersten Schritt daraufhin tun. Fange an, so oft du kannst, auf die Stimme in deinem Kopf zu hören. Sei besonders aufmerksam bei allen sich wiederholenden Gedankenmustern, diesen alten Schallplatten, die wahrscheinlich viele Jahre lang in deinem Kopf gespielt wurden.

      Das meine ich mit „den Denker beobachten“ – ich könnte auch sagen: Höre auf die Stimme in deinem Kopf, sei als Beobachter gegenwärtig. Wenn du dieser Stimme zuhörst, dann tue das vorurteilslos. Beurteile oder verdamme nicht, was du hörst, denn das würde bedeuten, dass dieselbe Stimme durch die Hintertür wieder hereingekommen ist. Du wirst bald erkennen: Da ist die Stimme und hier bin ich – und höre ihr zu, beobachte sie. Dieses Erkennen von „Ich bin“, dieses Gefühl deiner eigenen Gegenwärtigkeit ist kein Gedanke. Es hat seinen Ursprung jenseits des Verstandes. Wenn du also einem Gedanken zuhörst, dann bist du dir des Gedankens bewusst, und zugleich auch deiner selbst als Zeuge dieses Gedankens.

      Diese Worte waren mehr für mich, als ein interessantes Etwas, mehr als ein “A-ha”- Effekt…. es war ein Geschenk.

      Sie schrieben etwas über die “Wahrheit”. Ich habe für mich erkannt, dass es so etwas wie „Wahrheit“ nicht gibt. Es gibt nur eine individuelle Wirklichkeit eines jeden Menschen, nämlich das, was der Einzelne für die „Wahrheit“ als subjektive „Wirklichkeit“ konstruiert hat. Eine Wirklichkeit, für die er nicht nur zu streiten, sondern auch zu opfern bereit ist. Ein Weltbild wird nicht so einfach aufgegeben, deshalb wird der Mensch bis zuletzt an seiner Realität festhalten. Das menschliche Verhalten hat viele Gemeinsamkeiten; der Einzelne gegenüber der Gesellschaft einerseits und die Gesellschaft gegenüber den etablierten Autoritäten andererseits.

      Heinz von Foerster übte bereits Kritik an der „Wahrheit“, von der die Welt spricht, indem er sagte:

      Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Wer von Wahrheit spricht, macht den anderen – direkt oder indirekt – zu einem Lügner“.

      Entschuldigung, erst jetzt bemerke ich, wie lang meine Antwort geworden ist. Der Grund dafür dürfte klar sein: was Du geschrieben hast.

      Ich freue mich sehr, wenn ich hin und wieder die Bestätigung dafür bekomme, das es sie noch gibt, die “Unnormalen”, denn wer heute normal ist, ist auch für alles offen, und wer für alles offen ist, der kann nicht ganz dicht sein. Oft fühle ich mich total isoliert, alleine und verlassen – umgeben von Verrückten.

      Mit besten Grüßen | Andreas Helten

  2. Alf
    27. Januar 2010 um 02:56 | #3

    Soweit er sich hinsichtlich seiner Aussagen über Wahrheit auf Religionen bezieht, stimme ich ihm zu.

    Paradox scheint, dass Krishnamurti mit seinen Worten doch eine Wahrheit verkündet.

    Und somit gibt es doch eine Wahrheit, eine Wahrheit, die dem Menschen die FREIHEIT lässt, nach seiner spirituellen Wahrheit selbst zu suchen.

    Und schon gelangen wir zu den STRUKTUREN, welche diese Freiheit ermöglichen, den Grundlagen unseres Staates, dem Grundgesetz, den Menschenrechten.

  3. Highlight
    22. Januar 2010 um 22:58 | #5

    eine wirklich besondere Persönlichkeit. Schade das ich ihm nie begegnen konnte. Wunderbar das seine Reden nachlesbar sind und zum eigenen durchdenken der dinge anregen.

  4. 24. März 2009 um 12:54 | #6

    Ein weiser Mann. Und wie viele Organisationen haben wir heutzutage, alle mit diesen kalten nichtssagenden und damit verschleiernden sozialistischen Buchstabenabkürzungen?

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