Reportage: Taslima Nasreen streitet für Meinugsfreiheit

Taslima Nasreen streitet für Meinugsfreiheit
Bis zum Jahresende müssen für zehn indischen Regionalparlamente neue Abgeordnete gewählt werden. Das Votum von 151 Millionen Muslims wird in vielen Fällen ausschlaggebend sein. Diese mächtige Wählerschaft ist sich ihrer Macht bewusst : die Muslime, die der zweitstärksten Religion Indiens angehören, wollen ihren Einfluss in einer Gesellschaft stärken , in der sie ausgegrenzt werden wie etwa in den Ghettos von Ahmedabad oder in der sie wegen des Terrorismusverdachts gefürchtet sind. Die extrem feindliche Haltung der fundamentalistischen Muslime gegenüber der Schriftstellerin Taslima Nasreen beunnruhigt in diesem Zusammenhang die indischen Behörden, die genau wissen, mit welch grossem Interesse die internationale Gemeinschaft die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Intellektuellen verfolgen. Taslima Nasreens Werk ist mit zahlreichen Auszeichnungen geehrte worden, 1994 erhielt sie den Sakharov-Preis. Genau in diesem Jahr war auch ihr Buch « Lajja » (Die Schande) veröffentlicht worden, ein Buch, das ihr den Hass der muslimischen Religionsführer eintrug. Damals musste sie wegen der ständigen Bedrohungen nach Bangladesh fliehen, wo ihr Reisepass eingezogen wurde. Danach fand sie Aufnahme in Schweden, die neuen Gastgeber erkannten ihr auch die Staatsbürgerschaft zu. Vor zwei Jahren kehrte sie nach Indien zurück, fest entschlossen, das Land nicht noch einmal zu verlassen. Im August 2007 organisierten aufgebrachte Muslime Protestkundgebungen in Hyberabad und auch an ihrem Wohnort in Kalkutta, das zuständige Innenministerium musste ihr Schutz gewähren und sie in einer streng geheim gehaltenen Residenz unterbringen. Dort wartete sie auf die Ereignisse vom 17. Februar, an diesem Tag lief ihr Visum ab. Auf Druck radikaler Muslime musste Taslima Nasreen erneut Indien verlassen. In einem Interview bekräftigte sie nun erneut ihre Absicht, auch in Zukunft weiter für ihre Meinugsfreiheit zu streiten.

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